Schwieriges Leben
Sind wir nicht alle etwas unwichtig? Und was mir da noch gleich einfällt: Knackarsch wäre mir auf Dauer zu laut. Ich bevorzuge die Knackhalslaute. Die ist leiser.
Sind wir nicht alle etwas unwichtig? Und was mir da noch gleich einfällt: Knackarsch wäre mir auf Dauer zu laut. Ich bevorzuge die Knackhalslaute. Die ist leiser.
„Das ungeprüfte Übernehmen von angeblichen Zitaten, die dann auch noch aus dem Kontext gerissen werden, ist der Einstieg in den Gossenjournalismus.“
Don Alphonso in der Blogbar unter der Überschrift: Dreck von unten? – Lieber nochmal Nachfragen zum Fall Jörges
Ich habs jetzt noch mal geprüft, ein Zitat ist es auch (also als Zitat gekennzeichnet, durch so Häkchen am Rande) und aus dem Kontext gerissen ist es zwangsläufig, denn danach kommt noch erstaunlich viel Text. So weit so einig, das vorab. Die Konsequenz als „Einstieg in den Gossenjournalismus“ zu bezeichnen ist sicher nicht verfehlt, aber doch zumindest verkürzt. Es ist einfach ein Fehler den man da produziert oder weiterverbreitet. Ich möchte nicht wissen wie viele Dementi es allein heute in irgendwelchen Redaktionen oder Blogs wegen irgendwas hagelt. Das von DA bezeichnete Phänomen kann genauso ein „Einstieg“ in die (Gossen)Wissenschaft sein in die (Gossen)Rechtsprecherei.
Mit Äußerungen, wie immer sie festgehalten werden, objektiviert sich ein Gedanke zu einer Tatsache. Ganz berüchtigt und verbreitet war in der Adorno-Rezeption die Ansicht, dass Adorno Strawinsky nicht leiden konnte und Schönbergs Musik verehrt habe. Zum Beweis führt man die „Philosophie der neuen Musik“ heran. Oder – anders – dass Adorno eine Gegner der Zwölftontechnik war (was mit der Schönberg-Apologie gleichzeitig gerne kollidiert ist). Aus dem Zusammenhang gerissen stimmt vieles, ist viel gesagt worden, lässt sich alles Mögliche feststellen. Wenn es dann Verbreitung findet, kann es passieren, dass es zur „Wahrheit“ wird, die aber falsch bleibt. Gegen daraus entstehende Vorurteile gibt es kaum ein Gegenmittel; sie werden zu Selbstläufern. Manchmal ist das alles aber auch so nebensächlich, dass ein Insistieren auf einer differenzierten Sichtweise das Gegenteil von dem bewirkt, was man beabsichtigt haben möge.
Ich erinnere nur einmal daran, dass auch Worte des Sascha Lobo über Werbung und Kultur möglicherweise ebenso dem Zusammenhang des Gesagten entrissen worden sein mögen. Mein Gott, daran hat niemand Schaden genommen, es ist ein Blogspiel der Gegenwart.
DA hat schon recht. Aber die Konsequenz, die dahinter steht, wäre eine andere. Walter Benjamin hat das, in ebenfalls missdeutender Art und Weise für sein Passagenwerk geltend machen wollen.
Methode dieser Arbeit: literarische Montage. Ich habe nichts zu sagen. Nur zu zeigen. Ich werde nichts Wertvolles entwenden und mir keine geistvollen Formulierungen aneignen. Aber die Lumpen, den Abfall: die will ich nicht inventarisieren sondern sie auf die einzig mögliche Weise zu ihrem Rechte kommen lassen: sie verwenden. Walter Benjamin, Das Passagen-Werk, Erster Band, Frankfurt/M. 1983, S. 574
und
Diese Arbeit muß die Kunst, ohne Anführungszeichen zu zitieren, zur höchsten Höhe entwickeln. Ihre Theorie hängt aufs engste mit der der Montage zusammen. ebenda, S. 572
Womit sich übrigens in diesem Zusammenhang wieder hübsch spielen ließe. Lumpen, Abfall
„Zitate in meiner Arbeit sind wie Räuber am Weg, die bewaffnet hervorbrechen und dem Müßiggänger die Überzeugung abnehmen.“ Walter Benjamin, Einbahnstraße, Frankfurt/M. 1977, S. 108.
Am 5. Juli wird der Deutsche Bundestag in zweiter und dritter Lesung die Anpassung des Urheberrechtsgesetzes vermutlich beschließen. Von Seiten der Wissenschaft regt sich noch einmal Widerstand. Von Seiten der Unterzeichner der Göttinger Erklärung wird empfohlen, das Gesetz nicht passieren zu lassen, weil es nicht bildungs- und wissenschaftsfreundlich sei. Die Zeit drängt. Mit Hilfe einer Mailaktion will man die Abgeordneten zum Einlenken bewegen. Dafür haben die Autoren zwei Mustervorlagen bereitgestellt (openoffice, rtf). Nachfolgend die Mitteilung des Aktionsbündnisses "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft"…
Eben von der Presseabteilung mitgeteilt, dass der Leiter selbiger zum Ende des Jahres 2007 gehen wird. Vermutlich als bald, wenn Urlaub noch aussteht und Überstunden runter müssen. Hans-Herwig Geyer wird die GEMA verlassen. Was ich sehr bedauere. So weit ich mir das erlauben darf zu sagen: Die GEMA war sowieso nicht der richtige Platz für ihn, aber er, an der Stelle, war an der richtigen Stelle.
Mehr Ruhe. Für gewöhnlich mehr Unruhe. Siehe eventuell auch.
Da muss ich f!xmbr zustimmen. Fächer die in Fallschirmspringer-Mentalität in diversen geisteswissenschaftlichen Fächern Platz nehmen, jedoch nicht einmal den Schimmer einer Ahnung im Nachhinein besitzen Über McKinseys Umarmung der Goethe-Institute mittels zweier Powerpoint-Präsentationen.
flickr-account gelöscht. Love sieht für mich anders aus. Das war jetzt nicht der Hammer. Die paar Bilder, die wenigen Kontakte dort. Ich fand es dort ja schon bequem, aber so richtig genutzt habe ich das alles nicht. Natürlich liegt der Grund darin, dass flickr die Geschäftsbedingungen neulich geändert hat. Ich würde das jedoch nicht Zensur nennen. Es ist eher Unsinn. Dass man aus Haftungsgründen bestimmte Dinge mache, mag zwar fadenscheinig sein als Grund, es mag aber trotzdem korrekt sein. Und ehrlich gesagt…
- Heute ist aber auch gar nichts mehr sicher. - Sicher. Man muss sich heute immer mehr in Unsicherheit wiegen. Die Bedingungen können nicht mehr einsehbar gemacht werden. Aber nach außen wird der Anschein gewahrt, man sei durchaus im Zustand der Machbarkeit. - Verfolgen Sie einen Plan? - Ich verfolge mehrere Pläne. Plan A und Plan B. Aber alles ist im permanenten Zustand des Aquaplaning, Extrem-Planing. Warum wohl gehen Navigationsgeräte so gut? Sie erhöhen die Alternativen auf festumrissnem Gebiet. Navigationsgeräte für ein…
Und sie wird dicker, je mehr man gegen sie rennt. Jetzt mal wieder DA. Es ist sehr erstaunlich und gar nicht verwunderlich, was bei argumentativen Texten herauskommt, wenn man sie auf die Höhe herunterrechnet, auf der sie sich befinden. Sie werden platt. Und anders kann es gar nicht gehen, wenn man einigen Stereotypen verhaftet bleibt, die man sich selbst gezimmert hat. Ein neuer Jargon der Eigentlichkeit hat sich da herausgebildet. Es geht um Ehrlichkeit, um ehrliche Berufe auch. Und das ganze in fünf Wochen.
Auch ich habe in der Autofabrik gearbeitet. Einmal einen Monat, und zwei mal vier Wochen. Und ich habe Autos gebaut, Ersatzteile für Mexiko verpackt, Welle gemacht, am Motorenband Schläuche montiert, Roboter beschickt. Na und? So differenziert wie die Betrachtung des „Arbeiters“ ist die des „Journalisten“. Beides sind zum Ende hin wenig geschützte Bezeichnungen. Umso einfacher, sie zu verwenden. Das ist dann eben der Journalist in DA.
Warum sollte das einen aufregen? Nicht der genannten „Fakten“ wegen, sondern weil es so symptomatisch ist für einen nach unten sich rechnenden Geist, der alles platt macht; und dadurch alles dicker. „Mein Präjudiz ist mein Schloss.“
Ein paar Dinge sind aber doch angedacht, die jetzt so wahnsinning neu auch nicht sind. Jochen Hoff geht in seiner Duckhome darauf ein. Ich schlage besser vor, sich eines guten Buches zu befleissigen wie es Oskar Negts „Arbeit und menschliche Würde“ wäre.
Ein Nachtrag: Vielleicht habe ich neulich einmal zwei „Journalisten“ im Zug von Nürnberg nach Regensburg belauschen können. Jedenfalls sprachen die von sich und von anderen Journalisten. So unbedarft blätterten sie in einer Vanity Fair und bemängelten hie und da die Schreibweise von Namen, bzw. deren Fehlerhaftigkeit. Sie redeten über Einträge in „Gästebüchern“, die problematisch gewesen seien, von gelöschten Gästebüchern und dass man damals, so gegen 2001, noch nicht so bedarft gewesen sei. Darüber, dass einer sich für einen Spitzen- oder Starjournalisten hält und einiges andere mehr. Nach einer Weile lasen sie eben. Soll es geben. Mögen vielleicht viele sein. Ich kenne genug andere, denen diese Bezeichnung nun wirklich nicht wichtig wäre, im Kern sehen sie sich als Autoren.
(mehr …)