Zettelkasten

Kultur-Manager = Kulturabwickler

Orchesterzukunft-Geblubber. Grafik: SWR

Für die Fusion seiner Orchester hat sich der SWR ja einen Mann geholt, der das machen soll. Der hat seine Arbeit mit Henze, mit Mölich-Zebhauser, dem Konzerthaus Essen und anderen Institutionen absolviert. Der darf die Fusion durchführen. Er wusste das auch. Vielleicht macht er es nicht gern, aber er wird es machen, der Johannes Bultmann.

Für Interviews ist er nicht zu haben, eine Anfrage vom Ende Februar wurde jetzt doch nach geraumer Zeit abschlägig beschieden. Das spricht für den Arbeitseifer. Das spricht für stahlharte Konsequenz. Da geht einer seinen für ihn gebahnten Weg. Siehe die schönen „Blasen“ – wir wissen ja seit vielen Jahren, wofür Blasen stehen. Am Ende platzen sie.

Ich finde es gut, dass Kulturmanager endlich sich genau so einspannen lassen, wie man es von ihnen verlangt, als nicht nach Alternativen schauender Abwickler. So was die Kulturtreuhand nach 1990 in der DDR. Ich finde auch, der darf nach gelungenem Streich gleich weiterziehen nach Bayern und sonstwohin. Nee, Ernst: Das kann kein Mensch freiwillig machen, der ein bisschen Grips in der Birne hat. Es heißt, seine Stelle werde kostenneutral bezahlt. Das ist eine gute und eine schlechte Nachricht. Eigentlich sollte sie überbezahlt werden, denn sie schafft ja Platz für Spargeld, so wie beim Steuerfahnder, der sich gut vom Ertrag seiner Arbeit ernähren könnte. Dass Bultmann mit der Presse nicht sprechen will, kein Anlass für ein Interview sieht, spricht für sein ökonomisches Denken. Denn wer bezahlt solche Auskünfte? Die Zeitung etwa? Nöö. Der Gebührenzahler und dem ist man ja verpflichtet. Arbeit muss gemacht werden, spare es, was es wolle.

Schließlich sind hier die entscheidenden Einsparpotentiale, damit auch Otto-Normal-Verbraucher endlich niedrigere Haushaltsabgaben zahlen muss. Da geht noch was und noch mehr. Eigentlich kann man den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk doch total stilllegen, das böte das größte Einsparpotential. Finanzbedarf = 0. Perfekt. Es gibt doch schließlich die Privaten!

Alternativ sollten die Gebührenzahler ihre Rundfunkhäuser mal besetzen. Ist ja irgendwie auch VEB - also Volkseigener Betrieb.

Kommentare

Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Die Interviewanfrage wird beantwortet damit, dass der Angefragte „keine Veranlassung für ein Interview sieht.“ Die Grund für eine Veranlassung kommt also von ihm. Hallo? Herr Bultmann, nicht ich will Ihnen ein Interview geben, sondern umgekehrt, es ist nicht Ihre Anfage, die Sie zurücknehmen. In welchem Kulturmanager-Handbuch haben Sie das gelesen. 1.000 ganz legale Tricks, ein Interview nicht führen zu müssen.

Das ist der Laden, der groß von Transparenz spricht. Ein Begriff, den man dann wohl auch in die Tonne treten sollte bei den Öffentlich-Rechtlichen.

Angetrieben von:

Powered by Drupal