Die Ballade von Rattenbonum

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Die Ballade von Rattenbonum entdeckte ich heute beim Mailsortieren und Ausforschen diverser Mails. Es handelt sich dabei um das Werk einen anonymen Autors, jedenfalls solange, bis er/sie sich selbst outet. Die Entstehungszeit lässt sich auf den Frühling des Jahres 1997 datieren. Der Sprachen Meister war der Autor einer. Manch bösartiger Wuttropfen lässt sich schwer ergründen. Der Autor versteht sich als Mann/Frau der revolutionären Zellen der ‘48er-Bewegung des vorletzten Jahrhunderts. Um die Zensur zu umgehen,…

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Still

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Die Vögel hocken still in ihren Zweigen. Die Welt schläft ein …Hans Bethge, Die Chinesische Flöte (1907-1908) - auch: Gustav Mahler, Das Lied von der Erde, “Der Abschied”.

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Hölderlin – Der Frühling

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Der Frühling Wenn aus der Tiefe kommt der Frühling in das Leben, Es wundert sich der Mensch, und neue Worte streben Aus Geistigkeit, die Freude kehret wieder Und festlich machen sich Gesang und Lieder. Das Leben findet sich aus Harmonie der Zeiten, Daß immerdar den Sinn Natur und Geist geleiten, Und die Vollkommenheit ist Eines in dem Geiste, So findet vieles sich, und aus Natur das Meiste. Mit Unterthänigkeit d. 24 Mai Scardanelli. 1758.

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Plagiatoren – eine neue Rubrik

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Gestern während einer Zugfahrt, bei der Lektüre einiger Dichtungen von Alfred Lichtenstein, fiel mir das erste mal ein Gedicht mit dem Titel „Die Plagiatoren” auf. Darin geht es um die Zusammenarbeit aller bei der Findung oder Erfindung von Menschen mit Menschen.

Die Plagiatoren

Ein jeder ist ein Teil vom Schicksal anderer,
Die vor ihm waren und die um ihn gehen,
Die auch nur einmal, eilge Weiterwanderer,
Den Weg ihm kreuzend, flüchtig bei ihm stehen.

Sie kommen, kommen ohne Zweck und Sinn,
Entfernen sich mit leichtem Wanderschritt.
Sie bringen alle etwas zu ihm hin.
Sie nehmen alle etwas von ihm mit.

Aus: Die Gedichte des Aliwi (5.1.1912)

Die Rubrik hier findet ihren Ursprung in einer Redaktionsreaktion. Ich meinte, man müsse den Begriff der Kreativität (und ihres Wertes) abziehen vom Verfahren des Urheberrechts oder von Verwertung. Das sei falsch, bdeutete man mir. Darauf meinte ich, es habe schließlich auch Kreativität in einer Zeit gegeben, als es noch kein Urheberrecht oder ähnliches gegeben habe. Die Reaktion: Das sein ein Killer-Argument, darüber müsse man erst nachdenken. Es scheint mir wirklich so zu sein, dass Fragen der Verteilung und Verbreitung geistigen Schaffens erst in der letzten Zeit von Fragen des Rechts und seiner Verwertung überlagert worden sind. Und das auch in dieser Form vielleicht erst seit wenigen Jahren. Darauf bezog sich schon der Eintrag “Adorno und das Urheberrecht” in diesem Weblog. Adorno war das alles im Wesentlichen Wurscht – zumindest in dieser Begrifflichkeit. Bei im geht es eher mal um die Frage des "gerechten bzw. ungerechten Tausches.”

Nun gibt es auch Äußerungen von Blaise Pascal oder Johann Wolfgang von Goethe, die ganz ähnlichen Charakters sind wie Lichtensteins Gedicht hier. Ich werde das gelegentlich noch aufbereiten.

Was mich bei Lichtenstein zunächst erstaunte, war, das dieses Gedicht „Die Plagiatoren” heißt. Vor Plagiaten oder Plagiatoren hatte schließlich auch Hegel Respekt, im Sinne, dass sie, die Plagiatoren, seine, Hegels Texte unter anderem Namen veröffentlichen könnte. Das sei schon ziemlich schlimm, aber es genüge auch, wenn sie nachgedruckt würden, ohne dass er es mitbekommen hätte. Neben dem Schmücken mit falschen Blumen und möglichen engangenen Honoraren war dabei auch das Problem geshen, dass eine Diskussion der Inhalte ohne sein Wissen laufen könnte. Aber auch dazu später einmal mehr.

Lichtenstein hats in seinem Gedicht sehr einfach und einleuchtend beschrieben. Menschen kommen zusammen, Menschen bauen auf dem Wissen anderer Menschen auf. Die Wege kreuzen sich flüchtig und man nimmt davon eben etwas mit. Gerade so, wie wenn man abends (oder überhauupt) mit irgendwem sich unterhält. Das Gesagte wird mehr oder weniger deutlich die Herausbildung neuer Gedanken oder abweichender hervorbringen – oder vergessen oder später wirksam. “Ein jeder ist ein Teil vom Schicksal andrer. … Sie bringen alle etwas zu ihm hin. / Sie nehmen alle etwas von ihm mit.” Das Ganze ist wie selbstverständlich und so lapidar formuliert es Lichtenstein auch, als wäre es das Normalste von der Welt. Offensichtlich steckt hinter der Lichtensteinschen Auffassung etwas andere als die Angst Hegels. Zum Plagiator wird bei Lichtenstein eigentlich jeder, der jemals mit der Außenwelt in Kontakt gerät. Damit verliert die negative Konnotation des Plagiators ihren Sinn: Man kann nichts anderes sein als auch ein Plagiator.

(to be continued)

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… Notwendigkeit der Annahme eines eigenständigen Paradigmas …

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Lyrik eines Romanisten, der das Seminar für Musikenthnologie der FU Berlin zum Teufel jagen möchte. [via KIZ]

Aus für die Vergleichende Musikwissenschaft an der FU Berlin? – „ … wir haben andere Probleme als die Musikethnologie,“ wird der Vize-Präsident der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Klaus Hempfer (seines Zeichens Romanist), im Berliner Tagesspiegel zitiert. Beabsichtigt ist die Auflösung des Seminars für vergleichende Musikwissenschaft, welches in Deutschland einzigartig ist. Seine Tradition weist zurück auf die Anfänge der Musikwissenschaft in Deutschland überhaupt und ist verknüpft mit Namen wie Curt Sachs und Erich von Hornbostel. Heute ist dies das einzige deutsche Universitäts-Institut, an dem Musikethnologie unabhängig und mit einem vollständigen Studiengang existiert. Die Entscheidungen des Präsidenten beziehen sich auf eine fehlerhafte Evaluierung im Jahr 2002. Durch den unvorhergesehenen Tod von Josef Kuckertz 1995, verlor das Institut zwei Lehrstühle. Sieben Jahre lang konnte das Institut durch Vakanzvertretungen gerade noch am Leben erhalten werden, bis sich die Freie Universität im März 2003 dazu entschloss, die Professur der Vergleichenden Musikwissenschaft durch die Berufung von Dr. Gert-Matthias Wegner wiederzubeleben. „Und jetzt, da das Institut gerade beginnt sich zu entwickeln und eine gößere Zahl von Studenten anzieht, läutet der Präsident die Totenglocke für das Institut, in dem er diese Entscheidung der Öffentlichkeit präsentiert,“ meint Wegner dazu und führt weiter aus: „Die Streichung der Musikwissenschaft mit insgesamt zwei Professuren (Musikwissenschaft und Musikethnologie) stellt eine im Vergleich unverhältnimäßig geringe finanzielle Einsparung dar. Anscheinend will der Präsident ein Exempel statuieren und durch die Zahl der geschlossenen Institute seine Verdienste um die öffentlichen Finanzen ins rechte Licht rücken.“ MH
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