Zettelkasten

Gesellschaftslärm - die dauercholerische Gesellschaft

Kletten an der Sonne. Foto: Hufner

Zum soeben gesagten muss man das folgende ergänzen: Es heißt ja, eine der wichtigstens Währungen gesellschaftlicher Art sei die der Aufmerksamkeit. Nur wer Aufmerksamkeit erhascht, wird bemerkt und wahrgenommen. Nicht so unwahr das Ganze. Doch hat es seine ganz präzise Grenze. Wo alles schon überlaut ist und überhell, hört man nichts mehr besser sondern erzeugt nur Stress.

Das ist die Erfahrung der Lehrer, die in einer lauten Schulklasse anfangen herumzubrüllen. Sinnlos. Doch noch haben wir gesellschaftlich nicht die Presslufthammerlautstärke erreicht. Sind aber dicht dran. Das Phänomen der Spendenpost, die vor Weihnachten in den Haushalten landet. Sie landet irgendwann unterschiedslos im Papiermüll. Ähnlich die Sache mit den Petitionen, die es zu jedem Furz gibt. (Oder täuscht der Eindruck und es beruhigt sich gerade wieder etwas?)

Aber auch sonst wird gerne mal eskaliert und gegeneskaliert. Gegen den Untergang wird mit dem Aufgang in die Parade gefahren. Man nimmt die Undifferenzierung in kauf. Eine Kultur der Plumpheit resultiert, die zugleich kreischend ist. Wie lange soll das gut gehen. Die Spielpartner in der Gesellschaft werden nurmehr nervöser von Stunde zu Stunde. Und das führt zu unverhältnismäßigem Verhalten.

Aber was tun?

Vielleicht erst einmal eine Pause machen, sich hinsetzen und im Leisen arbeiten, wie es übrigens immer noch genügend Leute tun – täten Sie es nicht, wäre, um es zu eskalieren, hier wirklich die Butter am Schimmeln.

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