Kalenderblatt: November
Aus dem monatlichen Kalenderblatt der Kultur-Kritik November: weiter: Wosn das Bügeleisen - Kabelsalat.
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Gerd Gebhardt als Vorsitzender einstimmig wiedergewählt – Mitgliederversammlung tagte in Berlin und beschloss Anpassung der Gold- und Platinwerte an internationale Standards
Noch immer leiden die Phonoschaffenden unter der Entstehung von Privatkopien. Angeblich soll es 259 Millionen mit Musik aufgespielte CD-Rohlinge geben. Woher diese Zahl kommt, das verschweigt die Meldung, ebenso umgeht sie die Frage, ob diese Kopien zugestandenes Recht sind oder böse Kopien.
Die Entwicklung ist folgerichtig: Man fragt nicht mehr nach einer geltenden Rechtmäßigkeit sondern versucht das Recht zu verändern. Privatkopien gehören abgeschafft oder wenigstens lizenziert.
„Die deutsche Musikwirtschaft fordert deutliche rechtliche Einschränkungen des massenhaften Musikkopierens”, erklärte Gerd Gebhardt, einstimmig wiedergewählter Vorsitzender der deutschen Phonoverbände, im Rahmen der heutigen Mitgliederversammlung. “259 Millionen mit Musik kopierte CD-Rohlinge in Deutschland im letzten Jahr sind existenzbedrohend für unsere Mitgliedsfirmen. Das können auch erfolgversprechende Ansätze wie der boomende Absatz von Musik-DVDs, die hoch attraktive Pocket Disc im kleinen Format (3 Inch) und der Musikvertrieb im Internet nicht wettmachen.”
Die erste Lösung ist auf dem Weg ist die Veränderung der Gold- und Platinwerte für die verkauften Stückzahlen angeblich als Anpassung an internationale Standards; rückwirkend.
Die Mitgliederversammlung beschloss auf ihrer heutigen Sitzung in Berlin die Anpassung der Stückzahlgrenzen für die Verleihung Goldener Schallplatten an internationale Standards. In England und Frankreich lagen die Stückzahlgrenzen für Verleihungen deutlich niedriger als in Deutschland, was zu Verzerrungen im Zahlenvergleich führte. CD-Alben erhalten künftig für 100.000 verkaufte Exemplare Gold (bisher 150.000), Singles für 150.000 (bisher 250.000). Für Platinverleihungen gelten wie bisher die doppelten Grenzen. Die Regelungen gelten rückwirkend für alle Neuveröffentlichungen seit dem 1. Januar 2003.
Ich gebe zu, ich weiß nicht, was diese Werte überhaupt sollen außer bei entsprechenden Personen als Pseudoexemplare an Wänden befestigt zu werden.
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Seit gestern habe ich auch ein Spamodul installiert, welches für mich die Bewertung abnimmt. Aber auch manchen Fehler produziert: So werden die Pressemitteilungen des Phonoverbandes als Spam gedeutet. Das entbehrt gewiss nicht einer besonderen Komik – anscheinend wird die Mail-IP des Phonoverbandes so eingestuft.
Den höchsten Wert durch Lesen und Einordnen von regulären Ausdrücken hatte ich heute:
X-RegEx-Score: 2979.2
X-RegEx-Warning: spam (2979.2 > 500.0)
X-RegEx: [240.1] FORGED_YAHOO_RCVD_A ‘From’ yahoo.com does not match ‘Received’ headers
X-RegEx: [240.1] FORGED_YAHOO_RCVD_B ‘From’ yahoo.com does not match ‘Received’ headers
X-RegEx: [48.9] CLICK_BELOW Asks you to click below
X-RegEx: [77.1] COMPLETELY_FREE No such thing as a free lunch (2)
X-RegEx: [126.0] OPT_IN Talks about opting in (lowercase version)
X-RegEx: [53.5] OPT_IN_CAPS Talks about opting in (capitalized version)
X-RegEx: [110.1] WE_HONOR_ALL Claims to honor removal requests
X-RegEx: [194.8] AS_SEEN_ON As seen on national TV!
X-RegEx: [40.0] DIET Lose Weight Spam
X-RegEx: [223.0] REVERSE_AGING Reverses Aging
X-RegEx: [430.0] WRINKLES Removes Wrinkles
X-RegEx: [139.1] WHILE_YOU_SLEEP While you Sleep
X-RegEx: [307.0] BANG_EXERCISE Talks about exercise with an exclamation!
X-RegEx: [430.0] BANG_OPRAH Talks about Oprah with an exclamation!
X-RegEx: [67.4] BANG_GUARANTEE Something is emphatically guaranteed
Da summt sich was zusammen.
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Am 24. Oktober vergab der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V. in Bielefeld die durchaus unbegehrten Big-Brother Awards 2003. Unter den Preisträgern befand sich auch die Gebühreneinzugszentrale (GEZ). Diese erhält den sogenannten Life-Time-Award für ihren unermüdlichen Einsatz bei der bedingungslosen Ermittlung von Schwarzseherinnen und Schwarzhörern.
Laudator Dr. Thilo Weichert von der Deutschen Vereinigung für Datenschutz führte aus: Ohne Rücksicht auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und das Recht, in Ruhe gelassen zu werden, beschafft sich die GEZ seit Jahren regelmäßig und systematisch Daten von Meldebehörden, von öffentlichen Stellen, von Adresshändlern und äußerst fragwürdigen weiteren Quellen, um Menschen zu finden, die keine Rundfunkgebühren bezahlen, selbst wenn diese an der Nutzung von Hörfunk und Fernsehen kein Interesse haben. Die GEZ und die Gebührenbeauftragten der Rundfunkanstalten sammeln dabei in einem Übermaß Daten, dringen unter Überrumpelung von Menschen in deren Wohnung ein und nötigen die Menschen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zur Offenbarung von eigenen Daten.
Im Rahmen der Begründung der Preisverleihung fielen weitere recht aufschlussreiche Fakten an. So heißt es dort:
Fast unmöglich ist es, bei der GEZ ein Rundfunkgerät abzumelden. Statt einer Bestätigung erhalten die bisherigen Gebührenzahlenden ein Schreiben, in dem sie – wieder ohne Rechtsgrundlage – aufgefordert werden, die Gründe für die Aufgabe ihres Gerätes mitzuteilen sowie die dritte Person zu benennen, die das bisherige Gerät übernommen hat, inclusive Geburtsdatum und GEZ-Teilnehmernummer. Diese Dritten werden erst gar nicht gefragt. Immer wieder geschah es auch, dass regelgerecht abgemeldete Rundfunkteilnehmer wieder in Mailing-Aktionen einbezogen und deren Daten nicht gelöscht wurden.
Der gesamte teuere administrative Aufwand einer teilweise gesetzeswidrigen Gebühren- und Datenerhebung ließe sich dadurch vermeiden, dass die Gebühren nicht mehr am „Bereithalten eines Rundfunkgerätes” anknüpfen, sondern vielmehr von allen Volljährigen einheitliche Abgaben erhoben werden. Technologiebedingt ist es kaum mehr möglich, zwischen Rundfunk- und anderen multifunktionalen Kommunikationsgeräten wie Internet-PC, UMTS-Mobiltelefon usw. zu unterscheiden. Daher haben die Datenschutzbeauftragten im Jahr 2000 gefordert, im Interesse der Kosten- wie der Datenvermeidung ein einfacheres pauschales Finanzierungsmodell zu wählen. Schon im Jahr 1999 forderte die CDU die Einführung einer pauschalen Gebühr. Der Vorsitzende des Bundesfachausschusses Medien der CDU wird damit zitiert, dass diese Abgabe auf die Hälfte der bisherigen Gebühr reduziert werden könne, u.a. auch weil die gewaltigen Datenverarbeitungs- und Verwaltungskosten bei der GEZ entfallen würden. Die Ministerpräsidenten der Länder haben im Herbst 2001 beschlossen, die Rundfunkgebühr künftig haushaltsbezogen zu erheben. Wenn die GEZ unterstellt, alle Haushalte hätten heute ein Rundfunk und ein Fernsehgerät, so kann sie auch die Konsequenz daraus ziehen, ohne Verletzung des Datenschutzes alle finanziell gleich zu belasten. Tatsächlich hat sich aber bis heute nichts getan.
Aktiv bleibt die GEZ mit ihrer Lebensaufgabe, unter Missachtung des Verbots der Vorratsdatenverarbeitung und des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung die Menschen in Deutschland zu drangsalieren. Auch wenn sich die ganzen Ermittlungen und Datenabgleiche finanziell für die GEZ nicht lohnen sollten, so hat sie jedenfalls dafür von uns den Lifetime-Award verdient.
Weitere Informationen zum deutschen Big-Brother-Award finden sich unter: http://www.big-brother-award.de/
Weitere Preisträger sind 2003:
“Die Deutsche Post-Shop-GmbH erhält den Big Brother Award 2003 in der Kategorie Arbeitswelt für ihre Arbeitsverträge mit Post-Agentur-Nehmern in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen. Hierin sollen sich die Agentur-Nehmer pauschal verpflichten, im Krankheitsfall einen von der Deutschen Post-Shop-GmbH bestimmten Arzt von seiner Schweigepflicht zu entbinden.”
Der BigBrotherAward im Bereich Politik wird verliehen an die Regierungen/Innenminister der Bundesländer Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen weil sie im Windschatten der Terrorismusbekämpfung die Verschärfung ihrer Landespolizeigesetze betreiben und damit drastische Einschnitte in elementare Grund- und Freiheitsrechte einer Vielzahl unverdächtiger Personen einkalkulieren. Bedroht sind insbesondere das Brief- und Fernmeldegeheimnis, das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung und damit das Recht auf freie Kommunikation ohne Angst vor Repressalien.
Der Regional-Preis des diesjährigen BBA geht an den Innensenator von Berlin, Herrn Dr. Ehrhart Körting für seine mehr als fragwürdige Rechtfertigung des Einsatzes der so genannten „stillen SMS” durch die Berliner Polizei. Er hatte eingeräumt, dass die Bedenken der Datenschützer gegen eine solche Praxis erheblich seien. Man müsse sich aber entscheiden, “ob man die Täter oder die Opfer schützen” wolle (vgl. Drucksache 15/1834). Er setzt sich damit absichtsvoll über die geltende Rechtslage hinweg, die das Versenden solcher „stiller SMS” zur Ortung von Tatverdächtigen eben nicht vorsieht.
Der Big Brother Award 2003 in der Kategorie Behörden/Staatliche Stellen geht an die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika für die Nötigung europäischer und insbesondere auch deutscher Fluglinien, diversen US-Behörden den Zugriff auf die umfangreichen Buchungsdaten aller Passagiere zu gewähren, die in die USA einreisen oder durch die USA durchreisen wollen.
Der BigBrotherAward 2003 in der Kategorie “Kommunikation” geht an die T-Online Aktiengesellschaft für ihre datenschutzwidrige Langzeitspeicherung von Telekommunikations-Verbindungsdaten.
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contrapunkt 16 westöstlicher dialog Russland Deutschland. Klischee ./. Wahrheit 23. Oktober 2003 20.05 21.30 Uhr, Goethe-Forum München Kalinka, Iwan Rebrows Lieder und Tschaikowskijs Schwanensee - ist das alles, was man in Deutschland über die russische Musikkultur weiß? Natürlich nicht. Aber diese Klischees sind es, die vielen zuerst in den Sinn kommen. Umgekehrt ist es ebenso. Den Russen fallen nicht Bach oder Beethoven ein, wenn sie an deutsche Musik denken, sondern Rosamunde und andere Soldatenlieder, begleitet von Klängen der…
Gerade gefunden, zwei Stellen über Lorbeeren bei Wittgenstein, die in einem Zusammenhang denkbar wären. Zuerst eine Sentenz, die auch einem Poeten gut zu Gesicht stünde: Auf seinen Lorbeeren auszuruhen ist so gefährlich, wie auf einer Schneewanderung ausruhen. Du nickst ein, und stirbst im Schlaf. [1939-40] Dagegen oder daneben: Die populär-wissenschaftlichen Schriften unserer Wissenschaftler sind nicht Ausdruck der harten Arbeit, sondern der Ruhe auf ihren Lorbeeren. [1941] Also ein Einnicken und im Schlaf sterben? Das passt nicht so zusammen. Ungeklärt ist dabei auch…
Vor der Prosa des Ludwig Wittgenstein habe ich Respekt. Manch ein Satz erscheint mir einfach so vertrackt, dass das Rätsel, welches er auf gibt, interessanter scheint, als die Lösung. Man nehme einmal: Wer zu viel weiß, für den ist es schwer nicht zu lügen. Das mag mehrere Probleme in sich bergen. Entweder man weiß so viel, was aber in all dem Wissen selbst zu sich gegenseitig ausschließenden Wissensfragmenten führt. Dann blockiert sich "Wissen” gleichsam. Zu viel Wissen wäre sodann automatisch ein Überwissen…
Gerade gefunden, zwei Stellen über Lorbeeren bei Wittgenstein, die in einem Zusammenhang denkbar wären. Zuerst eine Sentenz, die auch einem Poeten gut zu Gesicht stünde:
Auf seinen Lorbeeren auszuruhen ist so gefährlich, wie auf einer Schneewanderung ausruhen. Du nickst ein, und stirbst im Schlaf. [1939-40]
Dagegen oder daneben:
Die populär-wissenschaftlichen Schriften unserer Wissenschaftler sind nicht Ausdruck der harten Arbeit, sondern der Ruhe auf ihren Lorbeeren. [1941]
Also ein Einnicken und im Schlaf sterben? Das passt nicht so zusammen. Ungeklärt ist dabei auch noch die Frage, was denn eine populär-wissenschaftliche Schrift in diesem Sinne wäre. Ich denke, mit der zweiten Sentenz hat Wittgenstein das falsche Bild gefunden – mindestens im Rahmen seiner Bildbearbeitung. Vielleicht kann mir aber auch jemand helfen
Nachweis: Ludwig Wittgenstein, Über Gewißheit – Werkausgabe Band 8 – Bemerkungen über die Farben, Über Gewißheit, Zettel, Vermischte Bemerkungen, Frankfurt/M. 1984, S. 499 und S. 508.
Vor der Prosa des Ludwig Wittgenstein habe ich Respekt. Manch ein Satz erscheint mir einfach so vertrackt, dass das Rätsel, welches er auf gibt, interessanter scheint, als die Lösung. Man nehme einmal: Wer zu viel weiß, für den ist es schwer nicht zu lügen.
Das mag mehrere Probleme in sich bergen. Entweder man weiß so viel, was aber in all dem Wissen selbst zu sich gegenseitig ausschließenden Wissensfragmenten führt. Dann blockiert sich “Wissen” gleichsam. Zu viel Wissen wäre sodann automatisch ein Überwissen [in einem ganz plumpen Sinne vergleichsweise wie beim Überfischen].
Oder aber: Das Wissen setzt sich selbst schachmatt, weil alles was man dann bei ungeheurem Wissen sagen kann, nicht durch die Aussage mehr gedeckt werden kann. Das Aussagen wird grundsätzlich defizitär, weil man ja nicht immer alles aussagen kann. Das Lügen ist dann nicht vorsätzlich sondern fahrlässig eine Folge der Nichtrealisierbarkeit des Wissens.
Unbeantwortet dabei ist, wie es sein kann, dass man zu viel wissen könne. Zu viel ist nun einmal zu viel.
Nachweis: Ludwig Wittgenstein, Über Gewißheit – Werkausgabe Band 8 – Bemerkungen über die Farben, Über Gewißheit, Zettel, Vermischte Bemerkungen, Frankfurt/M. 1984, S. 540.
Bekanntlich hatte Adorno weder ein Computer noch nutzte er das Internet mindestens mangels Existenz. Der typische Adorno-Liebhaber oder Kenner wähnt sich natürlich in Besitz der Gesammelten Schriften. Zettelchen, Annotationen mit Bleistift, Füller oder Kugelschreiber (pfui!), Zettelkästen und anderes gehören da zum Inventar. Und nun dies: Adornos Gesammelte Schriften sind erschienen in der Digitalen Bibliothek als Nummer 97. Wem bisher die Register zu den Schriften Adornos fehlten, der drückt hier einfach auf Suche und innerhalb weniger Sekunden erscheinen alle entsprechenden Stellen. Das ist alles nach den Maßstäben der Wissenschaft zitierfähig. Per Copy&Paste kann es praktisch nicht mehr zu falschen Abschriften kommen. Allein, man benötigt einen Computer. Zum Lesen selbst ist ein Buch zwar schöner, zu Zwecken der schnellen Erforschbarkeit ist diese Ausgabe jedoch empfehlenswert.
Apple-Kompatibität
Und eine zweite Meldung der Digitalen Bibliothek ist erwähnens- und lobenswert. Seit Oktober bietet die Digitale Bibliothek ein Hilfsmittel an, mit welchem man deren Bibliothek auch auf einem aktuellen Apple-Computer mit Betriebssystem ab Mac OSX 10.2. lesen kann. Noch ist diese Software im Beta-Stadium. Ich konnte bisher jedoch weder Abstürze oder andere Fehler feststellen. Dieses Tool gibt es gratis, was in der heutigen Zeit, in der möglichst viel wertgeschöpft werden will, durchaus keine Selbstverständlichkeit ist. Digitale Bibliothek
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