{"id":913,"date":"2004-11-23T10:41:10","date_gmt":"2004-11-23T09:41:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kritische-masse.de\/wordpress\/blog\/kuenstlersozialkasse-gefahr\/"},"modified":"2023-12-18T08:49:29","modified_gmt":"2023-12-18T07:49:29","slug":"kuenstlersozialkasse-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kritische-masse.de\/logbuch\/2004\/11\/kuenstlersozialkasse-gefahr\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstlersozialkasse in Gefahr?"},"content":{"rendered":"<p>Rainald Sch\u00fcckens macht sich <a href=\"http:\/\/xn--schckens-85a.de\/wordpress\/index.php\/archives\/2004\/11\/23\/ksk-in-gefahr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sorgen um die K\u00fcnstlersozialkasse<\/a>. Denn gestern tagte die Enquete-Kommission &#8222;Kultur in Deutschland&#8220; zu diesem Thema. Noch ist unklar, was dabei herauskommen wird. Meine Empfehlung: Die <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?hl=de&#038;lr=&#038;newwindow=1&#038;q=+site:www.nmz.de+nmz+KSK\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel zur K\u00fcnstlersozialversicherung<\/a> in der neuen musikzeitung und speziell eine zwar schon etwas \u00e4ltere <a href=\"http:\/\/www.nmz.de\/nmz\/nmz2000\/nmz03\/rumpf\/kupo-ksk-umfrage.shtml\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umfrage von 2000 zur Novellierung der K\u00fcnstlersozialversicherung<\/a>.<\/p>\n<p>Zur aktuellen Lage lie\u00df gestern nachmittag der <a href=\"http:\/\/www.kulturrat.de\/publik\/presse22-11-04.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutsche Kulturrat verlauten<\/a>:<br \/>\n<!--break--><br \/>\n<cite> <b>Anh\u00f6rung der Enquete-Kommission &#8222;Kultur in Deutschland&#8220; zur K\u00fcnstlersozialkasse zeigt dringenden Handlungsbedarf<br \/>\nDeutscher Kulturrat fordert Bundesregierung zum Handeln auf<\/b><\/p>\n<p>Berlin, den 22.11.2004. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverb\u00e4nde, f\u00fchlt sich durch die heute stattgefundene \u00f6ffentliche Anh\u00f6rung der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags &#8222;Kultur in Deutschland&#8220; zur K\u00fcnstlersozialversicherung in seiner Auffassung best\u00e4tigt, dass es zur K\u00fcnstlersozialkasse keine Alternative gibt.<\/p>\n<p>Alle befragten K\u00fcnstler- und Verwerterverb\u00e4nde haben sich f\u00fcr den Erhalt der K\u00fcnstlersozialkasse ausgesprochen. Ebenfalls f\u00fchlt sich der Deutsche Kulturrat in seiner Auffassung best\u00e4tigt, dass bei der Erfassung der Verwerter, die eine Abgabe an die K\u00fcnstlersozialkasse zu zahlen haben, besonders au\u00dferhalb des klassischen Kultur- und Medienbereiches, erhebliche L\u00fccken bestehen. Selbst die Vertreter der angeh\u00f6rten Kulturwirtschaftsverb\u00e4nde sahen diese erheblichen L\u00fccken.<\/p>\n<p>Die Verwerter von k\u00fcnstlerischen und publizistischen Leistungen, also z.B. Galerien, Verlage und Theater, aber auch alle Unternehmen au\u00dferhalb des Kulturbereichs, die k\u00fcnstlerische oder publizistische Leistungen in Anspruch nehmen, m\u00fcssen 30% der Beitr\u00e4ge zur K\u00fcnstlersozialversicherung als Verwerterabgabe tragen. Die Versicherten, d.h. die K\u00fcnstler und Publizisten, zahlen 50% in die K\u00fcnstlersozialkasse und der Bund die restlichen 20%.<\/p>\n<p>Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, erkl\u00e4rte nach der Anh\u00f6rung: &#8222;Die Bundesregierung ist nach den eindeutigen Aussagen in der heutigen Anh\u00f6rung aufgefordert, umgehend Ma\u00dfnahmen einzuleiten, damit die L\u00fccken bei der Erfassung der k\u00fcnstlersozialabgabepflichtigen Unternehmen geschlossen werden k\u00f6nnen. Damit k\u00f6nnte erreicht werden, dass die Verwerterabgabe, die zum 01.01.2005 auf 5,8% ansteigen wird, in den n\u00e4chsten Jahren wieder sinken k\u00f6nnte. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen mittelfristig Modelle zur St\u00e4rkung der K\u00fcnstlersozialversicherung entwickelt werden. Der Deutschen Kulturrat wird voraussichtlich noch in diesem Jahr dazu Vorschl\u00e4ge vorlegen.&#8220;<\/cite><\/p>\n<p>Der Deutsche B\u00fchnenverein <a href=\"http:\/\/www.buehnenverein.de\/presse\/presse_details.php?id=128&#038;art=mitteilung&#038;start=0&#038;qry=\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">pressemeldete<\/a> sogleich dagegen:<br \/>\n<cite><b>B\u00fchnenverein ist gegen Erh\u00f6hung der K\u00fcnstlersozialabgabe<br \/>\n[23.11.2004 | K\u00f6ln]<\/b><\/p>\n<p>Die f\u00fcr das Jahr 2005 von der Bundesregierung beschlossene Erh\u00f6hung der K\u00fcnstlersozialabgabe st\u00f6\u00dft bei den abgabepflichtigen Unternehmen und beim B\u00fchnenverein auf heftige Kritik. Die K\u00fcnstlersozialabgabe soll von 4,3 auf 5,8 Prozent der Entgelte f\u00fcr freiberuflich erstellte k\u00fcnstlerische oder publizistische Werke erh\u00f6ht werden. Noch 1999 betrug der \u0096 damals noch getrennte &#8211; Hebesatz f\u00fcr die darstellende Kunst 1 Prozent und f\u00fcr den Bereich Musik 1,6 Prozent. Die Erh\u00f6hungen der letzten Jahre entsprechen also einer Steigerung von 350 bis 500 Prozent.<\/p>\n<p>Der B\u00fchnenverein fordert insbesondere von der zust\u00e4ndigen Bundesministerin f\u00fcr Gesundheit und Soziale Sicherung, zu den f\u00fcr die einzelnen Bereiche getrennten Hebes\u00e4tzen zur\u00fcckzukehren. Besonders kritisch beurteilt der B\u00fchnenverein zusammen mit anderen Abgabepflichtigen die Forderung des Deutschen Kulturrats, die K\u00fcnstlersozialkasse zu verselbstst\u00e4ndigen. Eine solche Verselbstst\u00e4ndigung w\u00e4re mit weiteren Kostensteigerungen verbunden, die nicht zu bezahlen und daher auch nicht zu verantworten sind.<\/cite><br \/>\nTut sich da doch ein Loch auf zwischen Arbeitgebern und K\u00fcnstlern? Hat es damit die Bundesregierung wieder geschafft, ein Problem von sich zu weisen und sich damit geschickt aus der Verantwortung zu ziehen. Taktisch gesehen w\u00e4re das wie immer ein toller Streich. Wenn zwei sich streiten, dann freut sich n\u00e4mlich bekanntlich der Dritte.<\/p>\n<p><b>Update:<\/b> Auch die Dienstleitungsgesellschaft <a href=\"http:\/\/www.verdi.de\/0x0ac80f2b_0x01947ec0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ver.di besch\u00e4ftigt sich mit der K\u00fcnstlersozialkasse<\/a> und fordert deren Ausbau und die Steigerung des Einkommens der \u00fcber sie Versicherten. Das f\u00e4nde ich nat\u00fcrlich auch gut \ud83d\ude42<br \/>\n<!--more--><br \/>\nRainald Sch\u00fcckens macht sich <a href=\"http:\/\/xn--schckens-85a.de\/wordpress\/index.php\/archives\/2004\/11\/23\/ksk-in-gefahr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sorgen um die K\u00fcnstlersozialkasse<\/a>. Denn gestern tagte die Enquete-Kommission &#8222;Kultur in Deutschland&#8220; zu diesem Thema. Noch ist unklar, was dabei herauskommen wird. 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