Musikalische Analyse III: Unpopuläre Musik

  • Lesedauer:3 Min. Lesedauer

Popmusik ist Industrie, Popmusik ist billig, Popmusik lohnt nicht. Außer für den Makler. Stimmt. Aber es gibt auch unpopuläre Musik. Das Beispiel, das ich hier gewählt habe hat den schwerwiegenden Text "Frankenstein conquers the world" zur Basis und stammt von Jad Fair und Daniel Johnston. Zwei amerikanische „Stars“ der Off-Szene. https://youtu.be/bspFtpreYgk Frankensteine Bei diesem zwei-Ton und zwei-Akkordstück könnte man sich denken, wow, mit wie wenig die auskommen, das ist ja Punk, noch einmal mit Folkverschnitt aufs Grundsätzliche reduziert. Genauso ist es. Die…

WeiterlesenMusikalische Analyse III: Unpopuläre Musik

Musikalische Utopie 1: Astromentale Musik (Franz Werfel, 1945)

  • Lesedauer:4 Min. Lesedauer

In Franz Werfels Roman „Stern der Ungeborenen“ von 1945 findet sich eine Schilderung der Musik des fernen Zeitalters, die ein Blick an das Ende der Musikgeschichte wirft. Die Instrumente des dort anwesenden Orchesters werden folgendermaßen beschrieben: „Sie waren in den Formen zum Teil verschieden von den unserigen, im Prinzip aber dieselben. Und sollte Menschheit nochmals so alt werden, dachte ich, sie wird immer auf dieselbe Art Musik machen, indem sie singt, fiedelt, zupft, bläst, auf gestimmten Saiten oder auf gespannte Felle schlägt.…

WeiterlesenMusikalische Utopie 1: Astromentale Musik (Franz Werfel, 1945)

Musikalische Analyse II: Unspielbare Musik

  • Lesedauer:2 Min. Lesedauer

Wenn man denkt, in der sogenannten klassischen Musik gäbe es unspielbare Musik, die so schwer zu spielen ist, dass man Scheitern müsse, der irrt. Neue Musik ist total einfach, zumal es Musiker und Musikerinnen gibt, für die es keine Hürden zu geben scheint. Und wenns mal wirklich zu schwer wird, ist das bekanntermaßen die Intention der Komponistin oder des Komponisten. Aber was eben wirklich nicht geht: Bass spielen und singen zugleich. Der Bassist Jay Leonhart hat das in so wunderbare Verse gekleidet…

WeiterlesenMusikalische Analyse II: Unspielbare Musik

Ein Plädoyer für das langweilige Bild

  • Lesedauer:1 Min. Lesedauer

„Massenkultur ist ungeschminkte Schminke.“ Da fällt mir jetzt grad auch nichts mehr zu ein. „Kitsch ist der Niederschlag entwerteter Formen und Floskeln in einer Formwelt, die ihrem Umkreis entrückt ist. Was der Kunst von ehemals zugehörte und heute unternommen wird, rechnet zum Kitsch.“ Es ist der Ekel,  der mir in letzter Zeit aus den „perfektionierten“ Fotos entgegenspringt: Tausendfach die Meerbilder mit Langzeitaufnahmen und mit ihrer hohen Sättigung am Abend; die Aufnahmen von den einsamen und gleichwohl geschönten Menschen und so inszeniert, dass…

WeiterlesenEin Plädoyer für das langweilige Bild

Die Avantgarde – Return To Sender

  • Lesedauer:1 Min. Lesedauer

Heute habe ich einen alten Satz Noten zurückerhalten, der bei Reinhard Schulz im Regal stand und jetzt ausgemustert wurde. Return to sender. Ich habe die Einführungstexte nochmal gelesen meines als "public domain compositions" genannten Selbstverlages. Da stand plötzlich dieser Text von Günther Anders: “Da die Avantgarde alle ihre Widersprüche zur Welt der Welt selbst verkaufen kann, und da sle von dieser nicht selten verwöhnt wird, ist sie oft ln Gefahr, daß ihre Werke, selbst wo diese Wahrheit meinen und wahrheitsgetreu präsentiert werden,…

WeiterlesenDie Avantgarde – Return To Sender

„… sie wittern das Ende.“ [Plessner]

  • Lesedauer:1 Min. Lesedauer

1924: Helmuth Plessner über Dichten und Denken in der Zeit der „Utopie der Maschine“. „So um 1860 ist die Masse da, uniform durch die Arbeit, uniform, weil übermüdet, im Genuß. Jenes Publikum, das nicht mehr mitkann, aber kollektiv den Anspruch erhebt, für voll genommen zu werden, zwingt den Dichtern und Denkern eine neuere, gröberer, eindringlichere und stimulierende Sprache ab. Bürgerliche Industriewelt steht gegen vereinsamte Musiker, Maler, Schriftsteller, gegen Bildungswelt; die unpersönliche Unternehmung, tausendfältig verfilzte Masse von Produzenten, Maklern, Abnehmern gegen die einzelnen…

Weiterlesen„… sie wittern das Ende.“ [Plessner]

Sabotage der Kultur

  • Lesedauer:3 Min. Lesedauer

Es ist sicher nicht ganz falsch, wenn man sich ab und zu einem älteren Buch zuwendet. Mittelmaß und Wahn von Hans Magnus Enzensberger ist so ein altes Buch, das einem da in die Hände fallen kann. Gleich im ersten Essay über Ignoranz gibt es bemerkenswerte Beobachtungen der Zeit (vor dem Internet). Erstaunlich ist es auch deshalb, weil damals die Diagnose auf die Unbeherrschbarbeit der Vielfalt von Wissen eingegangen worden ist. Jedes Wissen wird potentiell, aber wahrscheinlich auch prinzipiell, innerhalb von wenigen Tagen…

WeiterlesenSabotage der Kultur

Kunst und Mensch (Bildkritik)

  • Lesedauer:2 Min. Lesedauer

Brummbrummbrumm. Der Jazz geht um. Ich habe lange nachdenken müssen, bis mir der tiefgreifendere Sinn dieses Bühnenaufbaus aufgefallen ist. Es handelt sich um eine aufgeklärte Veranstaltung. Als Besucher wird man nicht bevormundet, welche Bühnen man sein Augenmerk schenken möchte. Links die stillgestellte Variante, die gezähmte Vision einer Welt der Mobilität, der Freiheit schlechthin: Das Auto. Der Gott unserer Eltern, vielleicht sogar unser eigener. Rechts ungeordnetes Gezappel, Lichtergefunkel, wahrscheinlich mit gewissem akustischen Terror versetzt: Eine Jazzveranstaltung. Davor dennoch ein bisschen eingezwängt, zwischen Absperrungen, ein Hör- und…

WeiterlesenKunst und Mensch (Bildkritik)