e.s.t.: Seven days of falling
Postpopbop!Musik zwischen verzweifelten Balladen und trotziger Rotznäsigkeit. Esbjörn Svensson (Piano), Dan Berglund (Bass) and Magnus Ostrom (Schlagzeug) bewegen sich in einer voll emanzipierten Triobesetzung. Alle Instumente sind gleichgewichtig und ordnen sich in die ausgeklügelten Arrangements ein.Neben einfachen Songstrukturen stehen da außerordentliche Klangmixturen, die im positiven Sinn nach Materialbeherrschung klingen. Auch wenn kleine Motive eigenständig repetitiv durchgeführt werden und im Baß zum Beispiel eine eigene Schicht bilden, wirkt die Musik nirgendwo künstlich sondern bei aller Kunstfertigkeit höchst vegetativ, belebt. Und alles in einer…
Ganz lässig ist zwar diese Doppel-CD, die einige hippe Tracks von Donald Byrd über Buddy Rich und Horace Silver bis Gary Bartz vereinigt. Alles das ist hübsch an der Schnur aufgeperlt und loungt sich gar nicht mal ungekonnt über insgesamt gut 140 Minuten durch. Aber für wen ist eine solche CD eigentlich gemacht? Für im Zwielicht zwinkernde Bars, fürs angenervte Autofahrten oder als Begleitmusik zum Fensterputzen? Wohl für alles zusammen, möglicherweise passt dazu auch ein gekonnt dressierter Blattsalat.
Ein Jazz-Quintett um den Saxophonisten Greg Osby macht einen Ausflug in die gute alte Zeit und zieht sich gewissermaßen alte Schuhe an. Mit dem ersten Stück „East St. Louis Toodle-oo“ ist man sofort dort. Da saftelt die Musik geradezu in traditionellen Harmonieshemata eines Trauermarsches und drüber setzt sich dann, kaum dass man es bemerkt, eine dazu etwas schiefe Soloinstanz. Dieses Stück hat es in wirklich sich: auf einem Trompetensolo (Nicholas Payton) folgt gleich ein furioses gestrichenes Baßsolo von Robert Hurst. Danach setzt Payton ein zweites Mal an, auf dem Flügelhorn, perfekt in seiner gewollten Unbeholfenheit und seinen Ansatzproblemen.