Bloggerlesung in Moabit

Bloggerlesung in Moabit

Meine erste Lesung von Bloggern zu hören, das war gestern abend im tiefen Moabit in der Galerie Petersen und Partner. Es war nicht zu voll, es war nicht zu leer, es war bequem. Creezy von Holy Fruit Salad sowie Uwe vom Weddinger Landboten lasen und unterhielten sich vor wenigstens drei weiteren Bloggern (oder auch Bloggern) und den Galeristen sowie zufälligem Straßenvolk, mindestens einer "ambitionierten" Autorin (?) und ein paar anderen.

Es gehört zum vielleicht typischen erlauf einer solchen Veranstaltung, dass sie mit informierteren und weniger informierten Menschen zu tun hat. Aber muss man sich dazu erklären. Der Transport des einen Mediums in das andere scheint unübersehbar problematisch. Aber das macht nichts.

Es war schön, mal wieder jemanden getroffen zu haben, den man sonst ja nur aus den digitalen Welten kennt. Das ist ja nicht eine zwingende Sache. (Irgendwie bin ich froh, dass das Treffen mit Semmel und Redunzl ausgefallen ist vor einem Jahr - und die beiden sind es auch wohl.)

Man glaubt ganz gewöhnliche Orgeln zu berühren, wenn man den Menschen berührt. Es sind in der Tat Orgeln, aber seltsame, veränderliche, wandelbare, deren Tasten nicht nach den Stufen der Tonleiter angeordnet sind. Diejenigen, die nur auf den gewöhnlichen Tasten zu spielen verstehen, könnten keine Akkorde hervorbringen. Man muß wissen, wo die Tasten sind ... (Pascal)

Das schreibt Pascal in dem Kapitel IV mit dem Titel "Der Mensch im Weltall" und der Abteilung I: "Die Schwäche des Menschen". Man kann daran anschließen und sich fragen, wieso so selten in Galerien Bier ausgeteilt wird, wohl aber wohlschmeckender Weiß- und Rotwein oder Prosecco. Vielleicht hat es mit Pascals These zu tun, 303:

Zuviel und zu wenig Wein: Gebt ihm keinen, und er kann die Wahrheit nicht finden; gebt ihm zuviel, und es geht ihm ebenso. (Pascal)

Es wird damit nichts zu tun haben dürfen. Denn, wer geht eigentlich irgendwo noch hin, um Wahrheit zu finden, ob mit Wein oder ohne. Wahrheint, so scheint mir, verfällt dem Verdikt des Totalitären. Wer die Wahrheit verficht, der gilt wenig in der Welt. Aber, man täuscht sich, wenn man daran vorbei geht. Wahrheiten kann man getrost nicht mehr nach Hause nehmen, das mag wohl richtig sein.

Aber hat die Wahrheit damit aufgehört?

Nein, sie verändert die Form und ist wandelbar - aber sie ist trotzdem nicht eine Zeiterscheinung, der vergeht. Ein Haydn-Quartett behält seinen Wahrheitskern, mindestens solange, wie es Ohren (oder Gehiirne) gibt, die das hören können.

Aber jetzt verfasele ich mich - ich brauche dringend Wein. Einen Weinanfall hatte ich immerhin vorgestern.

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Kommentare

Ah, mit Pupskissen. Zu solchem Schwachsinn hatte ich schon von Anfang an eine Meinung. Ich hätte ein Foto von der Latrine gemacht, Hufi.

Mit zwei Pupskissen hier. Ich mag sowas ja. Aber was soll das jetzt.

Du, du, du - jetzt mal wieder da? Redunzl.

Dass Du Dich hier überhaupt durchlavierst in dieses Dings hier. Mensch, was macht Dein Urlaub. Oder war das gerade?

In dem Glas ist sicher Bionade!
(Hallo Dunzl auch).

Stimmt, Bionade gab es auch. Aber das war ganz sicher keine Bionade.

Da sind die Tippspiel-Köniche ja mal zusammen in einer Kommentar-Rolle. Schapooh

Kurz und gut, Du wolltest eigentlich 'nen Bier, stimmt's? ,-)

Vielen Dank für's kommen! Habt Ihr mir beide eine sehr, janz schön dolle, unjemein große Freude mit gemacht!

So einfach kann man es sich mit der Wahrheit aber auch nicht machen, wie verlockend das immer auch sein mag.

Aber stell' dir doch mal vor, es wäre vom Eisbein nicht nur zu hören gewesen, sondern auch zu essen. Wie sich der Geruch verteilt hätte in der Galerie, wie er sich über die Fotos gelegt hätte.

Besuch beim Eisbein

Eisbein.

Da ich als weltweit vermutlich bekanntester Lösungsbäcker und Businessblogbringer hier im Bild ein Bild betrachtend zu sehen bin, möchte ich ob der seltsamen Beschriftung dementieren, Eisbein zu heissen oder eines zu sein oder eines dort gegessen oder bestellt zu haben.

Dann wäre das ja auch geklärt. :-)

Da denke ich besser nicht darüber nach, weil dann hätte es ja immer noch kein Bier zum Eisbein gegeben – und das wäre wohl doppelt so hart gewesen.

Aber eine Kochbloglesung mit anschließendem Eisbein, Du bringst mich auf wilde Ideen … ,-)

Doppelt gegaart.

Bloggerlesung. Aha. Was kommt noch? Die anonymen B.?

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