Was heißt Bildung von Menschen?

  • Lesedauer:5 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Musikunterricht darf nicht zum Gefühlsasyl verkommenAngesichts dessen, was sich seit geraumer Zeit in Europa abspielt, scheint es müßig, sich Gedanken um die Musikpädagogik zu machen. Ob man eine oder doch besser zwei Stunden Musikunterricht in der Schule haben sollte oder, ob Gruppenunterricht dem Einzelunterricht vorzuziehen sei, solcherlei Fragen wirken rein technologisch.Ja, müßte man nicht vielmehr in Anlehnung an Theodor W. Adorno fragen: „Gibt es einen richtigen Musikunterricht im falschen Leben." Das würde viel genauer…

WeiterlesenWas heißt Bildung von Menschen?

Die Berufserinnerer

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Denn wie man sich erinnert, so lebt man. Und wir alle leben in einer Erinnerungskultur. Todestage und Geburtstage, Jubiläen und historische Ereignisse werden ans Tageslicht gezerrt (Schubert-, Mozart-, Eisler-, Gershwin, Peter-und-der-Wolf-Jahr). Es werden Mahnungen ausgesprochen und Aktualitäten beschworen. Kurzum: Es wird an alles erinnert. Doch wie man auf die Geschichte blickt, so schaut sie zurück. Die Art und Weise der gegenwärtig praktizierten Erinnerungskultur ist fatal – und sie ist allemal fatalistisch. Man erinnert sich…

WeiterlesenDie Berufserinnerer

Absurde Sache

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Befreite Kultur statt SponsoringMan muß sich das mal vorstellen. Stand neulich in meinem Rentenbescheid: „Diese Rente wurde gesponsert von der Kugellagerfabrik Pfalzkofen.“ Merkwürdig, könnte man denken. Aber so ungewöhnlich ist das eigentlich nicht. Erstens sponsern die Unternehmen sowieso die Renten (in Form eines Beitrages in den Lohnnebenkosten) und zweitens täten die Unternehmen dann etwas, was tatsächlich ihre Aufgabe wäre. Doch dazu später. Nein, statt dessen machen sie in Kultur zum Beispiel, nennen das Förderung,…

WeiterlesenAbsurde Sache

Komposition und Film

  • Lesedauer:17 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

„Composing for the Films: Adorno, Eisler and the sociology of music"(Historical Journal of Film, Radio and Television, Vol.18, No.4, 1998I. Komposition für den Film – Entstehung, Ästhetik, SoziologieWenn man verallgemeinernd annimmt, daß mit bestimmten historischen Situationen zugleich deren Analysen vom Verfall betroffen sind, so wird auch ein altes Buch veralten. Wenn sich also die Lektüre des alten Buches noch lohnen sollte, so weil in ihm etwas steht, was aktuell geblieben ist oder was zu…

WeiterlesenKomposition und Film

Harmonie als Kind der Schande

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Die umtriebigen Grazer Wertungsforscher laden alljährlich zu thematischen Symposien ein, die alle irgendwie mit Musik zu tun haben. Hinter dem poetischen Titel verbirgt sich jedoch erbitterte Theorie. Zwölf Aufsätze umkreisen die „Dialektik des Harmonischen“ ohne sie zu greifen. Ein erster großer Teil besteht aus der Interpretation des Adornoschen Satzes „Kunst ist das Versprechen der Kunst, das gebrochen wird“. Da dieser Satz zugleich dialektischen Wesens ist, ferner in einem auf hohem Niveau dialektisch verfaßten Buche, nämlich der „Ästhetischen Theorie“ steht, kann man über diesen Satz phänomenal fabulieren. Das gelingt Albrecht Wellmer auch eminent eindrucksvoll.
(mehr …)

WeiterlesenHarmonie als Kind der Schande

Alternative Kulturfinanzierung

  • Lesedauer:4 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Musik:John Cage: Präpariertes Klavier (unter dem Beginn des Textes liegen lassen)Sprecher:Das Gejammer um Werteverluste und Kulturerosionen ist in allen Feuilletons deutlich zu hören. Klar, worüber sollen die noch schreiben, wenn es keine sogenannten Kulturveranstaltungen gäbe. Eine komplette Gruppe von Journalisten müßte sich nach neuen Arbeitsfeldern umsehen oder, was vielleicht einfacher ist, den Begriff der Kultur neu verstehen lernen. Aber lassen wir diesen abseitigen philosophischen Blick in die Eingeweide mal beiseite, es soll jetzt nicht…

WeiterlesenAlternative Kulturfinanzierung

Atonalität in Rock- und Popmusik

  • Lesedauer:3 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Sprecher:
Die zeitgenössische Musik braucht Kontroversen. Ohne öffentliche Kontroverse wäre sie vermutlich nur eine andere Art des Hochschulsportes. Alle paar Jahre gibt es die großen ästhetischen Streitereien. Schönberg gegen Strawinsky, Serialismus gegen Aleatorik, Neue Einfachheit gegen die Vision einer Negativen Musik. Neuerdings befürchtet man die Unterwanderung der kratzbürstigen Neuen Musik durch Weichspülerwerke aus Osteuropa und Amerika. Infektionsgefahr droht! Die Gefahr hat einen Namen: Tonalität.

(mehr …)

WeiterlesenAtonalität in Rock- und Popmusik

Blick aus dem Grab

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Wien: In Nader Mashayekhis Oper „Malakut“ (Libretto: Andrea Zschunke) ist das Publikum unterhalb der Bühne positioniert. Es beobachtet aus den Gräbern heraus das Geschehen an der Erdoberfläche. Es ist zugig. Dort geht ein Endzeitdrama ab, das fast alle Beteiligten in den Tod reißt.Berlin: Musikbox vor dem Konzerthaus. Gegen einen kleinen Obolus von einer Mark darf man sich ein kurzes Musikstückchen auswählen. Kompositionen von Bauckholt, Rasch, Cage, Walter, Stockhausen und viele andere Werke stehen zur…

WeiterlesenBlick aus dem Grab

Einsamkeit und Anarchie

  • Lesedauer:29 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Manuskript eines Rundfunk-Features für den Bayerischen Rundfunk. Gesendet am 14.10.1997 auf Bayern2RadioDie Geburt der Anarchie aus dem Geist der Einsamkeit oder: Ist wirklich alles möglich? Musikbeispiel 1:Detlev Glanert: Kleine Kuddel-Daddeldu-Musik (2 Minuten)Sprecher 1:Die Neue Musik gilt heute als Statthalterin eines wie auch immer gearteten Individualismus, als Trägerin der Fackel musikalischer Freiheit im Reich einer übergroßen Populärkunst oder der politisch durchorganisierten Welt.Der Diskurs über Freiheit ist ein zentraler Gegenstand der musik-ästhetischen Diskussion der Gegenwart. Dabei…

WeiterlesenEinsamkeit und Anarchie

Fundgrube

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

1955: Ein junger Privatdozent der Universität Erlangen legt einen umfangreichen Bericht mit dem Titel "Studien zur musikalischen Terminologie" der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur vor. Von der musikwissenschaftlichen Sprengkraft dieser immerhin 131-seitigen Abhandlung ist man schnell überzeugt. Dennoch dauert es gut zwanzig Jahre bis das Vorhaben, der geniale Entwurf des Privatdozenten auf eine gesicherte institutionelle Basis gestellt wurde.1972: Der einstige Privatdozent hat es mittlerweile zum Ordinarius für Musikwissenschaft der Freiburger Universität gebracht. Sein…

WeiterlesenFundgrube