Baden Powell: Lembrenças
Da spielt jemand sehr zurückgezogen Gitarre, jenseitig. Selten haben sich Klarheit und Schwermut so schön vereint. Baden Bowell, Lembrenças / Trama TESN/114-2 Siehe auch: Jazzzeitung
Da spielt jemand sehr zurückgezogen Gitarre, jenseitig. Selten haben sich Klarheit und Schwermut so schön vereint. Baden Bowell, Lembrenças / Trama TESN/114-2 Siehe auch: Jazzzeitung
Ja, ich weiß, die Platte ist schon etwas alt - aber ich habe sie mir heute nochmals beim Durchkramen herausgefischt. Und es ist schon erstaunlich, welche Breite zwei Musiker zusammen…
Doppel-CD des Gitarristen aus Brasilien, welches einen schönen Querschnitt durch seine musikalische Laufbahn (1964-1977) aufzeigt. Kaum ein Track, den man übergehen müsste. O Universo Musical de Baden Powell / Universal…
Gute Uptempo-Stücke, die fein und raffiniert gemixt sind. Teilweise allerdings etwas langweilig und ein bisschen technikverspielt. Überrumpelt beim ersten Hören, wird dann schwächer. Superpreachers, Stereophonic Sometimes / Hazelwood HAZ 023
Ein neues Werk aus dem Hause meta records, die unlängst nach Berlin umgezogen. Leider haben sie ihr schönen Booklet-System aufgegeben. Graphisch war es hocheindrucksvoll. Nun leider das Jewel-Case. Leider. Doch zur Musik:
Chris Dalgren (bass), Kalle Kalima (guitar) und Eric Schaefer (drums) zeigen auf dieser Scheibe, dass man immer noch mit guten Gründen “frei” spielen kann. Das Trio spielt neun durchaus recht unterschiedliche Tracks ein, deren Beziehung zwischen frei und gebunden schwer zu durchschauen ist. Es ist also die Musik nicht einfach “schräg”, aber sie ist eben auch nicht so billig totarrangiert. Beschreiben fällt wirklich schwer. Man spürt aber eben doch in jeder Faser, dass es Triomusik auf höchstem Niveau ist, die zudem auch neu klingt. Aber, ich kenne ja auch nicht alle Musik der Welt.
Johnny La Marama – meta records 015 – Metarecords (da gibts auch mehr Infos zu Gruppe und Musik – anfangs fand ich die Idee gut, es im Booklet mit dem Verweis zu halten, heute find ich es ein wenig schade, meine Meinung)
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Ein Hochwerk der repetitiven Musik aus den 70er Jahren. Mit viel Bläsern, etwas Bratschen und Gesang. Voll homophon und mit einem musikalischen Druck, den es in der repetitiven Musik selten gibt. Eine musikalische Abrechnung mit Platos Staat in knapp 35 Minuten. Ratatatata – und keineswegs so lieblich, wie man gemeinhin die sogenannte Minimalmusic kennt.
Louis Andriessen: De Staat (Schoenberg Ensemble, Ltg: Reinbeert des Leeuw) – Nonesuch 7559 79251-2
Interessant dabei auch, dass Andriessen dieses Stück als Beitrag zur Diskussion zum Stand der Musik in der Politik vestanden wissen will. Plato, mit seiner Angst vor einer Beschädigung des Gesellschaft (Gemeinschaft) durch Musik, wird aufs Korn genommen. “De Staat” ist zwar nicht direkt die Gesellschaft beschädigend. Angst vor der Musik – ein bisschen kann man sie auch beim Hören bekommen, dazu sollte man sie aber nicht zu leise hören.
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Dicke Doppel-CD mit großer Besetzung, darunter auch Jazz-Größen wie Herbie Hancock, Wayne Shorter oder Kenny Wheeler. Eine Musik kommt dabei raus, die ganz unterm Tonfall von Joni Mitchell steht -…
Spannendes Duo des Pianisten Omar Sosa mit dem Perkussionsisten Gustavo Ovalles. Ohne Anbiederung frei im musikalischen Raum schwebend. Mal leicht, mal komplex. Ein Live-Concert, welches seine Spontaneität behalten hat. Omar…
Leider ist passiert, was nicht passieren dürfte. Meine Datenbank mit meinen Beiträgen ist gelöscht worden. Mal sehen, ob ich mein letztes Backup wiederfinden kann. Nein, leider ist kein nettes Backup…
Über 13 Jahre sind nun vergangen. Ossis und Wessis leben zusammen in einem Land. Die Grenzanlagen sind niedergerissen, denkt man. Schön, schön, schön – wäre es wenigstens so. Apropos “schön”: Als ich neulich meine Plattensammlung mit Musik von Gerhard Schöne bereichern wollte, ging ich in den ortsansässig besten Laden, eine profane Drogerie. Die jedenfalls haben an meinem Lebensmittelpunkt, neben Zahnpaste, Damenbinden und Parfum, einfach die größte Auswahl an CDs. In den Regalen fand ich Peter Maffay, Reinhard Mey, Udo Lindenberg und andere deutsche Musiker, aber weit und breit nichts von Gerhard Schöne, obwohl dieser – auch deutsche – Liedermacher nun wirklich kein Unbekannter ist. Also an den Informationstresen gegangen und nachgefragt man guckt ja manchmal an den falschen Stellen. Und siehe da, der Computer spuckte zahlreiche Titel aus. Prima, toll, kauf ich.
Doch dann ein paar wirre Blicke des Verkäufers: Schöne laufe unter Warengruppe 16 (Zahl von der Redaktion geändert) und die sei merkwürdigerweise gesperrt. Warum Schöne in einer gesperrten Warengruppe gelandet sei, wusste der Verkäufer nicht zu sagen. Zum Umsturz unserer freiheitlich-rechtlichen Grundordnung hat er soweit ich weiß auch nicht aufgerufen und andere verfassungswidrige Dinge sind mir von Schöne bisher ebenfalls nicht bekannt gewesen. Aber schließlich kann man sich ja mal täuschen. Also hat der auskunftgebende Unterkollege den allwissenden Ober-Kollegen gefragt und der sagte lapidar: Warengruppe 16 sei hier (in Westdeutschland, besser in Bayern, genauer in der Oberpfalz, ganz genau in Regensburg) gesperrt, weil sich derartige Musik hier (in Deutschland?, in Bayern?, genauer in der Oberpfalz?, auf jeden Fall in Regensburg!) nicht verkaufe, „kriegen ‘se hier nicht, steht auch nicht rum, können wir aber bestellen.” Da war sie also wieder, die Grenze zwischen den Ossis und den Wessis.
Gerhard Schöne kennt man im Westen einfach nicht und will man auch nicht kennen, doch warum? Zu vermuten ist, es ist die einfache Tatsache, dass er aus dem Osten ist, da wo die Chemie so schmutzig, das Eisen so verrottet und die Musikkultur so altmodisch ist. Das ist eben das “alte Deutschland” in den „neuen Ländern“, sollte man daher besser vergessen. Ich würde – pragmatisch wie ich bin – unseren Wessi-Lesern raten, sich selbst ein Bild zu machen, aber das Stigma „Warengruppe 16“ wird sie vermutlich hindern. Obwohl, es gibt ja noch das Internet.
Martin Hufner
Cluster sind eine ständige Rubrik der neuen musikzeitung
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