Zettelkasten

Bedingung der Unmöglichkeit: Schaulust & Ignoranzkontamination (2015)

„Es ist kaum zu glauben, was jeder Mensch glaubt, was er für ein Mensch ist!“

Nachrichten längst nach dem Muster von Werbung. Der Leser muss die Information abkaufen. Er wird nur das abkaufen, was ihm einen Vorteil gewährt. Meinungspluralismus wird so zur Plakatierung des von Nichts. Wie Parfum, das sich verflüchtigt, es muss Note haben; bemerkt man es, stinkt es.

Der Nachbar riecht es, aber er kann den Gestank nicht zuordnen. Er hat sich taub gemacht mit Kopfhörern. Die prominente Information will die Sinne überdecken. Sie brüllt Information. Daher auch große Lettern, Sonderberichte, Brennpunkte. Dabei ist die Information regelmäßig völlig sinnlos für den Zusammenhang, in dem man lebt. Oder gerade der fehlende Zusammenhang erzeugt die Sicherheit aus der man Unsicheres sprechen und fühlen kann.

Ignoranzkontamination und -kompetenz (Betroffenheit, weil unbetroffen) – man muss weniger die Lüge erkennen lernen als das Wahre.

Erstaunlich schon vor Jahren die Feststellung, dass Ferien über zwei oder drei Wochen keinen Nachteil mit sich bringen, was die Ware Information angeht, die einem entgegengeschleudert wird. Informiertheit ist ein Gefühl, keine Erfahrung.

 

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