Heute Nachmittag stand die Vertreterin unserer Nachbarin, der Familie aus Syrien, vor unserer Tür. Die junge Frau geht jetzt in die vierte Klasse und hatte einen Teller mit leckeren, selbstgemachten gefüllten Weinblättern dabei, um diese uns zu schenken. Ich, in der Tür, nahm ihr Geschenk mit meinem besten Dankesgesicht ab und freute mich darauf sehr. Um ihr meinen Dank in ihrer Sprache zu übermitteln – man ist ja polyglott gebildet –, sagte ich kurz, lieb und knapp: „Merhaba!“ – Hände gefaltet wie bei Dürer. Sie schmunzelte mich an und antwortete: „Merhaba heißt Hallo.“
Oh, wie peinlich. „Wie sagt man denn Danke?“ „Man sagt Shkran.“ Oder ausgesprochen eher Shukran: شكرًا
Konnten wir beide glucksen. Ich hatte etwas dazugelernt. Und außerdem wunderbare, selbstgerollte, noch warme Weinblätter zum gemeinschaftlichen Verknuspern, jedes ein von Hand geformtes Unikat; und, soweit ich das überhaupt beurteilen kann, die Weinblätter von ausgezeichneter aromatischer Qualität. Das alles: etwas scharf, etwas sauer – extra lecker.
Danke, liebe Fatima.