Texte

  • Die Berufserinnerer

    Denn wie man sich erinnert, so lebt man. Und wir alle leben in einer Erinnerungskultur. Todestage und Geburtstage, Jubiläen und historische Ereignisse werden ans Tageslicht gezerrt (Schubert-, Mozart-, Eisler-, Gershwin, Peter-und-der-Wolf-Jahr). Es werden Mahnungen ausgesprochen und Aktualitäten beschworen. Kurzum: Es wird an alles erinnert. Doch wie man auf die Geschichte blickt, so schaut sie zurück.…

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  • Absurde Sache

    Befreite Kultur statt Sponsoring Man muß sich das mal vorstellen. Stand neulich in meinem Rentenbescheid: „Diese Rente wurde gesponsert von der Kugellagerfabrik Pfalzkofen.“ Merkwürdig, könnte man denken. Aber so ungewöhnlich ist das eigentlich nicht. Erstens sponsern die Unternehmen sowieso die Renten (in Form eines Beitrages in den Lohnnebenkosten) und zweitens täten die Unternehmen dann etwas,…

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  • Komposition und Film

    „Composing for the Films: Adorno, Eisler and the sociology of music"(Historical Journal of Film, Radio and Television, Vol.18, No.4, 1998 I. Komposition für den Film – Entstehung, Ästhetik, Soziologie Wenn man verallgemeinernd annimmt, daß mit bestimmten historischen Situationen zugleich deren Analysen vom Verfall betroffen sind, so wird auch ein altes Buch veralten. Wenn sich also…

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  • Die umtriebigen Grazer Wertungsforscher laden alljährlich zu thematischen Symposien ein, die alle irgendwie mit Musik zu tun haben. Hinter dem poetischen Titel verbirgt sich jedoch erbitterte Theorie. Zwölf Aufsätze umkreisen die „Dialektik des Harmonischen“ ohne sie zu greifen. Ein erster großer Teil besteht aus der Interpretation des Adornoschen Satzes „Kunst ist das Versprechen der Kunst,…

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  • Musik:John Cage: Präpariertes Klavier (unter dem Beginn des Textes liegen lassen) Sprecher:Das Gejammer um Werteverluste und Kulturerosionen ist in allen Feuilletons deutlich zu hören. Klar, worüber sollen die noch schreiben, wenn es keine sogenannten Kulturveranstaltungen gäbe. Eine komplette Gruppe von Journalisten müßte sich nach neuen Arbeitsfeldern umsehen oder, was vielleicht einfacher ist, den Begriff der…

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  • Sprecher:Die zeitgenössische Musik braucht Kontroversen. Ohne öffentliche Kontroverse wäre sie vermutlich nur eine andere Art des Hochschulsportes. Alle paar Jahre gibt es die großen ästhetischen Streitereien. Schönberg gegen Strawinsky, Serialismus gegen Aleatorik, Neue Einfachheit gegen die Vision einer Negativen Musik. Neuerdings befürchtet man die Unterwanderung der kratzbürstigen Neuen Musik durch Weichspülerwerke aus Osteuropa und Amerika.…

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  • Blick aus dem Grab

    Wien: In Nader Mashayekhis Oper „Malakut“ (Libretto: Andrea Zschunke) ist das Publikum unterhalb der Bühne positioniert. Es beobachtet aus den Gräbern heraus das Geschehen an der Erdoberfläche. Es ist zugig. Dort geht ein Endzeitdrama ab, das fast alle Beteiligten in den Tod reißt. Berlin: Musikbox vor dem Konzerthaus. Gegen einen kleinen Obolus von einer Mark…

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  • Einsamkeit und Anarchie

    Manuskript eines Rundfunk-Features für den Bayerischen Rundfunk. Gesendet am 14.10.1997 auf Bayern2Radio Die Geburt der Anarchie aus dem Geist der Einsamkeit oder: Ist wirklich alles möglich? Musikbeispiel 1:Detlev Glanert: Kleine Kuddel-Daddeldu-Musik (2 Minuten) Sprecher 1: Die Neue Musik gilt heute als Statthalterin eines wie auch immer gearteten Individualismus, als Trägerin der Fackel musikalischer Freiheit im…

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  • Fundgrube

    1955: Ein junger Privatdozent der Universität Erlangen legt einen umfangreichen Bericht mit dem Titel "Studien zur musikalischen Terminologie" der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur vor. Von der musikwissenschaftlichen Sprengkraft dieser immerhin 131-seitigen Abhandlung ist man schnell überzeugt. Dennoch dauert es gut zwanzig Jahre bis das Vorhaben, der geniale Entwurf des Privatdozenten auf eine gesicherte…

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  • Man könnte meinen, daß über die Musik des frühen 20. Jahrhunderts wirklich alles Wesentliche gesagt worden ist. Monographien über Komponisten, ihre Musik, ihre Ästhetik gibt es in rauhen Mengen. Doch Martin Thruns Studien zum Musikleben sind wirklich neu, einzigartig zumal, außerdem brillant formuliert. Thrun untersucht die sozial-, rezeptions- und institutionsgeschichtlichen Bedingungen, die zur Konstitution der…

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