Kritische Masse

Neues von der kritischen Masse. Massenhaft Massenhaft.

Zum Beispiel:

Java Animation Comic: Kritische Masse – woher der nur meinen Wortschatz und mein Gesicht kennt?

oder:

hallo, fand am 28. april eigentlich auch ein kritische masse in stuttgart statt? – Jahr 2000? Ja, aber nicht in Stuttgart, oder?

oder:

Ein kritisches Individuum möchte schließlich jeder sein, und am sichersten ist man das inmitten einer kritischen Masse. – ein FAZ-Redakteur in einem Artikel über „Wir sind Helden”

oder:

Die mageren Jahre sind vorbei. Unix-Markt hat kritische Masse erreicht. – das war schon 1988, da habe ich brav studiert und der Unix-Markt hat mich keinesfalls erreicht.

oder:

Website-Marketing. Offene Struktur + “kritische Masse”. … Kritische Masse. Wenn Sie wissen, was Sie wollen – fangen Sie an! – Auszugstext bei Google-Suchergebnis.

oder:

Wird diese kritische Masse schnell erreicht, besteht ein ausreichender Bekanntheitsgrad in der Internetgemeinde. Hier sind Beispiele … – ebenda
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Kalenderblatt: Februar

Aus dem monatlichen Kalenderblatt der Kultur-Kritik Februar: weiter: Ein Tänzer beim Jazzfest 93 in Berlin

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Aufruf zu respektvollem Umgang mit Musik

Soeben in den De:Bug-News entdeckt. Das Label !K7 versucht wieder den Zustand es Respekts zwischen Musikhersteller und -konsument herzustellen. Die Argumentation scheint mir sehr begründet, sachlich und vernünftig. So könnte es auch gehen. Man muss nur wollen.
Mit Musik lässt sich vielerlei anstellen. Man kann sie hören, einmal, zweimal, immer wieder. Man kann dies allein tun oder mit Freunden. Man kann seine Lieblingsmusik auch verschenken. Dann bekommt man vielleicht selbst Musik geschenkt, solche, die man noch gar nicht kennt und auf die man sonst nie gestoßen wäre. Dann kann man sich tagsüber im Plattenladen, zuhause oder abends im Club darüber unterhalten. Denn Musik ist Kultur. Und Kultur ist Leben.

Deshalb erscheint fortan ein neues Logo auf den !K7-Veröffentlichungen: „NO copy protection – respect the music.“ Damit klar ist, dass man eine der CDs gekauft hat, die man so nutzen kann, wie man es möchte. Und damit klar ist, dass gute Musik einen Anspruch hat – den Anspruch, mit Respekt behandelt zu werden.

„NO copy protection“ ist ein Zeichen dafür, dass es eine wechselseitige Loyalitität zwischen dem Käufer und dem Label gibt. Das alte Lied vom wechselseitigen Geben und Nehmen bekommt eine neue Strophe: Copy protection kills customer relationship. Und mit „NO copy protection“ einen neuen Chorus. Denn nur derjenige, dem Respekt entgegengebracht wird, nimmt selbst Rücksicht. Musik ist wertvoll. Wer sie liebt, behandelt sie dementsprechend: mit Respekt. Vertrauen ist gut. Nichts ist besser.
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Autoren, Verleger, Musikhersteller – Streit um 3,4 Prozent

Nun geht der Streit weiter und könnte fünf Jahre andauern. Der Verband der Phonographischen Industrie in Deutschland ist nicht länger bereit 9,0009 Prozent vom Herstellerabgabepreis einer CD an die Gema abzuführen. Man will allenfalls 5,6 Prozent herausrücken. Und bis zur Entscheidung über einen angemessenen Betrag will die Phonographische Industrie den Diffenzbetrag auf Sperrkonten hinterlegen. Zwei finden das nicht nett: Der Deutsche Musikverleger Verband und die Gema. Komisch.

Komisch nur, dass sich alle drei Organisationen hübsch zusammenfanden, als es darum ging, das neue Urheberrecht (den ersten Korb) zu verabschieden. Als Argument stand damals der Schutz geistigen Eigentums und der Urheber jeweils im Vordergrund. Auch heute noch stellt die IFPI Künstler vor sich auf, um die diversen Restriktionsmaßnahmen gegenüber den Musikverbauchern geltend zu machen (Kopierschutz oder auch Digital Rights Management).

Da fließt böses Blut und wieder kann man die Guten von den Bösen eigentlich nicht unterscheiden. Die Gema steht da noch am besten da, denn sie ist explizit eine Autorengesellschaft, der „leider” auch Verleger angehören – und man muss nur mal im “100 Jahre musikalische Verwertungsgesellschaft in Deutschland-Buch” nachlesen, wie häufig verfahren die Situation zwischen Autoren und Verlegern waren. Beim Musikverleger Verband stehen auch andere Motive dahinter: Denn die verdienen im Zweifel ja mit (also die Verleger, nämlich aus den Nebenrechten).

Jetzt ist der Jammer groß, weil man sich nicht rechtzeitig um die Verhandlungsfähigkeit in diesem Punkt gekümmert hat. Das kommt einem in einem so professionalisierten Bereich der Kultur reichlich weltfremd vor.
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!K7 – Aufruf zu respektvollem Umgang mit Musik

Soeben in den De:Bug-News entdeckt. Das Label !K7 versucht wieder den Zustand es Respekts zwischen Musikhersteller und -konsument herzustellen. Die Argumentation scheint mir sehr begründet, sachlich und vernünftig. So könnte…

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Total freies Lied

Gestern im Postfach gelandet. Übersetzungssoftware sei dank eine Stilblüte nach der andern: Wir sind ein Band von Stockholm angerufener “The Central Bank”. Wir geben Ihnen ein total freies Lied. Sie…

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Kultur-Kampf im Radio

Aus Anlass der Veränderungen in den sogenannten Kulturprogrammen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks scheint sich eine Bewegung in Gang zu setzen, die die deutsche Rundfunklandschaft in zwei Richtungen teilt.

Auf der einen Seite stehen diejenigen, die ein Kulturprogramm im Wesentlichen nach Marktwerten beurteilen, auf der anderen Planer, die von einer langfristigen Konzeption eines gründlichen Rundfunkprogramms ausgehen. Dazu gibt es einen höchst interessanten Artikel in der Online-Faz von Frank Kaspar: Klassik, nichts als Klassik!. Zum Phänomen des Deutschlandfunks schreibt er da:
Günter Müchler sieht den Erfolg des DLF gerade im Prinzip der Themensendungen zu festen Einschaltzeiten begründet: “Wir glauben, daß unsere Hörer ein begrenztes Zeitbudget und ausgeprägte Special Interests haben und das, was sie interessiert, nicht eher zufällig in einem Musikteppich finden möchten. Angesichts des ausufernden Informationsangebots wächst heute das Bedürfnis nach gezielten Zugriffen.” In den letzten Jahren konnte der Deutschlandfunk seine Reichweite kontinuierlich steigern, auch dort, wo regionale Nachrichtenradios wie NDR 4 oder MDR Info ihm Konkurrenz machen. Das Altersmittel seiner Hörer liegt bei 57 Jahren, die Gruppe der Zwanzig- bis Neunundzwanzigjährigen wächst. Beim DLF sieht man sich deutlich in der Position einer konservativen und planungssicheren Programmgestaltung. Da gibt es keine modischen Reformen oder Reförmchen. Zielsicheres Einschalten ist angesagt. Informationen auf den Punkt eben.

Das können die neuen Konzepte wie bei RBB oder MDR FIGARO gar nicht mehr leisten. Da muss man dran bleiben, wenn man nicht “die” Information verpassen will, die man wirklich braucht. Gleichzeitig sind diese Infos aber auch so beschnitten formatiert, dass sie kaum noch in einer nötigen Tiefe und Breite behandelt werden können.

Das Problem der neuen Programme zeigt sich allzumal auch in einer “waghalsigen Gegenüberstellung”, wie sie Müchler vom DLF kritisiert, wenn von Seiten des RBB beispielsweise gesagt wird, daß die “Zeit des alten Redakteursradios, in der der Redakteur und nicht das Publikum das Maß des Angebots war” vorrüber sei. Das klingt wie Hohn auf fünfzig Jahre Kulturradio. Auf Redakteure wie Alfred Andersch im Hessischen Rundfunk in 50er bis 60er Jahren.

Absolut gewiss ist, dass Beiträge wie diejenigen eines Adorno in den 50er und 60er Jahren heutzutage überhaupt nicht mehr denkbar wären. War damals die Schmerzgrenze einfach nur höher, hat man sich sowas einfach gefallen lassen? War das denn am Publikum vorbei, wenn man anspruchsvolle Texte oder Diskussionen im Radio senden ließ?

Schon eine Frage, wie sie einmal Heinz-Klaus Metzger aufgeworfen hat: “Soll man die Musik an die Hörer bringen, oder soll man die Hörer zur Musik bringen?” zeugt ja von schmerzhaften Vermittlungsproblemen. Muss sich eine kulturelle Leistung daran messen lassen, wie und ob sie Publikum in quotenstarker und messbarer Weise hervorbringt? Kann man nicht mit dieser Anforderung viele kulturelle Leistungen der Vergangenheit als eigentlich vergeblich charakterisieren? Und nur, weil heute van Gogh teuer und geschätzt wird, kann er rückwirkend als bedeutend angesehen werden? Van Gogh war damals eine Pflaume – weltfremd und betriebsblind, ein Auslaufmodell, welches nie in Trab kam. Eigentlich hat er alles falsch gemacht. Und heute: Großer Mann, große Bilder.

Man stelle sich auch einmal vor, der Schulunterricht würde nach Maßstäben der neuen Kulturprogramme gestaltet. Herausforderungslos, Häppchen-Halbwissen vermittelnd – naja Hauptsache die Stimme und die Kleidung der Lehrenden ist aktuell und korrekt.

Meines Erachtens wird unterschätzt, was sich Hörer angedeihen lassen würden, wenn es doch nur kontinuierlich passierte. Man schaltet doch nicht mit sechs Jahren sein Gehirn ab und lässt sich bloß noch programmieren. Lernen kann eben auch mal schmerzhaft sein.

Zurück Christoph Lindenmeyer vom Bayerischen Rundfunk wird auch im obengenannten Artikel zitiert. Er sei “mehr denn je davon überzeugt, daß innerhalb der jeweiligen Programmfamilien von Massen- und zielgruppenorientierten Programmen die Chance zukunftsfähig ist, ein ,anderes Radio’ anzubieten: ein Medium für Entdeckungen, für Originalproduktionen, nicht nur ein Medium für Sekundärberichterstattung und die Befriedigung breit ermittelter Bedürfnisse.”

Denn orientierte man sich an letzteren ausschließlich, dann hätte das wirklich eine grundlegende Veränderung der Kultur-Hörfunks zur Folge: Seine Abschaffung nämlich. Denn die breite Masse hört weder Klassik- noch Kulturprogramme – und kosten tuts ohnehin proportional zu viel. Das sieht der Programmchef von Bayern2Radio, Klaus Kastan, ganz richtig: Unser “Programm kostet soviel wie die anderen vier Wellen des BR zusammen. Wenn wir weniger als 1,5 oder wenigstens ein Prozent Marktanteil erreichen, ist das nicht mehr zu rechtfertigen.” Ehrlich gesagt und den eigenen Ansprüchen aus den Marketingabteilungen folgend muss man sich auch mal eingestehen: Das ist nie zu rechtfertigen und war noch nie zu rechtfertigen. Jedenfalls nicht mit diesen Mitteln.

Kulturelle Bildung ist genauso wenig zu rechtfertigen wie Menschlichkeit.
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Kultur-Kampf im Radio

Aus Anlass der Veränderungen in den sogenannten Kulturprogrammen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks scheint sich eine Bewegung in Gang zu setzen, die die deutsche Rundfunklandschaft in zwei Richtungen teilt. Auf der einen…

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Zugangsbarriere Plakat

<%popup(20040115-mdr-slogan-big.jpg|405|287|Plakatwerbung des MDR Figaro)%>

Jetzt bleibt eigentlich die Interpretation der Plakatwerbung von MDR FIGARO übrig. Ich weiß nicht recht, wen es ansprechen soll. Mir fehlt so ziemlich alles, was auf dem Plakat dargestellt ist. Habe weder ein weißes noch überhaupt ein Sofa, wohne nicht im Altbau mit den schönen Türen, habe auch keine Frau (weder eine so gekleidete noch überhaupt eine). Und meine Wohnung ist wesentlich unordentlicher. Andererseits konnte ich mir schon ein Regal leisten und muss mir ausgeliehene Bücher nicht neben dem Sofa auf dem Boden stapeln.

Sorgen macht mir auch die Sitzhaltung und Kleidung der Dame auf dem Bild. Bequem sitzen wird man das wohl kaum nennen dürfen. Geld für Heizung hat sie, denn frieren tut sie nicht – ist wohl zudem ein renovierter Altbau. Dann noch diese Handbewegung: Sehe ich da etwas wie Dirigieren, Mitfühlen? Oder wartet die Dame auf ein Gläschen guten Rotweins vom Hausherrn? Ist dieses angedeutete Lächeln und offensichtliche Ohrenspitzen nicht auch leicht ironischen Charakters? Oder ist das ein Lauern, wie beim Luchs. “Lauern wir mal MDR FIGARO – vielleicht kommt da im Laufe des Tages irgendwann doch noch mal Interessantes” Wie lange muss man da wohl lauern? Und ich finde auch, dass sie zugleich so komisch gekrümmt da sitzt, als ob sie Bauchweh habe. Überreizung des vegetativen Systems.

Das leicht angewinkelte linke Bein: Ich weiß es nicht zu deuten, bequem ist das auf Dauer jedenfalls nach eigener Sitzprobe nicht. Ein Schuss von Aktivität, eine Andeutung zu einer Übersprungshandlung – weil sie vielleicht doch den Sender wechseln will, zum Beispiel zu Klassik-Radio.

Ist das die mitteldeutsche Alltagskultur, die dargestellt wird? Eine einsame Frau, die ihre Wohnung prima in Schuss hält (bis auf die Bücher auf dem Boden) und sich dann MDR FIGARO gönnt, in einem typisch mitteldeutschen Morgenmantel?

Das Plakat wirft meines Erachtens mehr Fragen auf – und dann noch die Unterzeile: “Das Kultur-Radio”. Ist es am Ende vielleicht ein Bild einer Moderatorin im Sendekomplex des MDR? Dann verstehe ich zumindest die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Bei solchen Arbeitsbedingungen muss man die GEZ-Gebühren zwingend erhöhen.

Ich weiß nicht recht, welche Zielgruppe man mit so einem Plakat im Visier hat: Voyeure und überhaupt und sowieso. Normalerweise erwarte ich von so einem Plakat, dass man Hinweise erhält, wo es solche Sandalen, Hemdchen und Sofas gibt. Modefotografie eben. Aber Klassik-Radio macht ja jetzt auch im Fernsehen auf sich aufmerksam. Klassik-Radio – Modern Music.
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