Jazzweakend 2017 in Regensburg

Als Musikkritiker hat man es nicht so leicht. Wirklich nicht. Man ist nicht recht beliebt bei den Musikerinnen und Musikern. Ist man gut zu ihnen, freuen sie sich, aber eben auch nur so lang, wie man Zitierfähiges wie “Album des Jahres” unterbringt. Jede kleine Kritik und sei es in homöopathischer Dosis gilt schon schnell als Verriss. Und man hört die vorwurfsvolle Frage: “Was hast Du eigentlich gegen mich.” Ein grober Verriss dagegen bedeutet: Man verstehe halt von der Sache nix. Deswegen sei man ja auch nicht Musiker sondern Kritiker.

(mehr …)

Ein Kommentar

Horst Seehofers medienpolitischer Sondermüll

Vor ein paar Tagen soll der CSU-Horst gesagt haben: "Wir sind der Auffassung, dass die Grundversorgung auch von einer Fernsehanstalt geleistet werden könnte." Und zwar gegenüber der BILD-Zeitung. In dem nächsten Grundhatzsatzprogramm der CSU soll sich folgende Idee wiederfinden: "Wir streben langfristig die Beseitigung von Doppelstrukturen und die Zusammenlegung von ARD und ZDF unter einem Dach an." Und? Was passiert? Wie bei bestimmten anderen Parteien springen die Kommentare an, man distanziert sich hier, kritisiert…

Kommentare deaktiviert für Horst Seehofers medienpolitischer Sondermüll

Musikalische Reproduktionstheorie: Köln Concert

Mit eher weniger Theorie als Reproduktion! Nicht lange ist es her,  da feierte man den 40. Geburtstag von Keith Jarretts legendärem Köln Concert. Es war der 24. Januar und alles lief schief, das Konzert im Opernhaus drohte zu platzen. Wäre jetzt auch nicht so schlimm gewesen, denn Jarrett war zwar schon bekannt, aber noch lange nicht der Superstar, zu dem ihn dann dieses Konzert aber mehr oder weniger freiwillig machte. Man erzählt sich so…

Kommentare deaktiviert für Musikalische Reproduktionstheorie: Köln Concert
Mehr über den Artikel erfahren Die erste Sünde des Jahres – Schlagerjazz
Funken aus Nichts. Foto: Hufner 1.1.2015

Die erste Sünde des Jahres – Schlagerjazz

Ich gebe zu, ich habe heute nacht gesündigt. Nach Neujahr kam das große Schlagerderby aus den späten 60er und 70er Jahren. Aus den Archiven des Fernsehens, gesendet vom rbb. Selige Zeiten für Autoren (Texter wie Komponisten), alles wirklich gut komponiert, tolle Stimmen bisweilen. Reichtum für die Autoren garantiert. Und das Publikum: Überaltert. In Anzügen mit Krawatten oder Fliegen, die Damen entweder züchtig oder gewagt – gesungen wurde gerne kurzberockt, langbebeint und wenig hochhackig. Die…

Kommentare deaktiviert für Die erste Sünde des Jahres – Schlagerjazz

Wer deckt hier was auf, Mario?

Mit erstaunlichem Erfolg hat das RTL oder SAT1 oder so ein Sender jetzt im Programm, wo beim Namen genannt wird, was es an Steuerverschwendung in Deutschland so gibt. Kein Mensch wird bestreiten, dass dies oft und häufig genug der Fall ist. Die Sendung trägt den Titel „Mario Barth deckt auf“ – und damit beginnt schon leider der Betrug im Namen der Aufklärung. Ist Mario Barth unter die Aufklärer gegangen, die investigativen Journalisten gar? Undenkbar.…

Kommentare deaktiviert für Wer deckt hier was auf, Mario?

Gigantische Schritte (1920 / 1960 / 2000)

Längst ein Klassiker, kennt diese Animation von Michal Levy trotzdem wahrscheinlich nicht jeder. Muss man ja auch nicht. Der Film ist von 2002 und selten zu sehen (hier aus dem Cache bei Google in hoher Qualität). Denn bald nach Veröffentlichung gab es offenbar Probleme mit den Rechten an der Musik. Und das ist sehr schade gewesen. Im Prinzip wäre es möglich gewesen, sich den Film mit der Musik selbst zu synchroniseren. https://vimeo.com/6428820 Das Problem…

Ein Kommentar

Musikalische Analyse II: Unspielbare Musik

Wenn man denkt, in der sogenannten klassischen Musik gäbe es unspielbare Musik, die so schwer zu spielen ist, dass man Scheitern müsse, der irrt. Neue Musik ist total einfach, zumal es Musiker und Musikerinnen gibt, für die es keine Hürden zu geben scheint. Und wenns mal wirklich zu schwer wird, ist das bekanntermaßen die Intention der Komponistin oder des Komponisten. Aber was eben wirklich nicht geht: Bass spielen und singen zugleich. Der Bassist Jay…

5 Kommentare

Jazz ist Philosophie

Darauf habe ich gewartet: nach der Philosophie der Fuge, der Philosophie des Grunge und den ganzen Philosophien der Musik jetzt also eine Philosophie der Jazz. Dabei wird mir doch jeder zustimmen, der einigermaßen seine fünf Sinne beisammen hat: Jazz ist Philosophie! Mittagessen ist Philosophie. Philosophie ist …, nein, … doch, ist Philosophie. Aktuell in der nmz rezensiert Reinhard Olschanski über Daniel Martin Feiges Philosophie des Jazz, den er nach Olschanski als Modellfall des Performativen untersucht.…

2 Kommentare
Mehr über den Artikel erfahren Recht und Kunst II
Ein schwarzes Quadrat vor grauem Hintergrund. Hufner

Recht und Kunst II

Ich glaube, es gilt ein grundlegendes Missverständnis aufzulösen. Recht und Kunst kommen nicht zur Deckung. Gerade vorausschreitende Kunst ist häufig nicht mit Mitteln des Rechts zu fassen. Offenbar sind ja Kunstgegenstände wie das "Schwarze Quadrat" von Malewitsch oder Fountain von Marcel Duchamp nicht durch das Urheberrecht als Werke geschützt, so wenig wie John Cages 4'33". Aber, dass es sich um Gegenstände der Kunst handelt, die auch kommunikativen Einfluss hatten, also kunstgeschichtliche Relevanz haben, dürfte…

Kommentare deaktiviert für Recht und Kunst II