Käse hoch 3

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Alle, die hier regelmäßig mitlesen, kennen das Faible der Kritischen Masse für Äußerungen des Deutschen Musikrates. Das ist immer prickelnd und sorgt für speziell meine Erheiterung. Jetzt fühlt sich der Präsident herausgefordert, folgende Mitteilung zu machen: „Eine bessere musische Erziehung würde nach Ansicht des Deutschen Musikrates die Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen deutlich senken. Gerade auf diesem Gebiet gebe es in Deutschland großen Nachholbedarf, sagte der Präsident des Gremiums, Martin Krüger, in einem ddp-Interview.“ (Quelle: kiz). Gewalt senken mit musischer Erziehung. Das…

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Warum ich Luhmann verstehe?

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Erstmal. Ich verstehe gar nix. Luhmann ist, sozialisationsbedingt, bäh (kurzes „ä“). Was ich dann verstehe, ist so banal, dass es kaum zu glauben ist, dass das vorher niemand so gesagt haben soll. Zum Beispiel: „Beobachtet man das reformierte System, hat man den Eindruck, daß das Hauptresultat von Reformen die Erzeugung des Bedarfs für weitere Reformen ist.“ Das Erziehungssystem des Gesellschaft, S. 166. Das entspricht so recht eigentlich der normalen Erfahrung. Aber selten hat man es gelesen. Wahrscheinlich ist es nicht empirisch nachgewiesen und daher erst mal nicht glaubwürdig.

Überhaupt mache ich die Erfahrung, dass, wenn man beispielsweise den Adorno zur Theoretisierung der praktischen Welt heranzieht, dies von der angesprochenen Seite als „alte 68er“-Sache abgetan wird. Die Welt sei nun mal heute anders. Nicht wahr. Und all das gildet eben nicht mehr. Sagt man dann aber sowas wie Derrida oder Luhmann, Bourdieu oder Habermas alle bis auf Habermas mittlerweile auch hinüber, dann wird man ernst genommen. Denn die sind ja noch halbwegs aktuell. Die Kraft des Arguments steigt mit dem Label.

Also Adorno Luhmann: „Die wichigste Ressource der Reformer scheint daher eine Leistung des Systemgedächtnisses zu sein, nämlich das Vergessen.“ Das Erziehungssystem des Gesellschaft, S. 167.

Man kann diesen ganzen Passus, Seiten 165-167, wie eine einzige Satire lesen. Unmittelbar prickelnd, nach links und rechts gleichermaßen austeilend. „Intelligente Verarsche“ höre ich da aus dem Hintergrund murmeln. Sind Luhmann und Loriot am Ende die gleichen Personen?

Also, ich verstehe diesen Luhmann mittlerweile sehr, wenn ich mal über den Spezialjargon hinweggehe. Oder habe ich nicht doch nur wieder Adorno zitiert. Das würde mich jetzt gar nicht wundern. Nicht: „Isolierte pädagogische Reformen allein, wie unumgänglich auch immer, helfen nicht.“ (Luhmann oder Adorno, na einer von beiden bestimmt).

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Warum ich Luhmann verstehe?

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Erstmal. Ich verstehe gar nix. Luhmann ist, sozialisationsbedingt, bäh (kurzes „ä“). Was ich dann verstehe, ist so banal, dass es kaum zu glauben ist, dass das vorher niemand so gesagt haben soll. Zum Beispiel: „Beobachtet man das reformierte System, hat man den Eindruck, daß das Hauptresultat von Reformen die Erzeugung des Bedarfs für weitere Reformen ist.“ Das entspricht so recht eigentlich der normalen Erfahrung. Aber selten hat man es gelesen. Wahrscheinlich ist es nicht empirisch nachgewiesen und daher erst mal nicht glaubwürdig.…

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