Zettelkasten

Markus Lanz hat den Größten

Boden der Tatsachen. Foto: Hufner

Heute morgen die Lektüre bei Stefan Niggemeier, den ich sonst immer im etwas Argwohn lese, ein Kommentar zu einer Sendung des ZDF in der „Moderator“ Lanz a lot Lanz ein „Gespräch“ führen tat mit Frau Wagenknecht.

Herauskommen konnte nichts anderes, als was man reintat. Die Zutat Lanz erweist sich als vergiftete Nummer. Und das führt mich zu einer recht eigenartigen Frage. Wie kann es sein, dass ein Volk von über 80 Millionen Einwohnern nur ganz bestimmte Personen hervorbringt, die auch noch dazu das öffentliche Leben des Journalismus bestimmen. Wenn man aktuell in das Fernsehen schaut, sieht man immer das gleiche Inventar von Obertrotteln. Sei es im Bereich der Comedians, sei es im Bereich der Talks. 

Und man fragt sich, warum ist es so und warum tut niemand was dagegen? Es kann doch nicht sein, dass es nur so wenige Hanseln gibt, so wenig Vielfalt. Oder hat das System? Natürlich gibt es im Bereich der (neuen) Musik zum Beispiel auch ein paar Hauptdarsteller, aber die Breite lässt sich einigermaßen sicher wahrnehmen. Und wird auch wahrgenommen.

Ich biete mich gerne an, die nächste Ausgabe von Lanz an Stelle von Lanz zu „moderieren“. Gerne zum gleichen Honorar.

Sagen wir es mal anders herum: Das Bild, was Lanz und Co zurückspiegeln im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist in keiner Weise dazu geeignet, das darzustellen, was auf gesellschaftlich, sozial, politisch etc. an- und vorliegt. Günter Anders hatte vor 50 Jahren mit seiner Antiquiertheit des Menschen schon recht.

Was waren das noch für Zeiten, als Kulturredakteure wie Alfred Andersch oder Helmut Heißenbüttel die Luft des Denkens im Rundfunk zirkulieren ließen. Und nicht die erste Maxime war, Show zu produzieren. Der Mut zur Anregung des Denkens wird Stück für Stück in diesem Fernsehen und Rundfunk abgebaut. Das ist wirklich Vergeudung von Volksvermögen mit den Gebühren von uns allen.

Kommentare

Wer in einen Kochtopf scheisst oder hineinspuckt, der wundere sich nicht, wenn das niemand fressen will! Alte Volksweisheit!

Kindern erzählt man die Geschichte vom Weihnachtsmann, Erwachsenen die Story vom Lieben Gott. Und die SED/PDS/ Linkspartei sekundierenden Teile der Medien möchten Wagenknecht als sinnfrei angegangene Interviewpartnerin erscheinen lassen.

Wagenknecht, der vergeblicher Klon einer Rosa Luxemburg, früher mit einem wegen Verbrechen eingeknasteten Hochstapler liiert, die ihr Image mit Lafontaine unsterblich werden lassen will - sie ist nur eines: UNERTRÄGLICH!

Populismus der pseudogutmenschlichen Sorte, im Namen einer Ideologie die auf den Schrotthaufen der Geschichte gehört: Kommunismus. Das Pendant des Faschismus sorgte für noch mehr Morde, Diktaturen und Unmenschlichkeit auf der Welt.

Klaren Geistes kann man nicht absondern mit was Wagenknecht verlocken will: Der Mär antikapitalischster Wonne, für die die Linkspartei stehen soll.

Nein, mit einer ideologiefreien, politischen Kraft, die die Demokratie in der Lage ist zu reformieren, hat die Linkspartei ebenso wenig zu tun wie ihr einstiges Schild und Schwert der Partei, die Stasi, humanistische Regungen zeigte.

Zur Talkshow: Jörges/Lanz haben der Pseudodame es nicht durchgehen lassen Nonsens zu verbreiten.

Für mich, B90-Gründungsmitglied, ist es unerträglich Wagenknecht im ÖR sehen zu müssen. Dann wäre es ebenso legitim eine optisch zurechtgeföhnte - Typ Leni Riefenstahl - aus der NPD als Gallionsfigur für sympathischen Rechtextremismus medial aufzubauen. Populismus der Extremisten hat im TV nichts zu suchen - oder muss sich scharfe, persönliche Kritik gefallen lassen! Niemand käme auf die Idee, Charakterlumpen der NPD im TV mit Samtschuhen anzufassen.

LEUTE: Medien versuchen sich und ihre Bedeutung selbst zu erschaffen. Das "Dschungelcamp" ist das Beste Beispiel dafür. Wer die Petition gegen Lanz unterzeichnet zeigt wes Geistes Kind er ist: Apologet einer ideologistischen Lobby, die Wagenknecht zur Lichtgestalt hochjubeln will.

Das mit dem B90 kann ich nicht ernst nehmen. Dazu passt der Wortlaut des Textes nicht, oder das Bild von B90 ist einigermaßen korrupt.

Was Sie nicht verstehen, ist, was verhandelt worden ist. Nicht die Person Wagenknecht steht hier in Rede, sondern das eigenartige Verhalten von Lanz und Jörges. Beiden, wenn es es denn zu Kritik hätten reifen lassen können, wäre ja kein Vorwurf zu machen. Aber so plump und in der Sache widersinnig kann man heute moderieren. Selbst Schuld, wenn man so wie die beiden versucht, aus dem Fenster sich zu lehnen.

Zu Petitionen dieser und anderer Art werden Sie bei mir keine positiven Stellungnahmen finden. Das ist in der Tat billiges Gehampel.Man muss es sehen, was es tatsächlich ist, eine bloße Meinungsäußerung. Es  hat sonst keine Bedeutung.

Ansonsten empfehle ich sehr, nicht alles durcheinanderzuwürfeln. Zumal nicht aus der Deckung der Anonymität. Das allein zeigt an, dass Sie kein B90-Gründungsmitglied sein können. Die haben alle immer Namen gehabt und standen dafür ein, was sie sagten oder schrieben.

Hui und ich dachte, wenn alle zu Wort kommen, nennt man das Demokratie. Vielleicht gehören die Grünen heutzutage zur weichgespülten politischen Mittelmasse, aber es wurde mir erzählt, dass das nicht immer so war...

Ja ich finde tatsächlich interessant was Sarah Wagenknecht beizutragen hat. Wir brauchen Menschen wie sie.
Menschen die sich über Alternativen Gedanken machen. Das kann man weder von der Großen Koalition noch den Grünen behaupten.
Mir kam es in der letzten Legislaturperiode so vor, als würden Grüne und SPD um die Wette die Gunst der CDU erbetteln um so bald wieder mit "Mutti" Hol-das-Stöckchen spielen zu dürfen. ich hoffe sie spricht demnächst der SPD und den Grünen ihr Vertrauen aus, dann finden wir vielleicht bald eine ausgeglichene Politik vor, da Rechts, Mitte und Links tatsächlich vertreten wären. Eine echte Demkratie...

Richtig - in der Demokrátie hat jeder das Recht sich für seinen Nächsten fremdzuschämen. Also auch das Recht zu entblöden. Und da Entblödung keine Einbahnstraße ist, gilt dies auch für populistisch vorgetragene Nettigkeiten einer Sarah Wagenknecht. Dieses Covergirl erreicht aber ihr Original nicht einmal im Ansatz. Es reicht eben nicht aus, mit dem erhobenen Zeigefinger in die Wunden unserer Gesellschaft stechen zu wollen. Wagenknecht ist einer Alice Schwarzer nicht unähnlich: Wertesysteme gelten immer für die Anderen oder die abstrakte Gesellschaft. Wagenknecht durfte also als EU-Abgeordnete ihrem damals schon wegen Verbrechen vorbestraften Ehemann im Flieger auf der Flucht begleiten - es hätte ja wegen ihrer Immunität klappen können. Und es ist eine lässliche Sünde, wenn diese Frau den Kommunismus und auch Stalin nicht nur gepredigt hat, sondern bis vor kurzem die Kommunistischen Plattform anführte. Nun also die Inkarnation die den Erfolg bringen soll: Dreamteam mit Lafontaine, Parteiführung, Bundestag. Männer geben den Verstand ab und betrachte die ins Rampenlicht der Medien gezerrte blutleere Fassade der Wagenknecht als flirtfähig. Man möchte aus ihr eine Antipode von Katzenberger & Co. für Intellektuelle stilisieren. Grausame Vorstellung!

Deswegen mal Butter bei die Fische: Was - mit Inbrunst gefragt - ist denn nun wirklich "interessant" an Wagenknecht? Vor allem: Wird dadurch die von ihr vertretene Ideologie interessant? Würde Faschismus wieder interessant in Deutschland, wenn er im netten Kleidchen und intellektuell vorgetragen wird? Jörg Haider war auf dem besten Wege dazu.

Und, mit Verlaub: B90 sind nicht die Grünen. Bei uns gab es weder Knallchargen wie den ausbildungslosen Fischer, noch den mit Pädophilie experimentierenden Cohn-Bendit und esoterisch durchgeknallte Allesgläubige, die auch die RAF schick fanden. Wir landeten im Knast der Stasi, weil wir an Demokratie glaubten; nicht weil wir Kommunismus wollten. Und wir sind weder zur heimlichen FDP mutiert, noch lassen wir uns von Rosstäuschern ein zweites Mal erklären, wie wissenschaftlich richtig, toll und unwiederlegbar die kommunistische Ideologie ist. Irrsinn erkennt man immer am Postulat des Wahrheitsmonpols. Ich dagegen habe keine Patentrezepte, engagiere mich für nur für eine lebhafte Demokratie. Und erliege dann leider doch der Versuchung, mich ab und an den übelsten Gallionsfiguren der SED/PDS/Linkspartei entgegen zu stellen.

Also, Diana, wähle doch was du willst. Aber wer seine Stimme abgibt, der bleibt stumm. Selber denken erweist sich noch immer als die bessere Alternative, statt Gefolgschaft dubioser Möchtegerns zu sein. Wagenknecht dagegen bleibt nur Knecht - auch wenn es anders wirken sollte . .

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