Texte fürs Blog

Nachtrag zu Lauer und der Netzpolitik

Die Sache mit Lauer und der netzpolitik hat mich nicht losgelassen. In der schnellen Welt ist ja auch Schnelldenken normal. Wer sich ein bisschen zum Nachdenken zurücklehnt, gilt leichthin mal als positionslos. Das Szenario umgekehrt gedacht:

Also Lauer wäre bei Springer gewesen und hätte für das Leistungsschutzrecht für Verlage plädiert und nun einen Job bei netzpolitik.org bekommen. (bestimmt nicht deshalb, aber …) oder würde in die Politik abrutschen, zum Beispiel zu den Piraten und Nachfolger im Abgeordnetenhaus. Dort übernähme er die Position der Piraten, die gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage sind.

Schwer denkbar, dass netzpolitik.org ihm das vorhalten würde mit Twittereinträgen, die er vor anderthalb Jahren in seiner Funktion bei Springer gemacht hätte. Eher wahrscheinlich, dass man ihn als vom Saulus zum Paulus gewandelten Menschen behandeln würde.

Ist Spekulation.

Ein Denkspiel.

Was es aber doch anzeigen könnte, kein Verhalten in Politik und Wirtschaft ist ohne Vertretung des Interesses. Das steht dann der Klärung der Probleme immer im Weg. Vom Prinzip her sollte es in der Politik ja anders geregelt sein. Deshalb sollen Politiker eine finanzielle Entschädigung erhalten, damit sie der Sache nachgehen können, frei von Lobbyismus oder anderen Möglichkeiten der Bestechung des Denkens.

PS: Es ist also wahrscheinlich noch so, dass Christopher Lauer gegen eine Leistungsschutzrecht für Presseverlage ist. Denn dies sagte er als freier Politiker. Jetzt hingegen ist er durch Loyalität und Bezahlung zur Wiedergabe auch unverständlicher Meinungen und Einschätzungen gezwungen. Das Spiegel-Interview macht ja deutlich – indem er Verständnisfehler einbaut, die er sonst nicht bringen würde –, dass das nicht so gemeint ist, wie es vergetragen wurde. Lauer hat sich nicht geändert. Er ist so unberechenbar wie zuvor, nur verdient er jetzt wahrscheinlich besser. Ebenso sein Verständnis von Vorratsdatenspeicherung. So blöd kann er ja nicht sein.

PPS: Was wäre, so kam ich drauf, wenn Lauer seine Meinung in Sachen Theaterfinanzierung zum Besseren hin geändert hätte. Würde man ihm Haue geben. Wohl nicht.

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