Phonowirtschaft in der Krise [Folge 212]

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und andere jammern gleich mit. Ein neuer Gesetzentwurf sieht vor, dass künfig Ammahngebühren bei der Verfolgung von Urherrechtsverletzungen nicht mehr extreme Abmahnkosten verursachen sollen. Mit 50 Euro sei man dabei bei einfach gelagerten Fällen und „einer nur unerheblichen Rechtsverletzung außerhalb des geschäftlichen Verkehrs“. Das lässt sich der Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände, Michael Haentjes nicht durch die Lappen gehen. Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände. „Mit der Einführung einer Deckelung der Abmahngebühren bei Urheberrechtsverletzungen werden Künstler und Musikwirtschaft doppelt bestraft. Sie haben den…

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Phonowirtschaft in der Krise [Folge 212]

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und andere jammern gleich mit.

Ein neuer Gesetzentwurf sieht vor, dass künfig Ammahngebühren bei der Verfolgung von Urherrechtsverletzungen nicht mehr extreme Abmahnkosten verursachen sollen. Mit 50 Euro sei man dabei bei einfach gelagerten Fällen und „einer nur unerheblichen Rechtsverletzung außerhalb des geschäftlichen Verkehrs“. Das lässt sich der Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände, Michael Haentjes nicht durch die Lappen gehen.

Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände. „Mit der Einführung einer Deckelung der Abmahngebühren bei Urheberrechtsverletzungen werden Künstler und Musikwirtschaft doppelt bestraft. Sie haben den Schaden und müssen auch noch die Kosten der Rechtsverfolgung weitgehend selber tragen“, so Haentjes weiter. Damit werde das Urheberrecht zum zahnlosen Tiger.

Tiger! Eine „würdige“ Beschreibung der Tätigkeit des Urheberrechts. Was soll es denn reißen, hä? (Dem möchte man nicht in freier Wildbahn und hungrig begegnen. „Tiger überfallen ihre Opfer meist aus dem Hinterhalt, so dass das Opfer überrascht wird und sich nicht wehren kann“, so stehts bei SAT1.)

Dies zeigt doch wieder, dass es der Phonowirtschaft nicht daran gelegen ist, etwas grundsätzlich zu ändern, sondern dass man sich als Anwalt von Abmahnanwälten versteht. Billiger wäre es doch, man hätte eine eigene Abteilung, die solche Sachen verfolgt. Die kostet nämlich dann erheblich weniger, als wenn man teure Anwälte auf mittellose Jugendliche los lässt. So wie beim Rundfunk zum Beispiel. 50 Euro sind übrigens auch kein Pappenstiel für etwas, was laut Wikipedia folgendes Ziel verfolgt:

Eine Abmahnung ist die formale Aufforderung einer Person an eine andere Person, ein bestimmtes Verhalten künftig zu unterlassen. [Quelle]

Natürlich gehen diese Urheberrechtsverletzungen (und das sind sie, so oder so) nichts. Und sie bringen nichts. Nichts wird dadurch geschaffen, dass die aktuellen Hits statt laufend durch Radio und Fernsehen zu turnen nun auch „so“ und „billiger“ verteilt werden. Superstuß und Superscheiß. Lecko mio.

Ins selbe Horn stößt der Deutsche Musikverlegerverband:

Auch sei die Begrenzung der Anwaltsgebühren bei der ersten Abmahnung auf nur 50 Euro eine Farce und werde die Internet-Piraten nur noch ermutigen, weiterzumachen. Stroh: „Angesichts der bedrohlichen Situation für Rechteinhaber durch illegale Filesharing-Systeme und der damit einhergehenden vielen einzelnen Rechtsverletzungen sei der verabschiedete Entwurf des Bundeskabinetts mehr als bedenklich.“

Entweder habe ich nicht recht gelesen oder Herr Stroh, siehe oben. Auch hier hat man eher Angst darum, dass man seine Anwälte nicht mehr hetzend bezahlen kann, als dass man an der Situation etwas ändern wollte.

Aber es geht auch noch tiefer. Einerseits will man Recht, aber dann doch bitte schnell und kurz und ohne Aufsicht. Ich kann ja verstehen, dass man die deutsche Gerichte entlasten will. Man will sowieso am liebsten alles selbst regeln, sozusagen nach eigenen Gesetzen — wieder Haentjes:

Außerdem sei durch das Festhalten an einem Richtervorbehalt beim Auskunftsanspruch gegen Internet Service Provider gleichzeitig die Chance verpasst worden, effektiv und unbürokratisch gegen die Flut der illegalen Downloads vorzugehen. Nach dem jetzt vorliegenden Entwurf sind die Rechteinhaber gezwungen, zur Identifizierung der Nutzer illegaler Tauschbörsen das Gericht anzurufen.

Dem folgt der übliche Sermon. Downloads killen Music oder so. Klar. Schön wärs.

Jährlich werden in Deutschland über 400 Millionen Musikstücke aus illegalen Tauschbörsen heruntergeladen. Das sind rund 20 Mal mehr als legal über das Internet verkauft werden. Durch Raubkopien und illegale Downloads entgehen der Musikwirtschaft und dem Staat jährlich Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe.

Jaja, die Zahlen. 400 Millionen mal irgendein Stuss, den man sich da herunterladen tut. Gleichwohl geschützt und Wertschöpfungeketten gesichert. Eigentlich gebe ich Haentjes sogar sehr Recht. Das muss extrem bestraft werden. Wer sich solches antut, der darf nicht auf Mitleid zählen.

Andererseits, das gebe ich hämisch zurück, es geschieht dieser Wirtschaft (denn mit Kunst hat das häufig genug nichst zu tun) recht. Eigentlich sollte man das gesamte Recht wirklich ernst nehmen und noch viel ernster. [[Schöpfungshöhe]]! Setzt die Latte höher.
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Konzentration im Musikmarkt, IMPALA warnt

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Die Impala (der internationale Wirtschaftsverband, der die Interessen unabhängiger Plattenfirmen und Musikverlage vertritt), warnt vor einer Fusion von Warner und EMI und befürchtet ein Ausbluten der Musikindustriemusik. „Eine mögliche EMI/Warner-Fusion wird dazu führen, dass wieder Tausende von Acts fallen gelassen werden. Das auf dem Markt verfügbare Musikrepertoire wird dadurch weiter schrumpfen“, kommentiert Horst Weidenmüller vom Label K7! diese Fusionsabsicht.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch noch, dass die Klage der IMPALA gegen die Fusion von Sony und BMG immer hoch in erster Instanz anhängig ist. Was soll uns das sagen: Müsste die vollzogene Fusion bei einem Sieg vor Gericht etwa wieder aufgehoben werden? Dass die Marktkonzentartion nicht vorteilhaft ist für die Verbraucher und für den Musikmarkt insgesamt, dürfte naheliegend sein. Michel Lambot, Chairman von IMPALA denkt an Kyoto: „Wer denkt an Kultur und Musik, wenn Gerüchte laut werden, dass Vodaphone die Übernahme von Vivendi/Universal vorbereitet, dass Warner und EMI fusionieren wollen und dass Bertelsmann beabsichtigt, seine Sony/BMG-Anteile zu veräußern? Werden wir bald einen Kyoto-Vertrag für die Kultur brauchen?“ Also musikalischen Umweltschutz?

Oder sollte man es doch gelassener sehen und darauf hoffen, das die entstehenden Dinosaurier letztlich sich an sich selbst verschlucken werden?

Pressemitteilung:
IMPALA STELLT SICH GEGEN DIE ANGEKÜNDIGTE FUSION VON WARNER UND EMI

Wie IMPALA heute bestätigte, wendet sich die Organisation mit Nachdruck gegen die geplante Fusion der Plattenfirmen und Musikverlage EMI und Warner Music Group. Sollte der Merger zustande kommen, würden die beiden Unternehmen zusammen ein Viertel des Tonträgerverkaufs und nahezu 50 % des Musikverlaggeschäfts kontrollieren. Diese höhere Konzentration bedeutet für unabhängige Musikunternehmen eine ungerechte Steigerung der Kosten für den Zugang zum Markt.

Die Erklärung gab die Branchenvereinigung, die in Europa über 2500 unabhängige Musikunternehmen (größtenteils kleine und mittlere Unternehmen) vertritt, anlässlich bestätigter Berichte über die geplante Fusion von EMI und Warner Music Group ab.

Durch einen zweiten großen Unternehmenszusammenschluss nach der noch angefochtenen Fusion von Sony Music und BMG würde sich die Kontrolle über mehr als drei Viertel der weltweit veröffentlichten Musikwerke in den Händen von drei Unternehmen (Universal, Sony/BMG und Warner/EMI) befinden.

IMPALA steht bei der Verteidigung der Wahlfreiheit der Verbraucher, der kulturellen Diversität und der Ermöglichung breit gefächerter kultureller Produktionen seit den ersten Fusionsversuchen von Warner und EMI im Jahr 2000 an vorderster Front. Diese Fusion wurde durch entschlossenes Handeln der EU-Kommission verhindert.

2005 hatte IMPALA Klage gegen die Entscheidung der Europäischen Kommission eingereicht, die Fusion von Sony und BMG (Bertelsmann Music Group) zu erlauben. Der Fall ist noch beim Europäischen Gericht erster Instanz anhängig.

IMPALA ruft alle Musikfreunde, Interpreten, Komponisten, Einzelhändler, Verbraucher und deren Organisationen, sowie die Anbieter digitaler Dienste auf, sich gegen die weitere Konzentration auf dem Musiksektor zu stellen. Die Vereinigung hat unter der Adresse http://www.forculturaldiversity.org/ eine Online-Petition gegen Konzentration gestartet.

 

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CDs mit Trojanern

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Die alte Musikindustrie das Kopieren von Tonträgern nicht und auch nicht die Verbreitung der von ihr produzierten Musik in nervösen Netzen. Tauschbörsen werden seit kurzer Zeit in die Haftung genommen. Deren Betreiber proben gar nicht erst Widerstand, sondern suchen neue Verbündete – in der Musikindustrie. Nichts mit Anarchie und alternativen Formen der Würdigung kreativer Arbeit, nichts mit Aufbegehren gegen den Geistesausverkauf im Namen des Geistes. Es geht schließlich auch nicht um Geist, noch geht es um künstlerische Qualität, es geht um mehr.…

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Wenn der Kampeter mal denkt, er denkt …

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Illegales Kopieren ist kein Kavaliersdelikt. Dieser Diebstahl gefährdet nicht nur die wirtschaftliche Grundlage des Geschäfts in der Kreativwirtschaft — auch die Vielfalt kreativer Ausdrucksformen wird dadurch eingeschränkt. Dies zeigt die Kündigung von Künstlern bei den Musikfirmen. Entwicklung des Tonträgermarktes bestätigt Urheberrechtsnovelle … :: KIZ des Deutschen Kulturrates und der ConBrio Verlagsgesellschaft :: So erklärte es gestern der Vorsitzende des Dialogforums Musikwirtschaft der CDU Deutschlands sowie zuständige Berichterstatter im Haushaltsausschuss, Steffen Kampeter MdB. Mir kommen die Tränen, die armen Künstler aber auch, die…

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Deutsche Phonoakademie wird wohl dichtgemacht

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Das vermeldet webwatch heute im KIZ:"Die Musik-Industrie lässt ihr letztes Feigenblatt fallen. Dahinter Leere. Zum Jahresende wollen die im Major-CD-Markt übriggebliebenen vorwiegend holländischen Major-Bosse die Restspur kulturellen Engagements nun auch noch verbrennen. … Insofern kann man den wahrscheinlichen Tod einer »Akademie«, die allzeit nur ein Marketing-Tool blieb, nie wirkliche Eigeninitiative entfalten konnte, gar nicht mehr betrauern. Mögen noch zwei, drei sogenannte Majors den selben Weg nehmen...gern auch alle fünf.” Deutsche Phonoakademie wird wohl dichtgemacht :: KIZ Nein, das kann man unter diesen…

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Unabhängige Tonträgerunternehmen kritisieren BMG/Sony-Fusion

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Der Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen (VUT) sieht die Fusion von Sony und BMG nicht einheitlich. Während Othmar Schreckeneder (Schneeball Musik) auf diese Weise einen Platz für regionale Künstlerförderung sieht, weil die Konkurrenz der Majors also praktisch wegfällt, sieht der Justiziar des VUT vor allem Probleme bei der zunehmenden Vermischung von “kreativen Inhalten” mit “Technik und Medien.” Der Wortlaut der der Pressemitteilung des VUT: Der VUT zur Entscheidung der EU, die Fusion von Sony und BMG ohne Auflagen zu genehmigen Die Anfang dieser Woche…

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Cluster: Experten

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Haben sie schon einmal versucht, Musik von Helmut Lachenmann aus dem Internet zu laden? Internet haben sie nicht? Sie Glücklicher. Andernfalls: Probieren sie mal. „Dal niente, al niente“, sag ich nur, Null Komma nufftig. Dagegen findet man immerhin einiges von Iannis Xenakis oder John Cage. Ist eigentlich nicht so schlimm, weil die Sache mit dem Internet ist in der Regel sowieso verboten. Verbieten macht eben mehr Spaß als zulassen und ist auch spannender. Da haben die deutschen Phonoverbände jetzt die ersten drei Prozesse durchgefochten, von wegen unerlaubten Angeboten im Internet.

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Telefon-Spam, ein Scherz-Anruf und seltsame Belieferungsprobleme

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Was ist eigentlich da los. Nachdem ich mein Faxgerät abgeschafft habe und so freundlicherweise nicht mehr Sinnloses Promotionmaterial auf diesem Weg empfange, häufen sich in letzter Zeit Anrufe, die behaupten, meine Telefonnummer und Adresse bekommen zu haben, weil ich irgendwo angeblich mal was gekauft hätte. In den letzten zwei Tagen handelte es sich um Lotterie-Sachen. Ich lasse die anrufenden Damen zuerst gerne aussprechen, also ins telefonische Nichts laufen. Irgendwann, wenn sie Interesse von mir erwarten, sage ich immer, dass mich das nicht…

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Musik hat eine große Zukunft – keine?

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Das jedenfalls meinte Gerd Gebhardt auf der vergangenen Internationalen Funkaustellung. In einer KeyNote versuchte er das auch zu begründen. Wenn man seine Ausführungen ernst nehmen möchte - und dies muss man wohl auch, denn er ist Vorsitzender eines großen Verbandes – dann steht eine vollkommene Austauschaktion bevor. Gebhardt sagt: Musik hat auch weiterhin eine große Zukunft. Diese Zukunft ist aber davon abhängig, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Musik ist attraktiver als je zuvor, aber die Verwertung ist schwieriger geworden. Heute, wo immer mehr…

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