ich habe neulich wieder mal eine Umfrage zum Umfang des öffentlich-rechtlichen Rundfunk gelesen. Zu viele Sender, zu viele vom Gleichen und so. Diese Umfragen gehen am Problem komplett vorbei. Wenn man die Leute fragte, ob sie nur einen Rundfunk benötigten und einen Sender, der genau das spiegelt, was man sich wünschte, dann bräuchte es für alle Befragten wahrscheinlich sogar nur einen Sender und ein Programm. Denn kaum jemand verfolgt zur gleichen Zeit mehr als ein Programm oder einen Sender.
Gut, so ist es, intuitiv gesehen. Und wahrscheinlich braucht jeder nur ein Programm und einen Sender. Aber bei 85 Millionen Menschen? Was würde das tatsächlich dann heißen? Zu wenig für jeden. Oder stimmt es nicht?
Ich meinte ja mal, am Rundfunk interessiert mich vor allem das, was ich nicht kenne und was ich nicht weiß. Das wäre vielleicht eine Frage, die sinnvoll ist, statt zu fragen, ob man Dinge zusammenlegen kann, die doppelt sind, aber. nicht wirklich … Ich will doch nur unterhalten werden mit dem, was ich nicht schon kenne. Ich will doch nur unterhalten werden von Dingen, die ich nicht kenne. Und im Prinzip kenne ich doch gar nichts. Ich brauche den Rundfunk, ich brauche die Presse, ich brauche die Wissenschaft, ich brauche den Witz, den ich nicht kenne, ich brauche das Wort, das mir was Neues erzählt. Ich brauche all das, was nicht ich bin. Ich bin mir nämlich zu wenig.