Zettelkasten

Variation über einen Satz von Niels Bohr

Muscheln unter Muscheln. Foto: Hufner

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Dieser, dem Physiker Niels Bohr zugeschriebene Satz, wirkt auf den ersten Blick hin plausibel, insbesondere, weil darin der Witz zwischen Prognose und Zukunft recht eigenwillig verstört. Ein gedanklicher Querstand.

Dabei stimmt er nachdenklich. Denn Prognosen sind noch schwieriger, wenn sie die Vergangenheit betreffen. Wer denkt, dass das was war, eine faktische Wahrheit bedeutet, der sieht allein an der historischen Arbeit, dass die Meinungen und Prognosen in dieser Hinsicht durchaus weit auseinander gehen können und für gewöhnlich dies auch tun. Das ist die eine Seite.

Das zweite Problem ist aber, dass die Vergangenheit vergangen ist, die Zukunft aber noch nicht. Ob eine Prognose eintritt oder nicht, kann damit mindestens prinzipiell mitbestimmt werden. Die Vergangenheit dagegen ist abgeschlossen. Auch wenn sie nicht endgültig aufschließbar ist.

Und etwas Drittes: Prognosen sind eigentlich nie schwierig sondern eher grundsätzlich sehr einfach. Schwierig ist höchstens die Prognose als plausibel zu erklären. Meine Prognose: „In 10 Jahr ist das Internet abgebrannt“.

Kommentare

Oder wie es ein Spruch, der vor einiger Zeit durch die sozialen Netze geisterte, ausdrückt:

"Die Zukunft vorauszusagen ist einfach; schwer ist nur, damit Recht zu behalten."

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