Praktikum und Praktigeh – Praktikanten sind der Sargnagel der Kultur

Hochrangige musikalische Institutionen haben hohe moralische Ansprüche. Sie vertreten große Interessengruppen, sie müssen die Dinge besser machen als alle andere. Vorbildliches Verhalten ist nötig. Zum Beispiel beim Spitzenverband der Musik, dem Deutschen Musikrat. Auch bei der Honorierung von Praktikanten.

Der hatte sich kürzlich in einem Newsletter zum Thema Mindestlohn geäußert: Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates:

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Störerhaftung in der Kultur

Gehen wir kurz zurück zum Ursprung des Blogs, den es  im Fußball hatte. Die Hansestadt Bremen will in Zukunft die Polizeieinsätze bei Fußballveranstaltungen im Weser-Stadion (was ist eigentlich Weser nochmal für ein Sponsor) den Veranstaltern in Rechnung stellen. René Pollesch findet, das kann man doch auch prima in der Kulturszene umsetzen.

Bezahlen sollten die Nutzer und Verursacher dieser Dinge. Sozusagen Störerhaftung für Anfänger.

Störerhaftung für Profis (Die Sache Schavan)

Eine andere Angelegenheit scheint dagegen zum Abschluss gekommen zu sein: Die Aberkennung des Doktogrades von Annette Schavan.

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Breireuth – Fracktale Probleme mit Tannhäuser

Gestern war der Start der Festspiele in Bayreuth mit dem Tannhäuser. Live zu hören auf BR-Klassik. Und ein bisserl hat auch der moderne Zuhörer seinen Platz gefunden. Es wird gewittert, was das Smartphone hergibt. Zum Beispiel Castorf, der sich über das Stadttheater beklagende Regisseur und Intendant der Volksbühne am Rosa-Luxemburgplatz in Berlin. Hier also im Gespräch. [Danke an die gesamte Twitterschar vor Ort!]

https://twitter.com/SP_Morgan/status/492663111686836224

Man sieht: Die Propeller sind wieder unterwegs. Der Propeller gehört zur Hochkultur wie das Tatoo zum Privatfernsehen.

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Porentief und Sauber zu Bayreuth

Auch aus unserem taktlos-Archiv herausgegraben. Als es noch Jenny Elvers und Daniel Küblböck gab, da gab es auch auch unsere schnittigen Damen Elsbeth Porentief (aka Petra Pfaffenheuser) und Maria Sauber (aka Ursula Gaisa). 2003 lästerten sie folgendermaßen:

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Gesucht: Duckmäuser

Barbara Lieberwirth hat die Nichtverlängerung des Vertrages mit dem Generalintendanten Dessau/Roßlau, André Bücker, wohl richtig kommentiert.

Und Tschüss? Sachsen-Anhalt schmeißt seine besten Leute raus. Foto: Hufner
Und Tschüss? Sachsen-Anhalt schmeißt seine besten Leute raus. Foto: Hufner

Dem Generalintendanten des Anhaltischen Theaters in Dessau-Roßlau droht seit der Nichtverlängerung seines Vertrages die Ablösung. Nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung hält die Stadtführung Bücker landespolitisch für nicht mehr vermittelbar. Bücker hatte sich mit teils scharfen Angriffen auf die Landesregierung als führender Kopf des Widerstandes gegen die Kürzung der Theater-Förderung profiliert. Er hatte in den vergangenen Monaten offene Briefe verfasst und Demonstrationen organisiert, einige auch vor dem Landtag in Magdeburg. Wegen dieser Attacken soll er sich den Unmut der CDU/SPD-Regierung zugezogen haben.  (Quelle nmz-online)

Wer aufmuckt, wer sich kreativ einmischt, ist nicht vermittelbar. Gesucht werden Personen ohne „Persönlichkeit“, solche wie beim SWR der Johannes Bultmann.  Während man bei Bultmann nur mittelbar von einer politischen Entscheidung sprechen kann, ist es bei Bücker offensichtlich anders. Er war und ist unbequem, dazu noch kreativ . Und das nicht nur innerhalb des Betriebs sondern gegenüber der politischen Allmacht eines Landtages in Sachsen-Anhalt, einer großen Koalition der kulturpolitischen Dummheit aus CDU/SPD. Mittlerweile verlangt selbst die Deutsche Orchestervereinigung den Rücktritt von Kultusminister Stephan Dorgerloh.

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Der Tod und sein Widerspruch – Und der Humor

Wie immer man zu Gergiev stehen mag, hier gibt es nicht viel zu deuteln. Aufzeichnung des Brahms'schen Requiems beim Gedenkkonzert des BR zur Ehren Lorin Maazels. Zu erinnern ist aber auch an Reinhard Schulz, unseren langjährigen Mitarbeiter und Freund, der vor fünf Jahren nach langer Krankheit verstorben ist.  Wir erinnern an ihn mit einem Text, den er zum 80. Geburtstag von György Kurtag geschrieben hat. Beide, Maazel und Schulz, zugleich augestattet mit einem vorzüglichen…

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Das Vergessen und sein Recht

Seit geraumer Zeit wird über ein „Recht auf Vergessen“ in Sachen Internet diskutiert. Vorausgegangen war eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs. Nach dieser Entscheidung soll es die Möglichkeit geben für Menschen, bestimmte Informationen nicht über eine Suchmaschine wie Google auffindbar zu machen.

Dabei werden nicht die Originaldaten verändert, sondern nur die Möglichkeit, diese Daten über eine Suchmaschine zu erschließen. Ein Recht auf Veränderung der Originaldaten wurde damit nicht eingeschlossen. Im Gegenteil, Gerichte haben solch ein Recht bislang verneint.

Löschanträge bei der nmz

Im Alltag bei nmz-online kommt es auch gelegentlich vor, dass Menschen wünschen, ihre Spuren in der Musik-, Kultur- und Lebensgeschichte zu löschen.

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Fall(e) Stadttheater – Frank Castorf und das Niveau

Frank Castorf, der Theatermann von der Volksbühne Berlin, wird irgendwie in Bayreuth nicht gemocht, sagt er über dpa in nmz-online. Bayreuth falle gerade auf das Niveau eines „Stadttheaters“ zurück, meinte der Theaterregisseur: „Die Stürme haben sich gelegt, die Langeweile  hat gesiegt“. (Quelle) Kann man da lesen. Das ist böse. Nicht einmal wegen Bayreuth, sondern weil es für seine Ansicht des Niveaus von Stadttheater spricht. Und an einem Stadttheater würde Castorf demnach auch nicht inszenieren. So…

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Zwei Gedanken, ein Ziel? Foto: Hufner

Neuer Plan – Aufklärung und Klärung

[Abstract] Aus der Gegenüberstellung von zwei Passagen von Deleuze und Foucault ein paar Schlüsse ziehen. Gedanken über Vielfalt, Dummheit, Bildung, Information. Das Problem ist nicht das Rauschen, die Vielfalt, sondern die Einfalt und die Leere in der Fähigkeit zu urteilen. Der Entwicklung der menschlichen Urteilskraft steht nicht Masse der Informationen entgegen sondern ein falscher Begriff der Bildung von Menschen. Aufklärung braucht Klärung.
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Michel Foucault & Gilles Deleuze – Neugier \ Medien \ Information \ Bildung

Aus der Gegenüberstellung von zwei Passagen von Deleuze und Foucault ein paar Schlüsse ziehen. Gedanken über Vielfalt, Dummheit, Bildung, Information. Das Problem ist nicht das Rauschen, die Vielfalt, sondern die Einfalt und die Leere in der Fähigkeit zu urteilen. Der Entwicklung der menschlichen Urteilskraft steht nicht Masse der Informationen entgegen sondern ein falscher Begriff der Bildung von Menschen. Aufklärung braucht Klärung. Das Altern der Kommunikation. Erinnerung an einen Absatz Deleuze. „Die Dummheit war noch…

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