Wirres Fernsehen
Verstolpert soll Schwarz-Gelb haben den Auftakt. Das Gegenteil ist richtig. Sie haben die erste SPD-Regierung seit 35 Jahren ins Amt gehoben. Das kann man natürlich verstolpern nennen. Aber Trittin noch besser. Man habe Wahlversprechen gebrochen. Zum Beispiel, dass man sagte, alles bleibt schlecht und schwere Zeiten stehen bevor, man werde den Gürtel enger schnallen. Und jetzt: Steuersenkung! Wie kann man seinen Wählern so etwas nur antun. Gleichzeitig dann aber sagen, mit den Senkungen wäre das nichts, da hätten nur die Arbeitgeber, Ärzte und Apotheker was von.
Wie armselig manchmal welche sind
Kaum zu glauben, wie Theo Geissler seiner selbsternannten Karla Kolumna der Neuen Musik (törrröööö!!!) immer noch die Stange hält. Und das nach allen Lücker’schen Peinlichkeiten im Umfeld der Darmstädter Ferienkurse 2008 – und offenbar GEGEN fast alle Stimmen seiner nmz-Mitredakteure! (Wieso wehrt sich diesmal eigentlich niemand mehr aus der nmz-Redaktion gegen diesen ganzen Datenmüll?)
Eins sei aber gewiss: Wer heute Komponisten wegen ihrer Frisur diffamiert, hetzt morgen auch gegen Künstler, die zufällig eine eine krumme Nase haben.
Kracauer kann es auch
"Ein Klavier stand in dem Raum, Gianino konnte nicht widerstehen, er schlug die geliebten Melodien an, und von Tassengeklirr dünn kontrapunktiert, quoll aus schwarzen Tasten Heiterkeit schwerflüssig in die ausgestorbene Welt." (Siegfried Kracauer, Empfindsame Suite von der Bergstraße, Gesammelte schriften Bd.5/1, S. 229, Frankfurt am Main 1990) Ist einfach immer wieder gerne gelesen, zwischendurch, die Aufsätze aus den 20er Jahren, Kritiken zu Spengler, Kafka, Sinclair, Plessner und so vielen anderen. Besonders aber seine richtigen Feuilletons.
Schumann, Goebbels, Dolphy und Mozart
Heute ein anderer Ritt, nachdem gestern noch das Balanescu Quartett mit seiner Kraftwerk-CD zum Abwaschen nachlegen musste.
Gut der Zender kann mit der vierten Sinfonie von Schumann schon ganz schön langweilen und die Musik ist wirklich richtig nervend. Wenn einem nichts mehr einfällt, wiederholt man sich einfach. Vivaldi kannte wenigstens die Technik des Sequenzierens.
Danach Gobbels/Harth mit “Die Zeit wird knapp” von 1981 und dem Jakob Apfelböck Teil von Brecht, was doch auch ganz aktuell ist.
Eric Dolphys sämtliche Prestige-Records, davon die CD 9. Ist furchtbar abgemischt, aber zusammen mit dem Kind hinreißend anzulauschen.
„… quoll aus schwarzen Tasten Heiterkeit schwerflüssig in die ausgestorbene Welt“ [Kracauer]
"Ein Klavier stand in dem Raum, Gianino konnte nicht widerstehen, er schlug die geliebten Melodien an, und von Tassengeklirr dünn kontrapunktiert, quoll aus schwarzen Tasten Heiterkeit schwerflüssig in die ausgestorbene Welt." Ist einfach immer wieder gerne gelesen, zwischendurch, die Aufsätze aus den 20er Jahren, Kritiken zu Spengler, Kafka, Sinclair, Plessner und so vielen anderen. Besonders aber seine richtigen Feuilletons.
Jetzt Haydn!
Warum nicht öfter: Von Janaceks Klavierwerk über Feldmans Why Patterns zu Haydns Streichquartetten opus 20. Was für eine Reise. Und das Ziel ist noch nicht einmal da. Nur hin und wieder ein Jauchzen, Stöhnen zu bestimmten Passagen. Und jetzt sogar mit Fuge. Wie schön.
Schuldig im Sinne der Suppe
Am Ende muss ich doch immer am stärksten sein, das heißt man weichesten, am aufsaugendsten, denn nur mit schmalen Schultern kann tragen, was getragen werden muss. Das Elend der Gesundheit. Für schlechte Laune gibt es hier genügend Platz.
Dumm, Depp, Kolchosensoße
Jetzt ist bald gar nichts mehr zu verstehen. Jamaika im Saarland? Wegen Lafontaine? Zeigt dioch alles, es geht nicht mehr um Politik, sondern um Performance. Politik als Doku-Soap. Aber auch: Brandenburg. Linke und SPD geht doch gar nicht. Das ist doch Käse und für hiesige Verhältnisse eine große Koalition. Wem hilft so etwas. Warum dann hier nicht wenigstens eine Koalition von Linke und CDU oder Linke, Grüne und FDP? Haben wir dann bald alles durch. Schill-Partei und CDU gab es auch mal.…
