Maestro Turntables: Blue Note Trip

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Cool oder uncoolGanz lässig ist zwar diese Doppel-CD, die einige hippe Tracks von Donald Byrd über Buddy Rich und Horace Silver bis Gary Bartz vereinigt. Alles das ist hübsch an der Schnur aufgeperlt und loungt sich gar nicht mal ungekonnt über insgesamt gut 140 Minuten durch. Aber für wen ist eine solche CD eigentlich gemacht? Für im Zwielicht zwinkernde Bars, fürs angenervte Autofahrten oder als Begleitmusik zum Fensterputzen? Wohl für alles zusammen, möglicherweise passt dazu auch ein gekonnt dressierter Blattsalat.
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Installationsprobleme

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Jetzt habe ich mir doch vor einigen Wochen ein relativ teures Mousepad der Marke Giganta bestellt. Nach immerhin sechs Wochen kam es dann auch an. In Testberichten wurde es absolut gut getestet: Kein Ruckeln bei optischen Mäusen, abwaschbar und so gut wie unkaputtbar. 19 Euro war mir das wert und jetzt das: ...Ich packe also aus. Und es sieht hübsch glitzerig aus. Aber: keine Treiber-Diskette oder CD. Wie also soll mein Computer mit dem Mousepad umgehen. (Bei solch einem Preis hätte ich…

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Greg Osby: St. Louis Shoes

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Greg OsbyEin Jazz-Quintett um den Saxophonisten Greg Osby macht einen Ausflug in die gute alte Zeit und zieht sich gewissermaßen alte Schuhe an. Mit dem ersten Stück „East St. Louis Toodle-oo“ ist man sofort dort. Da saftelt die Musik geradezu in traditionellen Harmonieshemata eines Trauermarsches und drüber setzt sich dann, kaum dass man es bemerkt, eine dazu etwas schiefe Soloinstanz. Dieses Stück hat es in wirklich sich: auf einem Trompetensolo (Nicholas Payton) folgt gleich ein furioses gestrichenes Baßsolo von Robert Hurst. Danach setzt Payton ein zweites Mal an, auf dem Flügelhorn, perfekt in seiner gewollten Unbeholfenheit und seinen Ansatzproblemen.
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Ausklang – Cluster!

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Der Abschied ist leise, kaum einer hat ihn bemerkt, niemand hat sich dagegen aufgelehnt. Mit Wolfgang Rihm und Siegfried Matthus haben zwei prominente Komponistenpersönlichkeiten den Aufsichtsrat der GEMA verlassen, beziehungsweise sind in einer Stellvertreterrolle (Rihm) auf der Ersatzbank gelandet. Wir bedanken uns für die geleistete Arbeit im Namen aller musikalischen Urheber. Macht’s gut und noch ein schönes Wochenende. Denn man hat von Seiten der Neuen Musik Szene einen adäquaten Ersatz gewählt bekommen: Enjott Schneider, den Komponisten des besetzungstechnisch aufwändigsten Werkes der Gegenwart,…

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Kundenschutz

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Auf dem besten Weg sich vor Kunden zu schützen, sind einige Plattenlabels. Neuerdings hält auch im Jazz- und sogenannten E-Musik-Sektor ein technisches Verfahren Einzug, welches das Kopieren von CDs unmöglich machen möchte. Gute Idee, denken wohl die Verbreiter solcher CDs.

Weil, nämlich, kopieren ist ja sowieso nicht erlaubt, naja, fast nicht, eben: zum privaten Gebrauch ist es gerade noch zulässig. Aber wo kämen wir denn auch hin, wenn jemand eine Musik-CD privat brauchen wollte. Privat ist immer schon gefährlich gewesen, was da hinter Tür und Schloss beim Einzelnen sich abspielt ist pars pro toto immer problematisch, sonst könnte man es ja auch in der Öffentlichkeit machen. Wer privat ist, hat etwas zu verbergen, nicht wahr. Musikalische Molotov-Cocktails werden da zusammengestellt und das kostet unter Umständen einer ganzen Branche das Leben – da heule ich doch gleich mit.

Nicht wenige Kunden sind über solches Verhalten wenig amüsiert und weigern sich in Zukunft derartige CDs zu kaufen. Auch in der neuen musikzeitung werden demnächst derartige sogenannte kopiergeschützte CDs als solche gekennzeichnet.

Nebenbei: Wie gut sind denn diese CDs wirklich gegen Kopien geschützt? Ehrlich gesagt, sie sind es nicht einmal. Mit allen drei Versuchs-CDs gelang die digitale Kopie von einem handelsüblichen CD-Player auf Mini-Disc oder Digital-Audio-Tape. Und ebenso einfach war eine Überspielung auf den guten alten Kassettenrekorder. Allein aus dem Computerlaufwerk heraus, da will weder die digitale noch die analoge Kopie so recht funktionieren. Der Schutz derartiger CDs zielt eindeutig und momentan noch allein auf Computerlaufwerke – und es ist ja bekannt, dass E-Musik-Hörer am liebsten ihre Musik-CDs am Computer hören möchten.

Der sogenannte Kopierschutz verhindert also nicht einmal das Kopieren, aber er macht es schwieriger, wenn sich jemand mal schnell so eine CD für Auto-CD-Player umkopieren möchte. Das ist nicht unmöglich, aber umständlicher geworden. Was soll also ein Generalverdacht gegen die Kunden bringen?

Die professionelle Raubkopierer scheren sich ohnehin einen Dreck um solche Kopierschutzmechanismen, die bekommt man so auch nicht dran. Aber dem Ganzen wird eine Krone durch die Novelle des Urheberrechtsgesetz aufgesetzt, das einige höchst pikante Passagen hat. Wer einen Kopierschutz umgeht, kann „mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft“ werden, „wenn die Tat nicht ausschließlich zum eigenen privaten Gebrauch des Täters oder mit dem Täter persönlich verbundener Personen erfolgt oder sich auf einen derartigen Gebrauch bezieht“. Ja nun, da staunt man nicht schlecht. Wie denn nun, ist das Umgehen des Kopierschutzes zum ausschließlich eigenen, privaten Gebrauch „des Täters“ doch straffrei? So siehts aus. Der Kunde wird zwar zum Täter, aber zu einem, der nicht strafrechtlich belangt werden kann. Wenn man zu der Meinung kommen konnte, dass das dialektische Denken in der letzten Zeit aus der Mode gekommen sei, so findet man es in diesem Gesetz § 108b (Unerlaubte Eingriffe in technische Schutzmaßnahmen und zur Rechtewahrnehmung erforderliche Informationen) in seiner schönsten Form erneut wieder. Dialektik scheint aber nicht die Stärke der zum Kopierschutz greifenden Plattenfirmen zu sein, sondern eher das Denken in Kurzschlüssen, welches immer dann besonders Konjunktur hat, wenn einem das Wasser bis zum Halse steht.

neue musikzeitung: Originalquelle
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Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen

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Goldberg-Variationen? Ja. Aber in einer Version für Streichorchester - und zwar einem sehr guten und programatisch Avancierten: dem Ensemble Resonanz, welches in Hamburg ansässig ist. Die haben die Bearbeitung von Dmitry Sitkovetsky nochmals überarbeitet. Heraus gekommen ist eine sehr lebendige und gut klingende Musik, die mit den Mitteln der Instrumentierung eine ganz eigenartige Farbe dem Stück verleiht. Allein, es scheint etwas sehr viel Hall hineingegeben. Gut: Diese Aufnahme macht einem irgendwie nämlich leicht: Man kann sie kennerisch hören mit allen kompositorischen Finessen,…

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Taktlos 66 – Kulturgeflenne

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Unser schönes deutsches Land befindet sich auf dem Weg in eine wirtschaftliche und kulturelle Rezession. Das sind gute Zeiten für ein Gejammere über diese Zustände, vor allem auch im Bereich der Kultur. Und über was da alles gewehklagt wird: Von der versauten Bildung der Kinder und Jugendlichen, von dem Niedergang der Phonoindustrie wegen des privaten CD-Brennes in Computern und des Tausches von Musikdateien auf illegalen Tauschforen. Es klagt der Musikus auf dem freien Markt über seine Benachteiligung im Rahmen des wohlfahrtsstaatlichen und hochsubventionierten Orchestergrabens. Alles geht offenbar bergab.

Musik: Bach, Goldberg-Variationen T. 16 (wieder aufblenden)

Sprecher: Doch Jammern ist nicht gleich Jammern: Die Phonoindustrie jammert über den Einbruch ihrer Einkünfte und sieht die Ursache dafür überall, nur nicht bei sich selbst. Der Manager eines freien Orchesters dagegen kann sich seine Pfründe nicht sichern, sondern muss gegen die ganzen alten Seilschaften und Krusten des verplanten und verwalteten Kulturlebens ankämpfen. Die einen jammern, weil sich etwas ändert, die andern jammern, weil alles gerne bleiben möchte wie es ist. Die einen benutzen nur Kultur, die andern wollen Kultur herstellen. Letztere haben wirklich Grund zum Jammern und zum Verzweifeln an den versteinerten Verhältnissen, und sie setzen dabei bestenfalls diese Energie in kulturelles Potential um. Das ist beispielsweise der Fall bei einem freien Streichorchester wie dem „Ensemble Resonanz”.

Musik: Bach, Goldberg-Variationen T. 23

Sprecher: Kultur ist keine Funktion von Wirtschaft oder Politik, sondern schlechthin die Bedingung und Grundlage, in auf der Wirtschaft und Politik erst gedeihen können. Kultur ist ferner vor allem Kritik und damit explizit kein Verwaltungsgegenstand oder fixierbarer Wert. Hört also nicht auf die Jammerer aus den Chefetagen der Kulturindustrie und ihr Wehgeklage über den Niedergang der Kultur – sie selbst sind es, die diesen Niedergang produzieren, solange man daran nur mitverdienen kann: Die Krokodilstränen aus dieser Richtung gefrieren schon im Auge. Wo also Menschen nur noch im Schema von Selbstdurchsetzung und Konkurrenz aufgefasst werden, da sind sie eben keine Menschen mehr sondern Kunde, Ware oder Wirtschaftsgut. Und wo es keine Menschen mehr gibt, da gedeiht auch keine Kultur, die sie hält oder die sie selbst wären.

Musik: Bach, Goldberg-Variationen T. 20

taktlos

taktlos ist eine sendung des bayerischen rundfunks und der neuen musikzeitung Text als Real-Audio-File
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