Rekursive Substraktionsmusik

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Die Angst des Klaviers vor dem Auftritt. Foto: Hufner
Die Angst des Klaviers vor dem Auftritt. Foto: Hufner

Fasching und Sterben. Das stößt aufeinander in einem lyrischen Bild von Lichtenstein. Damit verbunden ein ästhetisches Ansinnen.

In der Lungenheilstätte

Viele kranke Leute gehen in den Gärten
Her und hin und liegen in den Hallen.
Die die Kränksten sind, verfiebern
Alle armen Tage in dem heißen
Grab der Betten.
Ach, katholische Schwestern schweben
Müd umher in schwarzen Gewändern.
Gestern ist einer gestorben. Heute kann einer sterben.
In der Stadt feiern sie Fasching.
Den Unterschied
Möchte ich Klavier spielen können.

Lichtenstein: Die Dämmerung. Deutsche Lyrik von Luther bis Rilke, S. 70353 (vgl. Lichtenst.-GG, S. 71)

Wie nur soll man den Unterschied spielen. Die Aufgabe scheint mir doch so grad recht groß. Obwohl, vielleicht gab es mal einen Komponisten, der das wirklich gekonnt hat: Alban Berg. Oder eventuell Paul Abraham. Es ist einfach so schwer.

 

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der huflaikhan

Betreiber der Kritischen Masse seit 1995. Seit 2023 Wiederaufnahme. Promotion mit einer Arbeit über Adornos kompositorische und theoretische Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik. Arbeit für den Bayerischen und den Mitteldeutschen Rundfunk als freier Autor und Regisseur – zumindest bis Ende 2015. Online-Redaktion für neue musikzeitung, Jazzzeitung und Oper & Tanz. Unglücklich, aber fast taub.