Überkopf an der ehemaligen Hauptwache Regensburg

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Die Ecke Kaufhof vor dem Neupfarrplatz mit Niveauunterschied, abends, wenn die Skater gerne skaten mit Musik dabei. Im Kaufhof drin selbst, bzw. wurde der darum gebaut, um die Fassade der ehemaligen Hauptwache von 1818/1875. Ganz klar ist mir der Zusammenhang dennoch nicht. Sie die Skater von heute etwa die Wachhabenden von morgen?

Einer von denen, wenn man genau hinsieht, fliegt gerade kopfüber durch die Luft. Weitere Ansicht des Gebäudes:

<%image(20050321-altewache.JPG|500|375|Alte Wache in Regensburg)%>

Und hier noch das Schwebe-Detail:

<%image(20050321-kopfueber.JPG|500|431|Kopfüber vor der Alten Wache)%>
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Ich habe genug

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Es fällt mir schwer, das, was gestern in Kiel stattfand, nicht auch mit einem dicken Rest der Schadenfreude wahrzunehmen. Noch in Erinnerung ist mir das „Siegeslächeln“ nach den Hochrechnungen. So wie damals, als der Kanzler Stoiber kurz vor knapp sein Gesicht plötzlich zusammenklappen musste. Man könnte geradezu dazu verleitet sein, die Vorgänge von gestern als einen Sieg der parlamentarischen Demokratie aufzufassen. Zwischen Fraktionszwang, zwischen politischem Auftrag und der Verpflichtung nur gegenüber sich selbst.

Über all das könnte man sich einerseits freuen, man mag Frau Simonis bedauern? Aber warum sollte man das, wo ansonsten die politischen Entscheidungsträger selten etwas bedauern, wenn es Personen ohne Mandat angeht. Wen interessiert da ein 55jähriger ALGII-Empfänger, wen interessiert das, was sich als Wirtschaftsterrorismus längst breit gemacht hat.

Als Kind war mir schlicht unbegreiflich, dass es überhaupt Parteien gibt, die Wahlsiege wollen. Ich war naiv genug zu glauben, ein Politiker müsste nur das Beste wollen und was das Beste ist, das müsse sich doch kommunizieren lassen, dafür muss es doch Gründe geben, gute Gründe, oder bessere Gründe. Gewinnen sollte doch eigentlich der, der den anderen von der Richtigkeit seiner Vorschläge überzeugen könne. Über die Wahrheit oder etwas einfacher über das Gute oder Richtige könne man doch nicht abstimmen; das zeigt sich.

Deshalb hält sich andererseits die Schadenfreude in Grenzen, zeigt sie doch zugleich die eigene Weltfremdheit auf dem Parkett der Entscheidungen. Ich weiß, nicht erst seit heute, bei politischen Entscheidungen geht es nicht um Politik oder um die Entwicklung der Polis, des gesellschaftlichen Lebens. Es ist irgendwie zu Sport geworden.

„Rein politisch“ gesehen geschah gestern nichts Besonderes. Es gesah eigentlich nichts Politisches. Nur mal so zum Spaß, ein CDU-Heini hätte Frau Simonis dann doch zu ihrer Wiederwahl verholfen — und sei es nur aus Menschenliebe, weil sie sonst so traurig gewesen ist, aus Mitleid — was hätte das bedeutet für Zukunft. Die Minderheitenregierung wäre doch entscheidungsunfähig geblieben für die Zukunft. Es wäre geworden ein Schrecken ohne Ende. Vielleicht dies, vielleicht das. Es war einfach ein Wahl, bzw. eine Nichtwahl. Eine Wahl ist keine Politik. Es ist ein Mittel, kein Zweck.

Musikalisch hat meinen Gemütszustand übrigens Joseph Haydn einmal sehr schön in einem Varationensatz über das Thema „Gott erhalt’ uns Franz, den Kaiser“ entwickelt. Am Ende, der letzten Variation, steht eine ganz zurückgenommene Variation, die sich noch einmal aufschwingt, dann aber doch nicht zu sehr positiv gestimmt ausklingt. Ein Musik der Ratlosigkeit und der Zurücknahme. Eine Musik, die nicht mehr auftrumpfen möchte. Sie will gerade zu Beginn der Variation gar nichts wollen. Bescheidenheit! Sie findet sich zurück zur Bescheidenheit. (MP3 – knapp 800 kB) Und so etwas nenne ich wirklich eine patriotische Musik.
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Terror 2005

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Quirinus brachte mich zurück, Hella schrieb ausgezeichnet, Pepa berichtet aus dem Leben des Sohnes. Es geht um nur eines einerseits: den zweiten Tod der Toten und andererseits um den Tod der Lebenden.

Ich will es kurz machen, die Frage zwischen Vergleich und Singularität angesichts des Holocaust, und damit also die Einbindung in die Gegenwart der je einzelnen Menschen ist kein Problem, das die Philosophie oder die Soziologie lösen kann. Zur Erinnerung, Hella schrieb unter anderem in ihrem nachdenklichen Text „Demokraten, unberaten – Der Antifaschismus entlässt seine Kinder“:
Wozu aber sollen sich Schüler immer wieder mit Ereignissen beschäftigen, die mittlerweile 60 Jahre zurückliegen und aus denen sie nichts lernen können, solange es ihnen nicht gestattet ist, sie mit gegenwärtigen Ereignissen oder Tendenzen zu vergleichen?
Und zur Mentalität, die sich da breit macht:
Zwischen einem Irren wie Roland Freisler, so glauben die meisten, und einem Vater, einem Lehrer oder Chef, der einen »Untergebenen« anschreit, in die Enge zu treiben versucht und dies gar vor anderen tut, bestehe keinerlei Gemeinsamkeit: ist der Vater, Lehrer oder Chef doch kein Nazi und damit kein Vollstrecker einer Diktatur, sondern »nur« einer von vielen ganz normalen Spinnern. Und diese Spinner muß man halt so nehmen, wie sie sind.
Denn, wenn man Nazizeit und Holocaust gleichsetzt, die Singularität des Holocaust rückwärts gerechnet also als Singularität des anderen nimmt, dann verstellt man den Blick auf die aktuelle Situation. Das ist richtig beobachtet, wenn ich es richtig verstanden habe.

Mich trieben kürzlich ähnliche Gedanken an als ich einen Cluster für die neue musikzeitung verfasste. Antrieb war ein Passus in Adornos Text „Erziehung nach Auschwitz“ in dem er die Frage stellte, wie sich so etwas „inmitten von einigermaßen gesitteten und harmlosen Menschen“ abspielen konnte. Und das ist eine Frage, die man eben stellen muss, gerade auch heute, wo man das Ende nicht kennen kann.

Terror 2005

Es gibt Gegenden in Deutschland, wo eine neue „braune Kultur“ ganz auf der Oberfläche der Gesellschaft in Erscheinung tritt. Darüber kann man in letzter Zeit in den „Politiker-Analysen“ genug und viel sich ärgern. Die Arbeitslosigkeit, die mache das aus uns. So einfach kann man es sich machen und ablenken davon, was sich „inmitten von einigermaßen gesitteten und harmlosen Menschen“, wie sie Theodor W. Adorno nannte, abspielt.

Ein paar Beispiele: Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat einen anonymen Denunziationsserver (im Internet) eingerichtet, der Verleumdungen sozusagen unter Staatsschutz ermöglicht. Mobbing unter Schülern ist zu einer erfolgreichen Methode der Durchsetzung ebenso geworden wie das Kuschen von Mitschülern und das häufige Kapitulieren der Erzieher in diesen Situationen. Knappe Ressourcen im medizinischen Sektor fordern geradezu nachhaltig unethische Verhaltensweisen nach dem Motto: „Wenn du das nicht machst, macht es eben ein anderer!“ Die letzte Umsetzung einer EU-Richlinie zur Telekommunikationsüberwachung und Vorratsspeicherung von Daten macht uns alle zu gläsernen potenziellen Verbrechern am Staat. Hohe deutsche Regierungspolitiker aus der 68er- und 70er-Generation setzen damit ihr Türaushängungsgebot in die Praxis um. Rundfunkräte degradieren sich selbst zu Abnickorgangen von Programmdirektoren und Intendanten und ignorieren letzte Reste bürgerschaftlicher Kritik. Und Rundfunkintendanten geben nichts auf Begriffe wie Kultur- oder Bildungsauftrag, orientieren sich lieber an Mediaanalysen. Deutsche Banken und andere Großkonzerne sind endgültig desinteressiert an Menschen. Aufmucker und Kritiker werden unter den gegenwärtigen Marktbedingungen einfach geschnitten, dazu bedarf es weder Entlassungen noch Abmahnungen. „Entweder du unterlässt deine Kritik, oder du bist raus, und niemanden wird das interessieren“, hört man immer häufiger. Der alte Staatszensor des 19. Jahrhunderts sitzt längst inmitten von uns selbst.

Ich muss mal persönlich werden. Als ich ein Kind war, in den 70er-Jahren, war es mir schlichtweg unbgreiflich, wie sich der Nationalsozialismus in Deutschland etablieren und durchsetzen konnte. Ich fragte mich: „Wie konnten sich Menschen das gefallen lassen?“ Heute bangt es mir weniger vor dem Nationalsozialismus, aber vor einem neuen Terror, denn die Bedingungen für eine neue allgemeine Selbstzerstörung der Gesellschaft haben sich nicht verändert. Adorno hat diese Bedingungen in seinem Text „Erziehung nach Auschwitz“ sehr genau beschrieben: „Unfähigkeit zur Identifikation war fraglos die wichtigste psychologische Bedingung dafür, dass so etwas wie Auschwitz sich inmitten von einigermaßen gesitteten und harmlosen Menschen hat abspielen können. Was man so »Mitläufertum« nennt, war primär Geschäftsinteresse: dass man seinen eigenen Vorteil vor allem anderen wahrnimmt und, um nur ja nicht sich zu gefährden, sich nicht den Mund verbrennt. Das ist ein allgemeines Gesetz des Bestehenden.“ Wenn nicht alle einzelnen Phänomene täuschen, dann sind wir auf dem besten Weg, was Adorno in der Vergangenheit ausmachte: „Die Kälte der gesellschaftlichen Monade, des isolierten Konkurrenten, war als Indifferenz gegen das Schicksal der anderen die Voraussetzung dafür, dass nur ganz wenige sich regten. Das wissen die Folterknechte; auch darauf machen sie stets erneut die Probe.“

Martin Hufner

Erschienen in: neue musikzeitung 3/2005
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Update auf Nucleus 3.2

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So, nun geschafft. Ein kleineres Update der hier eingesetzten Nucleus-Software. Probleme bitte an mich oder hier im Kommentar. Dieses Mal wäre es auch fast glatt gegangen, anders beim letzten Update. Irgendwie musste ich da dann ein paar Zeilen des Codes auskommentieren. Brillant ist bei Nucleus weiterhin per Plugin die Abwehr von Comment-Spam oder Comment-Referrern. Noch geht das alles ohne Captcha-Plugin. Hoffentlich bleibt das so. Ein herzlicher Dank geht an Nucleus und an die Entwickler.…

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Unscharf

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Unscharf mit dem ICE über die Elbe bei Wittenberg / Lutherstadt.

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Wobei, die Fensterscheibe vor mir ist ziemlich scharf. Ach, und das erinnert mich an den Text des Glückskekses von heute:
Machen Sie einen hervorragenden Eindruck und erreichen Sie damit alles, was Sie wollen.
Grübel.
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Der Kanzler spricht

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Zweitens, was die Frage der so genannten Abgaben auf PCs und anderes angeht: Dabei geht es nicht um Abgaben, sondern – ich habe mich nach unserem Gespräch am Montag, lieber Herr Berchtold, natürlich genau informieren lassen – es geht um die Frage, wie wir angesichts technischen Fortschritts eigentlich mit dem klassischen Urheberrecht umgehen. Der Forderung, die Sie gestellt haben, dass wir in Deutschland keine schlechteren Regeln schaffen sollen, als sie in Europa gelten, wollen wir nachkommen. Ich kann Ihnen angesichts der Komplexität des Themas – ich habe mich heute sehr intensiv damit beschäftigt – einfach nur anbieten: Ich will mich gerne an der Debatte beteiligen. Die Justizministern werde ich dazu einladen, und der Verband und wir werden eine vernünftige Lösung finden, die sicherstellt, dass die Wettbewerbsbedingungen in Deutschland – verglichen mit anderen europäischen Ländern – nicht schlechter sind, die – das muss ich jetzt in aller Klarheit sagen – aber auch deutlich machen, dass es ein Urheberrecht gibt und dass es ein Recht auf geistiges Eigentum ist, dessen Nutzung auch honoriert werden muss. Ich glaube, dagegen lässt sich vernünftigerweise auch nichts einwenden. Es geht also nicht um das Prinzip, sondern es geht darum, wie dieses Prinzip so umgesetzt wird, dass der Industrie in Deutschland – es ist aber nicht nur die deutsche – keine Wettbewerbsnachteile entstehen.

Quelle: Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnet die CeBIT
Ich fühle mich zu schwach, das zu kommentieren.

Aber der Kanzler bezieht sich wohl auf folgenden Passus im Vortrag des Bitkom-Chefs Berchtold, den er anlässlich der Jahres-Pressekonferenz seines Verbandes gemacht hat:
Durch die Novellierung des Urheberrechtsgesetzes will die Bundesregierung neue Urheberabgaben für den gesamten digitalen Bereich einführen. Wir reden hier über eine zusätzliche Belastung von 300 bis 500 Millionen Euro pro Jahr. Fast jedes neue Produkt, das wir auf den Markt bringen, würde künftig zunächst einmal daraufhin überprüft, ob man hier nicht eine Abgabe draufpacken könnte. Für das Internet würde hier eine gigantische Umverteilungsmaschine installiert, von der heute noch niemand weiß, wie sie funktionieren soll. Denn im Internet ist faktisch jeder gleichzeitig Autor und Konsument. In keinem anderen Land der Welt ist ein vergleichbares Abgabenregime geplant.

Quelle: Vortrag Berchtold (pdf)
Das mit den Schutzfristen, den Abgaben etc. – tja, das sehen sie eben alle anders. Auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes der phonographischen Wirtschaft zielt man, was die Rechte angeht, zum Beispiel auf eine Verlängerung der Schutzfristen, so jedenfalls sagte es deren Chef Gerd Gebhardt.
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