Kunst überall, edel [Russland 1918]

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"Von heute an soll sich der Bürger, wenn er die Straße entlanggeht, in jeder Minute an der Tiefe des Denkens großer Zeitgenossen ergötzen, er soll das farbige Leuchten der schönen Freude des heutigen Tages betrachten, soll allenthalben der Musik – Melodien, Getöse, Lärm – wunderbarer Komponisten hören. // Die Straßen sollen ein Fest der Kunst für alle sein.“ (Dekret Nr. 1 über die Demokratisierung der Kunst. Zaunliteratur und Hinterhofmalerei - Vladimir Majakovskij, David Burljuk,…

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„Aufhören der Trennung von Künstler und Mensch“ [De Stijl, 1922]

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"De Stijl" hatte in Düsseldorf im Jahr 1922 seine "schöpferischen Forderungen" in fünf Punkten zusammengefasst. Auch hier (wie beim polnischen Manifest von Bruno Jasienski), unter Punkt 5 wird ein Zusammenfallen von Künstler und Mensch gefordert, positiv gedeutet ("Aufhören der Trennung"). Bei Punkt 4 findet sich ebenfalls eine nicht unbekannte Forderung: "Aufhören der Trennung von Kunst und Leben. (Kunst wird Leben.) (Applaus)". (Schöpferische Forderungen von "De Stijl", in: Manifeste und Proklamationen der europäischen Avantgarde (1909-1938),…

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Klassiker der Avantgarde: Georges Perec, Die Maschine (1968)

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Man nehme ein bekanntes Gedicht und führe ein paar automatisierbare Operationen daran durch. So in etwa lässt sich das Hörspiel mit dem Titel "Die Maschine" von Georges Perec ganz kurz zusammenfassen. Gesendet wurde es vom Saarländischen Rundfunk am 13. November 1968. Wanderers Nachschicht Als Grundlage diente Perec "Wanderers Nachtlied" von Johann Wolfgang von Goethe. Es ist simpel, komplex und bekannt genug, um daran die Verfahren zu demonstrieren, die Perec in Stellung brachte. Allerdings ist…

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„Jeder kann Künstler sein“ (Krakau, 20. April 1921)

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„Jeder kann Künstler sein“, so steht es mitten in einem Text aus dem Jahr 1921 von Bruno Jasienski mit dem Titel "An das polnische Volk. Manifest in Sachen der sofortigen Futurisierung des Lebens“. Das Beuys zugeschriebene Wort: "Jeder Mensch ist ein Künstler" ist die spätere Konsequenz, die aus der Möglichkeit ein Faktum herstellt. Seit gestern bin ich im Besitz eines der schönsten Bücher, die ich seit langem durchstöbern kann: Manifeste und Proklamationen der europäischen…

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Das Krenek-Genom – Die Erfindung der Musik von Phil Glass im Jahr 1923

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Es ist ein paar Jahre her, da hat mir Reinhard Schulz eine CD-Kassette mit den Streichquartetten von Ernst Krenek überlassen. Man muss dazu wissen, ich war in den 90er Jahren in Folge bestimmter Texte Adornos zum Fan der Musik Kreneks geworden. Die beiden ersten Streichquartette kannte ich schon recht gut, ebenso wie die beiden krachenden ersten Sinfonien. Ich hörte also auch das "Spätwerk", alles was nach dem Urschrei der zweiten Sinfonie folgte zumindest mit…

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Entdeckungsreisen ans Ende der Kunst

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Dieser Text hing seit November am Haken. Im Prinzip geht es dabei um den schönen Schein der Lebensillusionen. Früher nannte man es die rosarote Brille, durch die man sich die Welt schön sieht. Das Internet potenziert diese Illusionen, die Tellerwäscher-Zum-Millionär-Illusion, die des Heldseins-Für-Minuten. Und es scheint auch so verführerisch wie Lottospielen. Ein Spielautomat für wenige Erfolgreiche zu denen man immer auch potenziell schließlich gehören will. Nachdem ich diesen Eintrag gesehen hatte: war mir sofort…

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Fun und Van & die Garde

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Heute landete der Hinweis auf einen Impulsvortrag von Tobias Ruderer in meinem Postfach. Ruderer ist Mitmacher bei „VAN“. Den hat er in Weikersheim gehalten, auf Einladung der jeunesses musicales, anläßlich von „schüler komponieren“. Es steckt dabei mit einer selten so wahrzunehmenden Ernsthaftigkeit das Terrain seine Magazins aber auch der Zukunft der Nichtpopmusik ab. „Formlos auf die Spitze treiben“ steht im Titel. Und man wird sich mit dem Text auseinandersetzen müssen, hoffentlich eher freiwillig. Denn…

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Andacht

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Wieder mal ein Konzert mit neuer Musik besucht. Die wilde Kirche der neuen Musik ist doch voller Andacht. Wenn die Avantgarde immer nur die Töne neue macht, aber ihre institutionelle Verankerung die gleiche bleibt, wird das auf Dauer nix werden.  

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Die Avantgarde – Return To Sender

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Heute habe ich einen alten Satz Noten zurückerhalten, der bei Reinhard Schulz im Regal stand und jetzt ausgemustert wurde. Return to sender. Ich habe da die Einführungstexte nochmal gelesen meiner als "public domain compositions" genannten Selbstverlages. Da stand plötzlich dieser Passus von Günther Anders: “Da die Avantgarde alle ihre Widersprüche zur Welt der Welt selbst verkaufen kann, und da sle von dieser nicht selten verwöhnt wird, ist sie oft ln Gefahr, daß ihre Werke,…

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