Von allen Seiten ist die Kultur und die Vernunft durch Angriffe bedroht. Manchmal auch in der Sache zurecht.
Oder anders: So Orte auf der Strecke, die ich hoffentlich das letzte Mal gesehen habe. Solarstrombeheizte Karpfenteiche hinter Ansbach. Farbmotive auf Häusern, die nachweisen, dass der Malermeister auch (k)ein Kenner der Mengenlehre gewesen sein dürfte. Dazwischen baden Enten in Golfplatzbunkern. Leere, graue Landschaft, strukturiert durch Betonwerk und Nordic Walkerinnen. Selbst der Sonne graut es. Hie und da mäandert ein Flüsschen neben seinem putzigen Kanal, als hätte sich die Natur einen Spaß machen wollen. Wahnsinn der Typografie im Stadtbild. Bestimmt gab es da…
Wie ist beim aktuellen Innenminister Alexander Dobrindt innen aussieht, möchte man sich vielleicht gar nicht vorstellen. Denn dass es zumindest in der Birne vor allem dunkel ist, beziehungsweise die Kammer, die fürs Denken zuständig ist, möglicherweise überhaupt nicht existiert, ist jedoch eine wahrscheinliche Annahme. Gegenüber der Expertise von Wissenschaftlern, die sich evaluierend zu den Auswirkungen des Cannabis-Gesetzes in einem Bericht geäußert haben, meldet die tagesschau (ich habe die Bilder dazu gestern gesehen): Ihr Bericht gibt nichts von der Kritik des Innenministers wieder.…
Wer wissen will, wie die WELT funktioniert, muss nur einen der letzten Texte von Elmar K. lesen. Unter der irren Überschrift „Ein Grund zur Flucht aus Deutschland bleibt erhalten“ nimmt er sich die gescheiterte GEMA-Kulturreform vor.
Die GEMA-Kulturform 2026 steht in der Kritik. Dazu hat Fibi vom Brandenburgischen Canidischen Rundfunk folgende Meinung. Weitere Artikel der kritischen Masse zum Thema GEMA-Kulturreform.
Die Sache ist ebenso verfahren wie die Sache mit Weimer. Die GEMA-Reform 2026 zerreibt Nerven und lang gewachsenen Strukturen, die ja nicht immer nur schlecht sein müssen. Es ist ja absolut unstrittig unter Langerfahrenen Beobachtern der GEMA, dass die Ideen der aktuellen Reformbemühungen nicht aus Gründen der Kulturliebe geschehen, wäre es so, würde man sich Mühe geben, zu den bekannten Fördermaßnahmen, weitere aufzusatteln. Was aber passiert: Man zerstört bewährte institutionelle Strukturen unter dem Deckmantel, endlich das Schema von U- und E-Musik aufzulösen.…
… das haben die ganzen Jahr zuvor gezeigt. Aber es gibt immer noch Ungereimheiten. Wenn Weimer sagt, es seien Fachbeamte gewesen, die den Überprüfungsvorgang beim Verfassungsschutz nach dem Haber-Verfahren in der Sache Buchhandlungspreis in Gang gesetzt haben, wäre es doch auch interessant, zu wissen, seit wann diese Fachbeamten (Namen brauche ich keine) in diesem Bundeskulturministerium arbeiten. Und woher diese ihre Vermutungen genau her haben. Sind die alle 118 Buchhandlungen, die Preise bekommen haben, abgelaufen. Sozusagen als Nachjury? Und was ist eigentlich mit…
Wenn man denkt, es ist schon alles gesagt in der Affäre zum Buchhandlungspreis des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, so irrt man sich. Wer sagt ihm, dass es absolut tödlich enden kann, wenn man im Sumpf oder im Treibsand zu heftig mit den Beinen stampelt, um sich mit dem Kopf an der frischen Luft zu halten? In Schreiben an die drei Buchhandlungen hatte es fälschlich geheißen, die Jury habe sie nicht für die Auszeichnung ausgewählt. Weimers Veto wurde…
Stöckchen, ich muss mal hopsen. Der Timothée Chalamet soll gesagt haben „Dinge, bei denen man sagt, 'Hey, erhaltet diese Sache am Leben, obwohl sich niemand mehr dafür interessiert'“ (Quelle) Ich verstehe die Aufregung nicht. Er sagt, dass man die Sache am Leben erhalten soll, obwohl sich niemand dafür interessiere (so seine Sicht). Das ist doch sympathisch! Und zwar wie, egal, ob die Beobachtung stimmt oder nicht. Sie stimmt natürlich nicht, die Bayerische Staatsoper kann sich gar nicht vor Interesse schützen: 99 Prozent…
Die GEMA reagiert gereizt auf den Offenen Brief der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen. Georg Oeller antwortet in einem Brief an diese Institution und wirft ihr vor: „Zunächst bedauern wir, dass Sie ein klares Bekenntnis zu musikalischer Vielfalt vermissen lassen und die Öffnung der Förderung für alle förderungswürdigen Genres nicht unterstützen.“ Noch hochnäsiger wird es nicht? Doch, es gibt noch viel zu belehren – der Weimer-Moment ist nahe: „Die Musikhochschulen selbst haben sich in ihren Studienprogrammen und -richtlinien längst verpflichtet, Musik in ihrer…
Es ist ja nicht das erste Mal und nicht allein Berlin: Aber es sieht tatsächlich so aus, als sei eine zuverlässige Förderung von Kunst und Kultur in wesentlichen Teilen nur noch in der zweiten Jahreshälfte möglich, weil erst die Kulturverwaltungen selbst nicht wissen, was sie ausgeben können und an wen und unter welchen Maßgaben. Förderungskaugummis Jetzt hat das Xjazz-Festival in Berlin das Handtuch geworfen. Bisher fand es immer in der ersten Jahreshälfte statt. Wegen der Haushaltsprobleme hat man nun erwogen, es zu…