Konservative Kritik [Karl Marx]

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Diese Forderung, das Bewußtsein zu verändern, läuft auf die Forderung hinaus, das Bestehende anders zu interpretieren, d.h. es vermittelst einer andren Interpretation anzuerkennen. Die junghegelschen Ideologen sind trotz ihrer angeblich „welterschütternden“ Phrasen die größten Konservativen. Die jüngsten von ihnen haben den richtigen Ausdruck für ihre Tätigkeit gefunden, wenn sie behaupten, nur gegen „Phrasen“ zu kämpfen. Sie vergessen nur, daß sie diesen Phrasen selbst nichts als Phrasen entgegensetzen, und daß sie die wirkliche bestehende Welt…

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Trübsinn geht weiter

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Der Trübsinn ist doch was Schönes, vor allem, wenn man sich ihm nicht aussetzt. Dennoch, bedenkt man es recht, oder gerade weil — ohne Trübsinn wäre so weniges verfasst. Die anthropologische Großer Trübsinn ist bisweilen Produktivkraft. — O Schmerz! O weher Schmerz! Die Zeit verschlingt das Leben, Und dieser düster Feind, der nagt an Herz und Mark, Wird durch das Blut, das wir vergießen, groß und stark. Die Schlusszeilen aus „Der Feind“ in Baudelaires…

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Hochbetonik (Detmerode)

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Kaltmamsell mag Hochbetonik. Das hatten prima im Stadtteil Detmerode der Fussballstadt (blöde Heimverlierer gestern) gerne gebaut. Gemischte Bauweise, mal hoch mal breit. Dazwischen viel grün. Das Foddo stammt aus der Reihe meiner ersten Bilder mit der Zorki. Transportprobleme sieht man an den Streifen auf dem Foddo. Aber zurück. Der Detmeroder (etwa 16.000 Einwohner) Volksmund nannte diesen Doppelhochbetonzahnkomplex „Don Camillo und Pepone“ — vielleicht wohnten gerade viele italienische Gastarbeiter dortdrin. Normal sterbliche wagten sich da…

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Der fiese Gast – und seine Replik

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Fast monatlich bekomme ich einen Nachtgast, also so einen, der eine Nacht bleibt; eben einen, der ein Bett für eine Nacht in der ihm fremden Stadt benötigt. Dieser Gast war nun da. Ich kann den zwar überhaupst nicht leiden, weil er schmutzt und einen in einer Tour beleidigt, weil er 1860er-Fan ist, weil er dick und kurz ist und mit Bart. Mit einem Wort: Weil er mich an mich erinnert, wenn ich einmal so…

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Bliz aktuell: Zum Fürchten

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Auf der ersten Seite des hiesigen Bliz aktuell (Regensburg, Nr. 46, 14. November 2004) sind offenbar die busenfreudigen Trampel der Regio ausgegangen. Da wird ein armes Mädel schnell zum aufregenden Gardemädchen gemacht. Dem scheint es nicht gerade besonders zu gefallen, der Fotograf und die Bildredaktion des Zeitung geben sich nicht sonderlich Mühe, wenigstens den Blitz aus der Brille zu retouchieren. Ein furchtbares Foto, an der Grenze zur Verachtung. Shanine ist laut Bliz acht Jahre…

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To whom it may concern II [Kierkegaard | Aphorismus]

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Auch das hatte Kierkegaard recht fein herausgearbeitet und pointiert. Das Wesen der Kritik mal anders: "Der beste Beweis, der sich für die Jämmerlichkeit des Daseins führen läßt, ist der, den man aus der Betrachtung seiner Herrlichkeit herleitet." Der geneigte Leser der „Kritische Masse“ mag sich da langsam fragen. „Mein lieber Hufi, was ist denn nur mit dir los. Warum tust du dir diesen Dänen an? Diesen waschechten Jammerlappen aus Smörreland und Selbstmordistan?“ [Ich glaube,…

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Politik: Vertrauen und Gemeinheit [Karl Jaspers]

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Moe verweist auf eine „Pro-Hartz Anzeige einiger „Prominenter Deutscher" in der kommenden SZ. Unter ihnen Leute wie Flimm, Luepertz, Grass, Glotz, selbst den Rechtsphilosophen und -gechichtler Uwe Wesel (den ich im Gegensatz zu den andern immer sehr geschätzt habe). Angeblich wird da drin stehen etwas wie: „Wir, die Initiatoren dieser Anzeige, wählten und wählen ganz unterschiedliche Parteien. Wir arbeiten in diesem Land, wir bezahlen Steuern in diesem Land, wir bekennen uns zu diesem Land.…

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1983 – Volker Braun – 2004

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Der Undank des Volkes Kunze fragte: Warum sind unsere Menschen so unzufrieden? und gar nicht dankbar? Die so vieles haben, wovon sie einst nur träumen konnten! Fernseher, Kühlschrank, Waschmaschine und den Sozialismus. — Sie wollen nicht dankbar sein für etwas, das sie selber machen, sagte Hinze. Friede Freude Freiheit Hinze parlierte mit einem Bundesbürger, dessen Zufriedenheit ihn faszinierte. Der wähnte sich im Besitz der Freiheit — nach dem Ding, dem Hinze sein Leben lang…

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Konstellation, Montage, Komposition, Zitat

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Zitieren oder zitieren; das Recht hat sein recht. Und die Frankfurter Rundschau lässt sich wissenschaftlich erklären, wann ein Zitat ein Zitat ist. Zitate dürfen kein Selbstzweck sein, sagt man. Das stimmt. Doch was bedeutet das. Die Wissenschaft, aber die Interpretation von Phänomenen im allgemeinen, funktioniert nicht zwingend nach dem Prinzip der Deduktion oder der Induktion. Also, ich zitiere etwas, dann kommentiere ich es, oder das Zitat belegt die Aussage, die man entwickelt hat. Das…

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Die N400-Anomalie

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Haacki fragte mich, was denn das N400-Phänomen sei. Ich kann sie beruhigen. Wissen muss man das natürlich nicht. Ich kannte es bis letzten Sonntag nachmittag auch nicht. Dann kam nämlich das Feature “Eine Oper schreiben heißt: Keinen anderen Ausweg wissen” - Das inspirierende Wechselspiel von Wissenschaft und Musik · Von Mathias Schulenburg. Dort heißt es ausführlich: "Die Module, die sich bei als falsch erkannten Klängen erregen, sind die gleichen, die auf grammatische Fehler beim…

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