22. Februar 2024 Die Masse lebt

Präsidentin Grün stabil / Musikautorinnenpreis / Datensparsamkeit / Vom Duschen

Die Präsidentin der Hochschule für Musik und Theater München bügelt ein Ansinnen über eine Wagner-Veranstaltung von Dieter Borchmeyer (ehemals ein total wichtiger Dings in der Kulturwelt Münchens und seiner Vororte) mit den Worten ab:

“Außerdem möchte und kann ich nicht verschweigen, dass Ihre öffentliche persönliche Positionierung zugunsten des ehemaligen Präsidenten der HMTM, Dr. Siegfried Mauser, ebenfalls in unsere Entscheidung grundlegend eingeflossen ist”, heißt es da. [Also im Beitrag von Robert Braunmüller in der Abendzeitung München.]

Und sie bestand auf einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Werk Richard Wagners in dem Hochschulgebäude, das ehemals als „Führerbau“ (schreibt man das korrekterweise eigentlich in Anführerzeichen?) gedient hatte mit der bemerkenswerten Klarheit:

Eine Festveranstaltung zu Wagner sei in der Arcisstraße 12 nur möglich, wenn sie mit “einer ausdrücklich kritischen Auseinandersetzung mit dem Komponisten” und seiner Wirkungsgeschichte einhergehe.” [Quelle wie oben.]

Das nenne ich Position beziehen, nicht herumbeschwichtigen. Erhofft hatte ich nichts anderes. Die Bestätigung ist gut.

Musikautorinnenpreis 2024 & ein Kunstschrei

Heute abend ist Verleihung des GEMA-Musikautor:innenpreises in Berlin. Bis 2019 ein fester Termin für mich seit der ersten Ausgabe. Irgendwann wechselte ich dann vom Presseraum als Gast in den Festsaal. Das war einerseits schön, andererseits – you know – muss man sich anziehen und ist als Journalist sofort korrumpiert. Immerhin hatte ich die Ehre, mit David Moss an einem Tisch zu sitzen oder mit Dieter Schnebel.

In diesem Jahr finde ich die Veranstaltung ohnehin nur mäßig spannend. 2019 war krass, weil da das Thema „EU-Richtlinie zum Urheberrechts im digitalen Binnenmarkt“ alle Leute beschäftigte – Tod des gesamten Internets inklusive. Was mittlerweile sich gut geändert hat: der Preis heißt ohne alle Probleme Musikautorinnenpreis.

An 12. Oktober habe ich bei Saturn online eine Ausgabe der CD-Serie Avantgarde der Deutschen Grammophon bestellt. Weil gut. 21 CDs für 99,99 Euro. Nur bei Saturn stand diese Produkt, das erst seit August überhaupt wieder auf dem Markt wiederaufgelegt wurde, zur Verfügung. Am 25. Oktober erklärte man mir, dass man Probleme habe, diese Box auszuliefern und dass ich den Kauf stornieren könne und das Geld zurückbekäme. Ich müsse nur Bescheid sagen. Habe ich und mit der erwähnten Mail zurückgeschrieben. Da steht im Sujekt alles drin. Aber jetzt braucht man doch noch Vorgangsnummer oder Bestellnummer. Immerhin im Moment geht alles im Minutentakt. Aber ich sehe da Optimierungsbedarf. Aber im Endeffekt hat es wirklich weniger als 90 Minuten gedauert – und das nach 18 Uhr. 20:07 hatte ich das Geld zurück.

Datenverschwendung

Den gibt es auch im Bewerbungsbereich, wo Institutionen bei gestandenen Master-Abschlüssen immer noch mal das Abiturzeugnis benötigen. Weil?

Oder beim Mozarteum in Salzburg soll man Fragen zu den Eltern beantworten, schreibt jemand auf Facebook.

Formulare.
Formulare

Weil? Es gibt da die Möglchkeit “unbekannt” anzugeben, doch kann man sicher sein, ob das nicht in die Bewertung der Bewerbung miteinfließt? Eben. Und was ist mit Datensparsamkeit.

Besser ist da der Ablauf der Bewerbung zum Redakteur bei den Field Notes von der inm Berlin. Die wollen nur einen Lebenslauf und ein Anschreiben. Ansonsten sind alle Menschen erwünscht.

Wir wertschätzen Diversität und begrüßen daher alle Bewerbungen – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion / Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität.

Interessant ist diese Aufzählung insofern doch wieder, weil sie zeigt, auf was man nicht achten möchte. Es ist erstaunlich, weil ich auch nie gedacht hätte, dass das je eine Rolle spielen sollte, sondern die Qualifikation. Ob jemand Veganer, Raucher oder ob eine(r) Mundgeruch hat, danach wird nicht gefragt. Dabei spielt das gelegentlich eine besondere Rolle. Mein erste Chef im Beruf fragte mich nach einigen Tagen einmal, ob ich denn gar nicht dusche? Eine eigenartige Frage, hatte ich doch die drei Jahre davor in Berlin eben ohne ein Badezimmer im Hinterhof, Parterre aber mit Innentoilette tatsächlich nie geduscht. Wie auch immer. Von da an habe ich morgens für ein friedliches Miteianander im Verlag geduscht. Und irgendwann mir auch nach drei Monaten ein Jackett zugelegt – nur für den Fall … Abgerissene oder knieoffene Jeans konnte und durfte ich damals allerdings noch tragen. Man wollte ja meinen Kopf!

In der HörBar gehört

TON meets Sarah Davachi

TON meets Sarah Davachi
TON meets Sarah Davachi

… so entsteht hier ein in sich mimetisch verschlungenes neues Ganzes. Das  modelliert sich zu einem langen Klangband in deren tönenden DNA der Orgelklang nie verschwindet, aber nicht mehr die alleinige Aufmerksamkeit an sich bindet. Der Raum der Kunst-Station St. Peter in Köln spielt dabei mit. …
–> Zur ganzen Rezension

 


Und sonst so?



Facebook austräumen


Vor zwei Jahren

Natur ahmt Kunst nach. Hier Böcklin.

Vor drei Jahren

Blick ins Zimmer. Morgens. Gefühlt.

Blick ins Zimmer. Morgens. Gefühlt.
Blick ins Zimmer. Morgens. Gefühlt.

Vor sechs Jahren

Habe heute Nacht geträumt, ich wäre Mitglied der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag. Allerdings auf dem linken Flügel mit emazipatorischem Anspruch. Die Kolleginnen und Kollegen der anderen Fraktion haben mich geschnitten, zwischen die Kolleginnen und Kollegen der eigenen Fraktion herrscht pures Misstrauen untereinander. Auch bei Bernd Höcke (den ich da wohl ebenso hineinbeträumt habe) – man hat nicht miteinander geredet sondern sich nur argwöhnisch beäugt.
Man fühlt sich da also total einsam. Dennoch habe ich die Aktion gestartet, zu einer bestimmten Abstimmung, dass wir von der AfD komplett im Sarotti-Mohr-Kostüm erscheinen. Mit Turbanen, Pluderhosen und Säbeln.
Das kam irgendwie komisch rüber. Wie auch immer: Sah mich ein bisschen als Kuckuck im Nest und dachte über die Mitglieder der anderen Fraktionen. Ihr solltet mich nicht schneiden, ich bin doch auf Eurer Seite.
Eigenartig. Nix mit: Wachte schweißgebadet auf oder so.

Zeitungen. Foto: Hufner
Zeitungen. Foto: Hufner

Vor 13 Jahren
Die Bestie von Kleinmachnow.

 

 

 

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