Von allen Seiten ist die Kultur und die Vernunft durch Angriffe bedroht. Manchmal auch in der Sache zurecht.
An der wunderschönen Stadt Regensburg kommt man in Regensburg nicht vorbei. Man hatte hier ein wunderbares Oktoberwochenende. Spaziergangfreundlich eigentlich. Da liegt manches herum. Die Stadt räumt sich auf. In Müllladen landet einiges aus der Welt Wahren, Schönen und Guten. Wie lange ich auch auf dieses Ensemble schaue, es fällt mir so recht kein Reim darauf ein. Es geschieht einfach so. Stille Nacht? Habe heute früh mal wieder in Lyrik hineingeschaut, Jakob van Hoddis, einer der liebsten mir, er verfasste einen wundervollen Schlussvers.…
Da fühlt man sich wie auf einem anderen Planeten. Ein ganz merkwürdiger Scherz, diese Veranstaltung ohne Inhalt. Firmen der Popbranche stellen Bänke auf, andere bauen nach außen verspiegelte Klötze. Dazwischen Klitschen mit eigenartigen Angeboten. Und dann in einer Halle, dieses: Stand 712. Die Deutsche Orchestervereinigung, die man vielleicht nicht ganz unbedingt auf so einer Messe erwarten würde. Auf dem Monitor laufen Bilder von Pultstars. Solti bis Thielemann, Furtwängler bis Nagano. Sie spielen alle, so hat es den Anschein, das gleiche Stück…
Letzte Woche auf der Popkomm. Um Kunst ging es selten. Eigentlich ging es nur um Geld und Repräsentation. Keine Frage. Auf der einen Seite, Menschen, die mit aller Macht versuchen, den Status Quo der Rechtewahrnehmung beizubehalten oder gar auszudehnen, in der Mitte jene, die versuchen, ein Stück vom großen Kuchen abzubekommen, auf der anderen Seite jene, die alles in ein anderes Verteilungsformat umbügeln wollen. Man redet über die Köpfe hinweg, so wie in Funk und Fernsehen in Arztserien ist, wo die Ärzte…
Und noch ein Korken, der blogt. Weiß jetzt auch nicht, was schlimmer ist. Aber ich will das Kapitel nicht schließen ohne den Hinweis darauf, dass es mir nun nach etlichen Jahren wieder einmal vergönnt war, ein Buchantiquariat zu besuchen. Regensburg ist da nicht so gut bestückt wie früher einmal Wien oder Berlin (oder selbst Gießen). Diese besuchte Antiquariat hatte tatsächlich alte Werke und verlorene Werke und billige Werke. Unter anderm Sinclair Lewis "Der Babbitt" für 1 Euro. Ist halt Literatur, dick und…
"Definition von "Öffentlichkeit" der Digital Bohème: Öffentlich ist alles, was man googeln kann." ((mehr …)
Gerade mal wieder den Fehler gemacht, die dünnhäutige Welt dickschädliger Weltkommentatoren zu durchkämmen. Mein Fazit: "Über mangelnde Ignoranz kann ich mich nicht beklagen."
von, von, mir fehlen die Worte, einem Schlingel. Fährt man mit dem Auto auf der Autobahn hinein oder hinaus, jedenfalls aus Bayern oder nach Bayern, so begrüßt oder verabschiedet einen ein Schild, dessen Sinn schwer nachzuvollziehen ist.Wie bitte darf man denn die Schlinge da verstehen: Ist das exostdeutscher Galgenhumor, ist es hier so schlimm, dass man sich einen Strick kaufen muss. Dass die Herrschaften nicht einmal ein "ü" richtig schreiben können, naja - wird so ein Gestaltungsfritze gemacht haben -, aber auch…
Vor einiger Zeit habe ich geschwind mich durch den "Aufstand der Zeichen" des französischen Autors Jean Baudrillard durchgelesen. Zunächst wegen eines Textes zur Medientheorie. Auch weil ich Baudrillard immer für einen Trottel hielt, es aber Hinweise darauf gab, dass manche in seinen Analysen so etwas wie eine total überdrehte fortentwickelte, absolut negative und schwarze Form von Adorno zu sehen meinten. Was die Negativität und Trostlosigkeit angeht, kann ich es nun bestätigen. Im Titelaufsatz "Kool Killer oder Der Aufstand der Zeichen" beschreibt und…
Berlin. Wie schlecht es um die sog. Klassik-Welt bestellt ist, zeigt deren angebliche Wirkung auf, ich zitiere, "Drogenhändler, Wohnungslose und andere". Berlin will mit Musik Menschen verscheuchen. Aber nicht mit Heino und Moik, sondern mit Musik aus italienischen Opern, aber mit ohne Gesang. Das berichten sowohl Tagesspiegel und Berliner Zeitung. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass eine Klangberieselung Drogenhändlern, Wohnungslosen und anderen, die unberechtigt oder zu lange in den Stationen verweilen, gehörig auf die Nerven geht. Meist mit der Folge, dass sie…
Im Nachhinein wundert es nicht. Dennoch war die aktuelle Pressemeldung des Deutschen Bühnenvereins sehr beschmunzelnswert. Wird darin doch die deutsche Wirtschaft aufgefordert, ihr Engagement im Sponsoring zu überdenken. Die deutsche Wirtschaft sponsort nämlich Sport und Kultur. Und mit großer Wahrscheinlichkeit Sport mehr als Kultur. Das hat Gründe, die einfach darin zu suchen sind, dass Sportsponsoring einfach öffentlichkeitswirksamer ist und damit auch normalerweise als effektiver eingeschätzt wird. Einer Tour de France steht keine Tour de Culture gegenüber. Obwohl mit "Young Euro Classics" in…