Zettelkasten

Social Media von hinten

Häufiger Fehler von Kritik, sie bedenkt nicht die Folgen, wenn sie nur eine Korrektur vorschlägt. Als Künstler weiß man es: Vieles hängt am seidenen Faden, mit einer Ausbesserung ist meistens niemandem geholfen. Man muss umbauen. Vielleicht ganz von vorne anfangen. Ein Fehler in der Sache lässt sich beheben, so wie in der Orthographie. Nicht aber ein Fehler an sich.

Social Media habe also viele Nachteile offenbart. Die Sache stimmt aber nicht. In zwei Richtungen stimmt sie nicht.

  • Nicht Social Media tut etwas, es tun die Menschen, die sich darin ausdrücken.
  • Und anders herum: Nähme man Social Media ganz weg, schließe also YouTube, Twitter und Facebook, so wäre das Informationsangebot der offiziellen Medien einzige Quelle für Informationen. Und wer sagt, dass deren Informationen besser wären.

Qualitätsjournalismus gibt es nicht. Es gibt nur Journalismus, guten und schlechten.Seine Leistungsfähigkeit ist nicht an ein Medium gebunden.

Früher nannte man die Technik des sich in die Wahrnehmungschiebens "Aufmerksamkeitsökonomie". Das ist es nicht. Es geht dabei im bequemen westlichen Sessel um die Existenz selbst. Bis in die Negativität hinein, bis in den Nihilismus, der manche Menschen erst wahrnehmbar macht. In einer nihilistischen Welt mag das absurd erscheinen. Doch genau das funktioniert - und zwar nur hier.

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