Alternative Kulturfinanzierung

  • Lesedauer:4 Min. Lesedauer

Musik:John Cage: Präpariertes Klavier (unter dem Beginn des Textes liegen lassen)Sprecher:Das Gejammer um Werteverluste und Kulturerosionen ist in allen Feuilletons deutlich zu hören. Klar, worüber sollen die noch schreiben, wenn es keine sogenannten Kulturveranstaltungen gäbe. Eine komplette Gruppe von Journalisten müßte sich nach neuen Arbeitsfeldern umsehen oder, was vielleicht einfacher ist, den Begriff der Kultur neu verstehen lernen. Aber lassen wir diesen abseitigen philosophischen Blick in die Eingeweide mal beiseite, es soll jetzt nicht um singende Binden, jodelnde Kondome, Fußballstars als Tenöre…

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Atonalität in Rock- und Popmusik

  • Lesedauer:3 Min. Lesedauer

Sprecher:
Die zeitgenössische Musik braucht Kontroversen. Ohne öffentliche Kontroverse wäre sie vermutlich nur eine andere Art des Hochschulsportes. Alle paar Jahre gibt es die großen ästhetischen Streitereien. Schönberg gegen Strawinsky, Serialismus gegen Aleatorik, Neue Einfachheit gegen die Vision einer Negativen Musik. Neuerdings befürchtet man die Unterwanderung der kratzbürstigen Neuen Musik durch Weichspülerwerke aus Osteuropa und Amerika. Infektionsgefahr droht! Die Gefahr hat einen Namen: Tonalität.

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Blick aus dem Grab

  • Lesedauer:2 Min. Lesedauer

Wien: In Nader Mashayekhis Oper „Malakut“ (Libretto: Andrea Zschunke) ist das Publikum unterhalb der Bühne positioniert. Es beobachtet aus den Gräbern heraus das Geschehen an der Erdoberfläche. Es ist zugig. Dort geht ein Endzeitdrama ab, das fast alle Beteiligten in den Tod reißt.Berlin: Musikbox vor dem Konzerthaus. Gegen einen kleinen Obolus von einer Mark darf man sich ein kurzes Musikstückchen auswählen. Kompositionen von Bauckholt, Rasch, Cage, Walter, Stockhausen und viele andere Werke stehen zur Disposition. Es ist kalt. Nachdem das Tor der…

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Einsamkeit und Anarchie

  • Lesedauer:29 Min. Lesedauer

Manuskript eines Rundfunk-Features für den Bayerischen Rundfunk. Gesendet am 14.10.1997 auf Bayern2RadioDie Geburt der Anarchie aus dem Geist der Einsamkeit oder: Ist wirklich alles möglich? Musikbeispiel 1:Detlev Glanert: Kleine Kuddel-Daddeldu-Musik (2 Minuten)Sprecher 1:Die Neue Musik gilt heute als Statthalterin eines wie auch immer gearteten Individualismus, als Trägerin der Fackel musikalischer Freiheit im Reich einer übergroßen Populärkunst oder der politisch durchorganisierten Welt.Der Diskurs über Freiheit ist ein zentraler Gegenstand der musik-ästhetischen Diskussion der Gegenwart. Dabei stellt sich die Frage, wie es geschehen konnte,…

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Fundgrube

  • Lesedauer:2 Min. Lesedauer

1955: Ein junger Privatdozent der Universität Erlangen legt einen umfangreichen Bericht mit dem Titel "Studien zur musikalischen Terminologie" der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur vor. Von der musikwissenschaftlichen Sprengkraft dieser immerhin 131-seitigen Abhandlung ist man schnell überzeugt. Dennoch dauert es gut zwanzig Jahre bis das Vorhaben, der geniale Entwurf des Privatdozenten auf eine gesicherte institutionelle Basis gestellt wurde.1972: Der einstige Privatdozent hat es mittlerweile zum Ordinarius für Musikwissenschaft der Freiburger Universität gebracht. Sein Name: Hans Heinrich Eggebrecht. Es erscheinen die ersten…

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Verästelungen des Musikbetriebes durchforstet

  • Lesedauer:2 Min. Lesedauer

Man könnte meinen, daß über die Musik des frühen 20. Jahrhunderts wirklich alles Wesentliche gesagt worden ist. Monographien über Komponisten, ihre Musik, ihre Ästhetik gibt es in rauhen Mengen. Doch Martin Thruns Studien zum Musikleben sind wirklich neu, einzigartig zumal, außerdem brillant formuliert. Thrun untersucht die sozial-, rezeptions- und institutionsgeschichtlichen Bedingungen, die zur Konstitution der Neuen Musik im deutschen Musikleben bis 1933 geführt haben.Es geht zum Beispiel um Schönbergs "Mißerfolgs-Erfolge", die "öffentliche Wirkungslosigkeit" der Schönbergianer, und den Aufstieg von Hindemith, Krenek und…

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Adorno und die Zwölftontechnik

  • Lesedauer:8 Min. Lesedauer

Adornos kompositorische und theoretische Auseinandersetzung mit der ZwölftontechnikEinleitungZu Adornos Musikphilosophie liegen bedeutende und umfangreiche systematisch angelegte Studien vor, die hauptsächlich um die "Philosophie der neuen Musik" und/oder die "Ästhetische Theorie" zentriert sind1. Bisher haben Adornos Ästhetik, Musikphilosophie und Musiksoziologie den musikwissenschaftlichen Ehrgeiz sehr viel stärker herausgefordert als konkrete musikgeschichtliche Probleme. Dabei sind Adornos Untersuchungen zur musikalischen Technik und zu einzelnen Komponisten umfangreich und bilden die Grundlage, auf der musikphilosophische Probleme und Fragen der Ästhetik allgemein behandelt werden. So stellt Albrecht Riethmüller fest,…

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Primärquelle der Geschichte

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Nun liegt er vor, der Briefwechsel zweier Persönlichkeiten, die auf ihre ganz eigene Weise das kulturelle Klima dieses Jahrhunderts mitbestimmten. Alban Berg, der Komponist und Adorno, der ich-weiß-nicht-was-alles. Es ist ein Briefwechsel, bei dem Fragen der Beschaffung von Bleistiftanspitzern nur gelegentlich abgehandelt werden. Es ist ein Briefwechsel, der direkte Einblicke in die Produktionsspähren dieser ausgeprägten Persönlichkeiten gestattet. Dadurch kommt diesem Buch der Wert einen wirklichen Primärquelle zur Erschließung des kulturellen Klimas der 20er und 30er zu.Adorno ging ja als 21-jähriger nach Wien,…

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Auf der Suche nach dem Abendland

  • Lesedauer:2 Min. Lesedauer

"Wie deutsch ist das Abendland?" fragt Vladimir Karbusicky, emeritierter Professor für Systematische Musikwissenschaft der Uni Hamburg und glaubt damit der westlichen Musikwissenschaft und ihrer Musikgeschichtsschreibung eins auszuwischen. Als Zielscheibe seiner Bemühungen dienen ihm, wie schon in vielen seiner anderen Veröffentlichungen, die bösen Dialektiker (Adorno nämlich) und die neuen subjektiven Rationalisten (Eggebrecht, hier vor allem dessen Publikation "Musik im Abendland").Karbusicky kreidet beiden eine deutschzentrierte Auffassung der Musikgeschichte an. Er schreibt: "Es ist erstaunlich, wie wenig aufgefallen ist, daß Adorno ... ein starker Nationalist…

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