Zettelkasten

Das Erzwungene des Zuwollenden

Ein Kleks im Netz. Foto: Hufner

Aktuell zwei mal eine Sau, die durchs, ja, durchs was, getrieben wird. Einmal fühlt sich jemand im Rufe geschädigt, weil eine Internetsuchmaschine, Suchvorschläge zur Ergänzung bei der Suche nach einem Namen anbietet. Das ist schon schlimm. Wer ist diese Bettina W., nach der irgendwer sucht. Und warum sucht jemand nach ihr? Wen interessiert es.

Das Ego-Googlen ist ja eine beliebte Sportart geworden, derer, die im Netz sich präsent wissen wollen. Wikipedia hat einen Eintrag für sie übrig. Darin steht zum Beispiel:

"Ab 1998 arbeitete Wulff als PR-Assistentin für eine Internetagentur." (Quelle: Wikipedia-Artikel)

Ich finde, daran ist nichts auszusetzen. Über mich steht weitaus weniger im Netz, es gibt nicht einmal einen Wiki-Eintrag. Aber Spaß beiseite. Die Sache ist auf der einen Seite so unbedeutend wie die Person bedeutend oder unbedeutend ist. Fraglich ist auch nicht die Struktur eines Suchmaschinen-Tools und wie sie sich berechnet. Die Frage ist, ob so eine Funktion tatsächlich Vorteile bringt.

Man kann es ja mit x-beliebigen Begriffen probieren. Die Vorschläge zu Philosophen sind häufig einfach sinnlos. Zu Karl Marx findet man Adressangaben, einen Hauch von Inhalt und was hilft es einem? Die Suche soll erleichtert werden, aber sie erschwert es dadurch, dass Vorgaben den Fokus lenken. Neutral ist so eine Funktion wirklich nicht. Eine Funktion für die Blöden. Man findet eben auch so Sachen, die man nicht sucht. Das ist ja hin- und wieder ganz schön, weil sich auch neue Perspektiven so auftun. Aber das Erzwungene des Zuwollenden ist Vormundschaft. Das muss nicht sein. 

Auch die Sache mit dem Schwein der Deutschen Krebshilfe. Virales Marketing wird da angeblich getrieben. Und die Rechnung geht auf - nur in welche Richtung. Patrick Breitenbach fragt nach. Eigentlich reicht schon sein angeführtes Watzlawick-Zitat: „Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.”

Das trifft es auf den Kopf. Auch die Sache mit der wehrhaften Bettina W. - sagen wir es mal so, wäre Bettina W. nicht die Bettina W.sondern jede andere Bettina W., es würde sich kein Mensch darum kümmern. Außer man hat gute Freunde, die es nach außen trügen. Die arme Bettina W. werde in einen Zusamenhang gestellt, der nicht zu ihr passt. Gibt es nicht auch andere Bettina W.s, die sich auf diese Weise beleidigt fühlen könnten, weil sie in Beziehung  mit der Bettina W.  gestellt werden. Was soll denn der Komponist Goebbels sagen? Sportpalastrede!

Über die moralische Verwerflichkeit, gerade in den hier nicht genannten Beziehungen Erwähnung zu finden, ist ja noch mal was ganz anderes. Und über die Bedeutung des Internets sollte man auch noch mal nachdenken. Ich habe von der ganzen Sache nur durch Zufall erfahren, auch von dem Schwein der Krebshilfe. Es ist an mir vorübergegangen. Wen interessiert so etwas? Gibt es nichts wichtigeres im Internet?

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