Zeitalter, das unser Leben frikassiert – Friedell 1928

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„Im Gegensatz zur späteren Zeit, war die bürgerliche Durchschnittsfrau damals meist tätiger als der Mann, dafür aber an geistigen Dingen fast uninteressiert, während dieser, infolge der vielen freien Zeit, die ihm zur Verfügung stand, allen Fragen der Bildung eine weit höhere Anteilnahme entgegenzubringen vermochte als heutzutage. Und dazu kam noch der relative Mangel an Ablenkungen und Zerstreuungen, an Lärm jeglicher Art, von dem unser ganzes heutiges Dasein bis in die Stunden der Erholung hinein…

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Menschen als Zweck oder Mittel

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"Bildung wird man heute, da sich jeder gebildet vorkommt und keiner recht weiß, was sie ist, im Ermangelung eines verpflichtenden Bildungsideals, ironisch abtun. Wenn aber Menschlichkeit eine Haltung und Aufgabe sein soll, die im Klima der industriellen Superlative des Catch-as-catch-can schlecht gedeiht, weil sie kein Bild mehr hat, an dem sie sich orientiert, weder ein christliches noch ein profanes, weder ein religiös fundiertes noch ein ästhetisches, wird sie sich nur durch die Weckung und…

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Piraten adé – Zukunft statt Piraten …

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Manchmal ärgert man sich, dass man nicht in eine Partei eingetreten ist, weil man dann auch nicht austreten kann. Was sich die Piraten in Bonn jetzt probieren, ist affig. Sie wählen die falschen Mittel für den falschen Zweck. Ein Bürgerbegehren zur Abschaffung der Oper dort? [Link obsolet: Facebook-Seite dazu gibt es nicht mehr.] Gehts noch. Geht es hier um Leben oder Tod etwa. Oder um Bevormundung und Gängelung? Es geht nicht einmal um eine…

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Adornos Butler

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Der Preis ist durch. Er hat Schaden hinterlassen. Der Streit um den diesjährigen Adorno-Preis ist ziemlich unlustig. Man muss den Eindruck gewinnen, dass wohl einfach wenig Information viel gestreut wurde. Der Aufstand des Generalsekretärs des Zentralrat der Juden in Deutschland bequemt sich aus Judith Butler einen philosophischen Dämon zu machen, weil diese irgendwann mal irgendwas zu Hamas und Hisbollah gesagt hat. Wie öde und wie uninteressant. Ich will nicht im Detail erklären müssen, dass…

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Max und Peter :: Bewusstseinserheiternde Drogen

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Diskussionen, die ins Nichts führen, weil sie zu nichts führen - Provokationen alter Männer unter Zuhilfenahme von hilflosen Hilfspsychosophen - Moral von der Geschicht: Mit logischer Gedankenführung kommt man weiter nicht - Wertehuberei ist stärker als Geist - Ich beantrage hilfsweise: Man sende etwas heiligen Geist oder nötigenfalls bewusstseinserheiternde Drogen - wenns ganz dicke kommt, Wasser aus Lourdes (geweiht noch besser). Heute auf Facebook eine Art Denial-of-Thinking-Attac (DoTA) anläßlich einer Diskussion um das Strafrecht…

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Die Rede ins Leere

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Langsam wird mir immer klarer, dass die ganze Medientheorie gar nicht weitergekommen ist. Es ist nichts passiert. Die alte Rede des Übergangs der Medien von einem Distributions- zu einem Kommunikationsapparat ist rein ein technischer Prozess gewesen, der allein formal erfolgte. Die Sprache rauscht mehr denn je an den Beteiligten der Medien vorbei. Das Aneinandervorbeireden ist geradezu zum Standard geworden. Verbunden mit der wachsenden Eitelkeit derer, die sich jetzt als Sender verstehen. Rein historisch lässt…

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Starkes Urheberrecht – schwacher Schutz

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Der Deutsche Kulturrat will in Sachen Urheberrecht eine gute Figur machen. Kultur lebt ja auch von vielen Urhebern. Aber wovon leben die Urheber: Von der Kultur ihrer Vertreter? Das kann es wohl nicht sein. Sonst wären die Urheber noch ärmer. Ein trauriges Kapitel kultureller Autokannibalisierung. Viele meinen es mit den Urhebern gut. Sagen sie jedenfalls. Deshalb unternehmen sie es, sich für Urheberrechte stark zu machen. Zum Beispiel der Deutsche Kulturrat. Der will Zeichen setzen…

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Sabotage der Kultur

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Es ist sicher nicht ganz falsch, wenn man sich ab und zu einem älteren Buch zuwendet. Mittelmaß und Wahn von Hans Magnus Enzensberger ist so ein altes Buch, das einem da in die Hände fallen kann. Gleich im ersten Essay über Ignoranz gibt es bemerkenswerte Beobachtungen der Zeit (vor dem Internet). Erstaunlich ist es auch deshalb, weil damals die Diagnose auf die Unbeherrschbarbeit der Vielfalt von Wissen eingegangen worden ist. Jedes Wissen wird potentiell,…

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