Albrecht Dümling: Musik hat ihren Wert

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In letzter Zeit – unter den Bedingungen und neuen Aufgaben und Problemen, die sich durch Ausweitung des Konzertlebens und der medialen Verfügbarkeit von Musik kennzeichnen lässt – steht die Wahrung kreativer Leistungen verstärkt auf dem Programm. Allgemein scheint sich eine Bewegung abzuzeichnen, kompositorische Leistungen nicht mehr so gerne in Geldwerte umsetzen zu lassen. Das gilt vielen als bildungsfeindlich und daraus wird gerne die Forderung gezogen, das Musik umsonst zu sein habe. Da lohnt sich…

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Ein Buch für den Einstieg

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Musik ist dank des Kompressionsverfahrens mpeg layer 3 (kurz MP3) zu einer im Internet hoch bedeutenden Angelegenheit geworden. Dennoch ist für viele die Nutzung von Musik im Internet immer noch ein Geheimnis. Janko Roettgers hat ein Buch verfasst, in dem in dieses Thema ausführlich eingeführt wird. Das reicht von Software-Konfigurationen über das MP3-Mixen, das Promoten eigener Songs im Netz bis zur Internet-Radio-Sendung. Sicherlich liegt der musikalische Schwerpunkt auf populärer Musik, allerdings auf „avancierter“ (Björk…

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Der innere Browning oder: Mit Musik im Bilde

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„Wie kommt es, dass immer mehr Deutsche Marshall Göring zustimmen, der sich seinerzeit brüstete, ‚Wenn ich das Wort Kultur höre, ziehe ich meinen Browning‘? Was ist geschehen, dass – wir reden von den Massenmedien – die Massen flüchten, wenn Kultur angesagt ist? Hat sich die Gesellschaft geändert – oder gar die menschliche Gattung? Oder stimmt das alles gar nicht?“ fragt sich in dem bei Suhrkamp erschienenen Buch „Televisionen“ Volker Panzer, Leiter und Moderator der…

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Harmonie als Kind der Schande

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Die umtriebigen Grazer Wertungsforscher laden alljährlich zu thematischen Symposien ein, die alle irgendwie mit Musik zu tun haben. Hinter dem poetischen Titel verbirgt sich jedoch erbitterte Theorie. Zwölf Aufsätze umkreisen die „Dialektik des Harmonischen“ ohne sie zu greifen. Ein erster großer Teil besteht aus der Interpretation des Adornoschen Satzes „Kunst ist das Versprechen der Kunst, das gebrochen wird“. Da dieser Satz zugleich dialektischen Wesens ist, ferner in einem auf hohem Niveau dialektisch verfaßten Buche, nämlich der „Ästhetischen Theorie“ steht, kann man über diesen Satz phänomenal fabulieren. Das gelingt Albrecht Wellmer auch eminent eindrucksvoll.
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Fundgrube

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1955: Ein junger Privatdozent der Universität Erlangen legt einen umfangreichen Bericht mit dem Titel "Studien zur musikalischen Terminologie" der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur vor. Von der musikwissenschaftlichen Sprengkraft dieser immerhin 131-seitigen Abhandlung ist man schnell überzeugt. Dennoch dauert es gut zwanzig Jahre bis das Vorhaben, der geniale Entwurf des Privatdozenten auf eine gesicherte institutionelle Basis gestellt wurde.1972: Der einstige Privatdozent hat es mittlerweile zum Ordinarius für Musikwissenschaft der Freiburger Universität gebracht. Sein…

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Verästelungen des Musikbetriebes durchforstet

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Man könnte meinen, daß über die Musik des frühen 20. Jahrhunderts wirklich alles Wesentliche gesagt worden ist. Monographien über Komponisten, ihre Musik, ihre Ästhetik gibt es in rauhen Mengen. Doch Martin Thruns Studien zum Musikleben sind wirklich neu, einzigartig zumal, außerdem brillant formuliert. Thrun untersucht die sozial-, rezeptions- und institutionsgeschichtlichen Bedingungen, die zur Konstitution der Neuen Musik im deutschen Musikleben bis 1933 geführt haben.Es geht zum Beispiel um Schönbergs "Mißerfolgs-Erfolge", die "öffentliche Wirkungslosigkeit" der…

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Primärquelle der Geschichte

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Nun liegt er vor, der Briefwechsel zweier Persönlichkeiten, die auf ihre ganz eigene Weise das kulturelle Klima dieses Jahrhunderts mitbestimmten. Alban Berg, der Komponist und Adorno, der ich-weiß-nicht-was-alles. Es ist ein Briefwechsel, bei dem Fragen der Beschaffung von Bleistiftanspitzern nur gelegentlich abgehandelt werden. Es ist ein Briefwechsel, der direkte Einblicke in die Produktionsspähren dieser ausgeprägten Persönlichkeiten gestattet. Dadurch kommt diesem Buch der Wert einen wirklichen Primärquelle zur Erschließung des kulturellen Klimas der 20er und…

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Auf der Suche nach dem Abendland

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"Wie deutsch ist das Abendland?" fragt Vladimir Karbusicky, emeritierter Professor für Systematische Musikwissenschaft der Uni Hamburg und glaubt damit der westlichen Musikwissenschaft und ihrer Musikgeschichtsschreibung eins auszuwischen. Als Zielscheibe seiner Bemühungen dienen ihm, wie schon in vielen seiner anderen Veröffentlichungen, die bösen Dialektiker (Adorno nämlich) und die neuen subjektiven Rationalisten (Eggebrecht, hier vor allem dessen Publikation "Musik im Abendland").Karbusicky kreidet beiden eine deutschzentrierte Auffassung der Musikgeschichte an. Er schreibt: "Es ist erstaunlich, wie wenig…

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Musikpsychologie und Einfühlung

  • Lesedauer:3 Min. Lesezeit
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Musikpsychologische Forschung leidet bekanntlich an dem Problem, entweder vollkommen esoterischen Fragen nachzugehen oder aber Gemeinplätze durch diverse Forschungsinstrumente auf empirischen Boden zu stellen. Und natürlich ist nicht die ganze Innung von dem Verfall ins Belanglose betroffen. Als man endlich die Quinten und Oktaven als Forschungsgegenstand genügend durchleuchtete, sahen sich einige dazu in der Lage, auch mal Musik als musikalischen Gegenstand zu begreifen. Man wandte sich also der Verarbeitung von Musik zu: Die einen nannten…

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