Ankündigung: taktlos 69 – Genie? Scharlatan?
3. September 2003 / Bayern 2 Radio, 21:30 bis 22:30 Uhr Live aus München Moderation: Theo Geißler Cross rechts, cross links, Cross-Over: Auf den Spuren guter Musik Im GEMA-Aufsichtsrat gab…
3. September 2003 / Bayern 2 Radio, 21:30 bis 22:30 Uhr Live aus München Moderation: Theo Geißler Cross rechts, cross links, Cross-Over: Auf den Spuren guter Musik Im GEMA-Aufsichtsrat gab…
Wegen eines Regalaufbaus in den daraus resultiuerenden Aufräumarbeiten macht “Kritische Masse” für zwei, drei Tage Sendepause. ...
Unter dem Titel Adorno 2003 außer Betrieb habe ich mich vor einiger Zeit mit dem Jubiläum Adornos (100. Geburtstag) befasst. Eigentlich geht es dieses Mal darum, zu zeigen, wie…
Liebe Zuschauer, seien wir gemeinsam froh, dass wir dieses Theater noch haben. Willkommen in Ihrem, in unserem Theater. Ihr Christoph Schroth Intendant So stand das mal auf der Startseite des…
Im Wege meiner Kündigung des alten Providers [Strato - ja, ich weiß ...] könnte es in den nächsten Tagen zu einigen Problemen mit meinen Domänen kommen. Das sollte sich aber…
Nach der schwierigen Lage des Deutschen Musikrates wegen der Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens, die neue musikzeitung berichtete ausführlich, zeigen sich die Neuerungen in ersten Ansätzen. Der Deutsche Musikrat will mehr Flagge zeigen und die Medienpräsenz steigern.
So gibt der DMR [Deutsche Musikrat] seit kurzem eine neue Zeitschrift heraus, die sich DMR intern nennt. Einen Blick in diese Publikation erhält man durch den Download im PDF-Format. Redaktionsleiter und Vizepräsident des DMR, Jens Michow, sieht in seinem Artikel die Medien-Offensive auf vier Standbeinen (Michow, Seite 3):
* DMR INTERN – der News-Report mit Verbands und Medieninformationen;
erscheint 6mal jährlich.
* DMR MEDIENDIENST – regelmäßige Pressemitteilungen.
* DMR MUSIKFORUM – das Magazin mit Informationen über alle Musikbereiche;
erscheint ab Herbst 4mal jährlich.
* DMR E-MUSIKFORUM – die akualisierte e-Mail-Ergänzung zum Magazin;
monatlich.
Dabei wird dem neuen DMR MUSIKFORUM viel zugetraut:
Das Musikforum wird nicht nur eine umfangreichere Version von DMR INTERN sein. Vielmehr erhebt die Zeitschrift den Anspruch, das erste deutsche Magazin zu sein, das über das gesamte deutsche Musikleben berichtet – also vor allem auch über Musik außerhalb des unmittelbaren Einflussbereichs des DMR. [Jens Michow, Seite 3]
Wenn das man nicht ein hegemonialer Anspruch ist.
Aber der neue Musikrat kann auch mit einem Schmankerl aufwarten, wie es DMR-Präsident Martin-Maria Krüger nennt: Ein neues Logo musste her, welches einhellig vom Präsidium des DMR begrüßt worden sei (Krüger, Seite 2).
Gewiss, das alte Logo war ganz in der Ästhetik der 90er Jahre (vgl. WDR, Tagesthemen) nach Spieckermannschem Muster: Eine gewisse Eleganz der Aussagelosigkeit. Das neue, mit Bindebogen und angedeuteten Notenlinien, ist leicht entschlüsselbar. Doch auch der Bindebogen ist gerade eine recht modische Erscheinung. Wobei die starken Assoziationen, das Binden aus dem Nichts über die wie ein Zwischenspiel wirkenden Notenlinien zum DEUTSCHEN MUSIKRAT (in Versalien) auch etwas über Macht und Ohnmacht, über das Begreifen des Musiklebens aussagen. Der Bindebogen lässt aber auch zugleich ein “Dach” assozieren, unter dem allerdings der Musikrat zu stehen kommt, obgleich er doch Dachverband ist. Das wiederum mag eine Demokratisierung veranschaulichen: dass man, obgleich Dachverband mit den vertretenden Verbänden unter einem Dach sitzt. Eine dritte Assoziation des Bindebogen ließe sich mit dem Begriff des Schildes bilden. Ein Schild, welcher die Notenlinien schützt, den Musikrat aber nur zu weniger als der Hälfte. Der MUSIKRAT selbst steht ja wiederum frei. Das kann dann wieder Permeabilität symbolisieren, den Austausch zu den Verbänden über dem Musikrat und der Politik.
Wie sozusagen negativ zitiert der Bindebogen des Musikrates denjenigen der Hypovereinsbank. „Leben Sie. Wir kümmern uns um die Details.“ Ist dann leicht als „Musizieren Sie, wir kümmern uns um die Details” zurückübersetzbar.
Produziert wird „DMR intern” übrigens von BWM, Bohlwerbung.Multimedia, die unter anderem auch für den IDKV – Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (Präsident u. Geschäftsführer: Jens Michow, Lenhartzstr. 15, 20249 Hamburg), für Michow Rechtsanwälte (Vertretungsberechtigt: RA Jens Michow, Lenhartzstraße 15, 20249 Hamburg) und für Michow Concerts + Management GmbH (vertretungsberechtigt: Elisabeth Michow, Lenhartzstr. 15, D-20249 Hamburg) tätig sind. Gerüchte, dass der DMR in die Lenhartzstr. 15 nach Hamburg umziehen werde, entbehren jedoch jeglicher Grundlage.
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Unter dem Motto „Let the music play“ bietet die GEMA einen neuen Internetservice für Kreative in Werbe- und Onlineagenturen an. Auf der Internetseite www.gema.de/multimedia finden die Kommunikationsprofis alle Informationen zur notwendigen Klärung der Rechte und zur Lizenzierung von Musik bei Produktionen im Online- und Offlinebereich. [Aus einer Pressemitteilung der Gema].
Ich habe mir jetzt die Seiten mal angeschaut. Das ist, rein technisch gesehen, ein Schritt in die richtige Richtung. Das einigermaßen komplizierte Verfahren zur Findung des richtigen Tarifs wird im Abfragemodus Punkt für Punkt erklärt. Am Ende steht dann ein PDF-Dokument, welches händisch auszufüllen ist. Freilich sind die Tarife selbst in ihrer preislichen Gestaltung ganz schön deftig und dürften für Fans oder kleinere Liebhaber, die Werke ihres geschätzten Komponisten “bekannt” machen wollen, unerschwinglich sein. 25 Euro pro Monat für ein Werk mit maximal fünf Minuten Spieldauer. :::
Berechnungsbeispiel für den Tarif VR-W 1:
Für eine gewerbliche Website, auf die maximal 25.000 mal im Monat zugegriffen wird, beträgt die Vergütung je Werk
¤ 25,00 pro Monat mit einer Spieldauer von bis zu 5 Minuten (zzgl. 7 % MwSt.).
Wobei, wenn mans richtig bedenkt, die Tarife für eine nicht-gewerbliche Nutzung konnte ich leider nicht finden, jedenfalls nicht unter dieser Adresse. Da muss man dann wohl zum Beispiel Tarif VR-OD 2 (Vergütungssätze VR-OD 2 für die Nutzung von Werken des GEMA-Repertoires Music-on-Demand mit Download beim Endnutzer zum privaten Gebrauch (ausgenommen Ruftonmelodien) oder VR-OD 3 (Vergütungssätze VR-OD 3 für die Nutzung von Werken des GEMA-Repertoires Music-on-Demand ohne Download beim Endnutzer zum privaten Gebrauch) wählen.
>>> Alles nicht so einfach … <<<
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Die Presse aus Österreich weiß zu berichten, dass in Großbritannien der Umsatz an Handyklingeltönen um mehr als 40 Prozent auf 70 Mio. Pfund gestiegen ist. Im gleichen Zuge brachen die…
Es gibt nur wenige Veranstaltungen im Bereich der Neuen Musik, die sich dem Uraufführungszwang widersetzen können und wollen. Die Uraufführung von gestern ist heute schon häufig im Niemandsland der Geschichte verschwunden. Allenfalls sogenannte Retrospektiven zerren Vergangenes wieder ans Licht. Die Arbeit der „projektgruppe neue musik bremen e.v.” ist von einem ganz anderem Geist beseelt.
Seit 1989 gibt es diesen „Verein“, der sich zum Ziel gemacht hat: „Zusammen mit dem Publikum sollen Theorien und Eindrücke an konkreten zeitgenössischen Kompositionen entwickelt und diskutiert werden. Die Verschränkung von Theorie und Praxis verstehen wir als den unverzichtbaren Anspruch der Arbeit.” Zu diesem Zweck versammeln sich seit 1991 Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen zur Diskussion auf der Jahrestagung dieser Projektgruppe: Komponisten und Musiker, Journalisten und Musikliebhaber, Wissenschaftler zum Beispiel aus Musik, Soziologie, Kunstgeschichte, Philosophie, Theologie, Pädagogik. Sie streiten über Fragen zeitgenössischer Musikproduktion. Man startete ’91 mit „JETZT das Streichquartett“, es folgten „Das Eigene und das Fremde” (‘92), „Am eigenen Leib – Für eine andere Wahrnehmung“ (’93), „Zeit ohne Kronos” (’94), „Präsenz des Schweigens“ (’95), „… das Ungedachte zu umreißen Todesmetaphern in zeitgenössischer Musik” (’96), „Total recall – Erinnern/Vergessen – Speichern/Löschen“ (’97), „Das Rohe und das Gekochte. Zur Dialektik von Mythos und Moderne in zeitgenössischer Musik” (’98) und in diesem Jahr „Transit. Orte/NichtOrte. Raumerfahrungen in zeitgenössischer Musik“.
Man kann sich eigentlich keine würdigere Form der gegenwärtigen ästhetischen Auseinandersetzung vorstellen. Das erinnert teilweise an schon totgeglaubte Formen der bürgerlichen Öffentlichkeit wie zum Beispiel den Lektüre-Zirkel. Unausgesprochen gilt das Motto der „Ungezwungenheit”. Jeder hat das Recht zu fragen und zu sprechen, seine Vorstellungen und Eindrücke zum Ausdruck zu bringen und sich der Diskussion zu stellen. Die Veranstalter versuchen dabei, alle Beteiligten möglichst lange und ausdauernd bei der Stange zu halten. Man geht nach den Vorträgen oder Diskussionen nicht auseinander, sondern bleibt in der Regel zusammen: Beim Kaffee oder Abendbrot, beim Frühstück oder der Kneipe – man bleibt gerne am Ball und vertieft die Erfahrungen aus den Veranstaltungen und Konzerte in kleineren Gruppen. Aber niemand wird dazu gezwungen. Es ist ein Symposium im besten platonischen Stile.
Die Finanzierung dieser Tagung ist ein Akt der Selbstkasteiung und des modernen Wirtschaftstyps. Zwar teilt der Bremer Senat der Projektgruppe einen Beitrag zu, aber zu diesem Betrag von etwa 110.000 DM (zusammengesetzt aus Kultur: 70.000 DM und Wirtschaft: 40.000; wobei „Wirtschaft“ sich ausklinken wird) schafft man es zirca weitere 50.000 DM aus Sponsoren herauszuholen. Doch das sind alles Gelder, auf die sich die Projektgruppe nicht verlassen kann. Dabei geht kein Pfennig für Personalkosten der Projektgruppe verloren. Mit anderen Worten: Man arbeitet, schöngeredet, ehrenamtlich; besser gesagt: man verschenkt sich; ehrlich gesagt: man beutet sich selbst aus. So berühren die finanziellen Belange leider auch die thematische Arbeit. Einerseits ist man darum bemüht aktuelle ästhetische Fragen anzugehen, andererseits verlangen viele potentielle Geldgeber eine jahrelange Vorplanung. Letzteres würde sicherlich der Sprengkraft und Aktualität der Veranstaltung nicht zugute kommen. Anders herum ist man permanent geplagt von Unabdingbarkeit der Geldbeschaffung, die dann die theoretische Vorbereitungszeit auffrisst.
Ein anderes Problem kommt hinzu. Die Teilnehmerzahlen sind über die letzten Jahre offensichtlich rückgängig (wobei die Konzerte regelmäßig außerordentlich gut besucht werden). Erklären kann dies niemand, weil man diejenigen, die nicht kommen ja auch schlecht befragen kann. Deshalb steht jedes Jahr die Durchführung der nächsten Tagung infrage. Natürlich wäre es besser, wenn es zu festen Finanzierungszusagen aus weniger wackeligen Töpfchen kommen würde. Möglicherweise kann das geplante neue Stiftungsrecht eine bessere Lösung erbringen. Doch bis dahin ist es ein weiter Hungermarsch, vielleicht ein zu langer.
Auf ein altes Problem wies übrigens schon Martin Thrun 1994 in der Zeitschrift „Musikforum” hin: „Allemal setzen Mottos und Projekttitel den Fest- und Konzertprogrammen unweigerlich Rahmenbedingungen und zwingen die Werke in eine vorgefertigte Konzeption hinein, in der sie unter der Last der verkündeten Parolen ihr Autonomie zum Vorschein bringen müssen. Meist sollen sie hier für etwas einstehen, was bereits im Motto selbst gesagt ist und sie nun auf ihre Weise ausfüllen sollen.“ Dieses Problem zeigte sich auch bei der diesjährigen Tagung, wo die Raum-Metapher schließlich soweit aufgeweicht wurde, dass sie alles und damit nichts mehr umfasste. Ja, vieles wurde zur Metapher stilisiert und damit ins virtuelle Nichts der „nachpostmodernen” Ästhetik verwiesen. Unrecht hat Thrun mit dem Vorwurf der Beliebigkeit der Themen. Denn: Eigentlich sind es nicht die Themen, die die Faszination dieser Tagung ausmachen, sondern die Struktur der Tagung selbst. Darum soll nichts weiter über die diesjährige Veranstaltung berichtet werden. Denn das hieße schließlich, einen Prozess festzusetzen. Damit würde man vollkommen die Intention dieser Veranstaltung aushebeln. Man hat nur etwas davon, wenn man teilnimmt. Nicht, wenn man im „Focus“-Stil „ein Ergebnis” modern-hirngerecht zusammenpüriert.
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Einen weiten Blick in die Zukunft voraus wagte der Vorsitzende der deutschen Phonoverbände Gerd Gebhardt am 15.8.2003 auf der diesjährigen popkomm. Dabei geht es um Kopierschutz, die Ressource Kreativität, das…