Zettelkasten

Hundeleben - Freinde und Casanovi – Nacktschnecken

Was sagte doch gerade gestern meine Hundetöle zu mir, nachdem sie einen mir in meinen Jackentaschen herumschnüffelnden frischfrisierten stinkenden Königspudel in die Schranken wies: „Der wird nie mein Freind werden.“

Dieses schwarze Wesen, weitab von seinen nichtsnutzigen Besitzern, tänzelte wie einst eitel, unsonnig John Travolta durch das Waldesgeäst, nur fehlte ihm die nötige Pumpgun. Trippeltrappel, ah, ein nach altem Hattrick riechender, fast haarloser Mittelalter, menschlicher Futterbeutel (nämlich ich) war gerade unterwegs. Das gefiel dem menschenbesitzenden Hund, Nami, aber dann gar nicht.

Und plötzlich war dem Pudel-Casanova seine anfriesierte Coolness gar nicht mehr anzumerken, sondern das Viech setzte seine hässliche, aber ehrliche Fratze auf; und war plötzlich etwas pissy. Naja, so wie man das eben aus den ganzen schlechten Filmen und Märchen kennt. Die coole Socke müfft dann urplötzlich, wie der nette Bonze um die Ecke, wenn man nur ein paar Zentimeter zu dicht an seiner allradgetriebenen Karre vorbeispaziert. Da sind ja, wie man weiß, selbt die Reserveräder getrieben.

Muss man sich ja mal überlegen, da sagt doch der Dr. Irgendwie von Nebenan, nachdem sein ebenso allrad-angetriebener Ehefrauenbesitz seine Loswerdkarre mit dem Scheuerschwamm auf Matt poliert hatte: „Frauen und Autos“ - zustimmungheischend, während doch an meiner Seite meine Liebste mit mir ging, die nun ja autofährt im Gegensatz zum führerscheinlosen Ich.

Ich half meinem Nachbarn, wie es sich gehört, mit dem Ceranfeldschaber – den ich sonst zu Selbstverteidigzngszwecken immer bei mir führe, oder um mich zur Not mal schnell zu rasieren – aus der schwierigen, existenzbedrohenden Lage. Es ist doch immer wieder interessant zu sehen, wie so ein lackfreies Auto in Wirklichkeit aussieht. Und so was in Kleinmachnow. 

Deren Hund, zu Deutsch „Himmel“ genannt, litt neulich an einer furchbaren Krankheit. Die Tochter führte das Tier gerade nach Hause und saß mit ihm auf dem Weg, wo bei Sie ewig an ihm herumfuhrwerkte, das Gesicht merklich von Sorgenfalten durchfurcht, was eigentlich bei dem jugendlichen Alter fast nicht möglich ist, es sei denn bei diesen Eltern. Auf meine Frage, vom andern Straßenrand aus, ob denn was sei, antwortete sie in überaus verschrockener Weise: „Der hat eine Nacktschnecke am Ohr.“ 10 Minuten später waren sie alle im frischdelackierten Allradmobil quietschend zum Hundedermatologen unterwegs. Ich rief noch schnell meinen Veterinärabzocker an: „Mach mal besser gegen Vorkasse.“

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