Zettelkasten

Die Konsumgesellschaft und die Ermüdung (1970)

Müdes Haus. Foto: Hufner

Die Helden des Konsums sind müde. (…)

Denn die Fatigue ist ein unterschwelliger Protest, der sich gegen die eigene Person wendet und sich in ihrem eigenen Körper „verkörpert“, weil dieser unter bestimmten Bedingungen das Einzige ist, woran sich das enteignete Individuum noch halten kann. (…)

„Das ist absolut klassisch“, kommentiert ein Psychosomatiker. „Sie flüchten sich in ihr Kopfweh. Das könnte ebenso gut auch etwas anderes sein: zum Beispiel ein Reizdarm, Schlafstörungen, ein Juckreiz oder verschiedene Ekzeme, Sexualstörungen, eine Adipositas, Atem-, Verdauungs-, Herz-Kreislauf-Probleme oder ganz einfach, und das ist der häufigste Fall, eine unüberwindbare Fatigue.“1

  • 1. Jean Baudrillard, Die Konsumgesellschaft, Berlin 2015, S. 268, 269, 271.

Angetrieben von:

Powered by Drupal