Albrecht Dümling: Musik hat ihren Wert

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In letzter Zeit – unter den Bedingungen und neuen Aufgaben und Problemen, die sich durch Ausweitung des Konzertlebens und der medialen Verfügbarkeit von Musik kennzeichnen lässt – steht die Wahrung kreativer Leistungen verstärkt auf dem Programm. Allgemein scheint sich eine Bewegung abzuzeichnen, kompositorische Leistungen nicht mehr so gerne in Geldwerte umsetzen zu lassen. Das gilt vielen als bildungsfeindlich und daraus wird gerne die Forderung gezogen, das Musik umsonst zu sein habe. Da lohnt sich…

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Transporter: Glaze

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Transporter GlazeInsbesondere für Freunde von Rhodes und Vibraphon, die sich zugleich auf den Wogen ausgeruhter und enervierender Rhythmen fortbewegen wollen, dürfte dieses Album von Interesse sein. Club-Kultur und Jazz sind ja keine Feinde, doch so richtige Freundschaft scheint immer beide Seiten zu beschädigen oder zu beleidigen. Denn der Zaubervirtuose aus dem Jazz muss hineingewürgt werden in ein bestenfalls electronic-knarzenden und -fiependen Brei, dem dann noch eine gesampelte Miles-Trompete übergestülpt wird.
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Kool Ade Acid Test: Geraldine Penny

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Very Kool!Nicht das, was man unter solch einem Bandnamen vermutet, aber auch nicht komplett was anderes. Die Truppe, die sich unter dem Namen „Kool Ade Acid Test“ zusammen gefunden hat, stammt topographisch und musikalisch aus verschiedenen Welten unter der Schirmherrschaft von Steven Gaeta (einstens „Universal Congress Of“). Heraus gekommen ist eine dufte CD, deren Stilistik schwerlich zu fassen ist. Am ehesten erinnert das an Sgt. Pepper‘s Heart Club Band, die sich mit „Beck“ und einem Mannheimer-Südstaaten-Brass-Band-Klabum gegenkreuzt.
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e.s.t.: Seven days of falling

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Postpopbop!Musik zwischen verzweifelten Balladen und trotziger Rotznäsigkeit. Esbjörn Svensson (Piano), Dan Berglund (Bass) and Magnus Ostrom (Schlagzeug) bewegen sich in einer voll emanzipierten Triobesetzung. Alle Instumente sind gleichgewichtig und ordnen sich in die ausgeklügelten Arrangements ein.Neben einfachen Songstrukturen stehen da außerordentliche Klangmixturen, die im positiven Sinn nach Materialbeherrschung klingen. Auch wenn kleine Motive eigenständig repetitiv durchgeführt werden und im Baß zum Beispiel eine eigene Schicht bilden, wirkt die Musik nirgendwo künstlich sondern bei aller…

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Maestro Turntables: Blue Note Trip

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Cool oder uncoolGanz lässig ist zwar diese Doppel-CD, die einige hippe Tracks von Donald Byrd über Buddy Rich und Horace Silver bis Gary Bartz vereinigt. Alles das ist hübsch an der Schnur aufgeperlt und loungt sich gar nicht mal ungekonnt über insgesamt gut 140 Minuten durch. Aber für wen ist eine solche CD eigentlich gemacht? Für im Zwielicht zwinkernde Bars, fürs angenervte Autofahrten oder als Begleitmusik zum Fensterputzen? Wohl für alles zusammen, möglicherweise passt dazu auch ein gekonnt dressierter Blattsalat.
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1961 – György Ligeti: Atmosphères für großes Orchester

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Sensationen in der LuftUlrich Dibelius, ein wachsamer Begleiter der neuen Musik seit den 50er Jahren erinnert sich an die erste Aufführung von György Ligetis Atmosphères: „Die Uraufführung ... bei den Donaueschinger Musiktagen trug alle Anzeichen des Sensationellen. Denn diesem Grad von ,Destruktion' nach zehn Jahren fleißiger Konstruktion [Dibelius meint damit alle Formen seriellen Komponierens, eines systematischen Umgangs mit Tondauern, Tonhöhe, Tonlagen, Lautstärken usw.] hatte bisher noch keiner zu verwirklichen gewagt.“ Destruktion ist hier uneingeschränkt…

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Joni Mitchell: Travelogue

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Dicke Doppel-CD mit großer Besetzung, darunter auch Jazz-Größen wie Herbie Hancock, Wayne Shorter oder Kenny Wheeler. Eine Musik kommt dabei raus, die ganz unterm Tonfall von Joni Mitchell steht - und irgendwie auch amerikanisch-selbstdistanziert zu sich selbst steht. Ich mag das ja, anderen mag das wehleidig erscheinen. Mindestens muss man ihrer vielleicht letzten Platte zugestehen, dass kein dummes Schlagzeug im Hintergrund rumdrummt. Da geht einem eher mal die Oboe auf den Geist. Nein, dass…

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Keine Gnade für Berlin

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    Sprecher: Das waren noch Zeiten. Bonn war Bonn und Bonn war die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Niemand hätte von diesem ausgewachsenen Provinznest am Rhein erwartet, ein kulturelles Zentrum zu sein. Die Bonner Subkultur artikulierte sich durch das Trinken von Kölsch nebst karnevalistischem Treiben. Ein paar Museen packte man drauf, das wars auch schon. Musik: ????Sprecher:     In Berlin ist das nun alles ganz anders. Diese neue Hauptstadt, einst westdeutsche Insel und damit kulturell…

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Deutschstunde

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Schon lange Zeit kämpft der Leiter der Interessengemeinschaft unabhängiger Musikverlage, Michael Kudritzki, für deutsche Musik. Dass es die gibt, ist ja eh klar, nur wird sie im Rahmen unserer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu selten gespielt: Der „Auslandsanteil“ betrage nach Kudritzki angeblich bei den Öffentlich-Rechtlichen über 70, bei den Privaten gar 95 Prozent. Schlimm genug, dass sich sogar deutsche Musikverlage mit ausländischen Komponisten schmücken. Alarm! Also Quote her, damit Deutschland wenigstens zur Hälfte wieder den deutschen…

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