Bruchstücke: Alte Geister Meister – Musikindustrie bei Bernhard | Hmmm

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Alte Geister Meister - Musikindustrie bei Bernhard Joshua von Brain farts empfahl mir doch die Lektüre von Thomas Bernhards “Alte Geister Meister” – mein erstes Bernhard-Werk. Darin wunderbare Zeilen über die Musikindustrie, die einen mit Musik zumülle und einen “krankhaften Musikkonsumatismus” erzeuge. 1985 wurde der Text verfasst – visionär. "Den von der Musikindustrie total vernichteten Menschen sehe ich schon, sagte Reger, diese Massen von Musikindustrieopfern, die die Erdteile schließlich mit ihrem musikalischen Leichengestank bevölkern, mein lieber Atzbacher, die Musikindustrie hat die Menschen…

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“Mittendrinsein” – Ein Paradox

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Die Rede von dem "Mittendrinsein". Bilde man doch zum Spaße mal den Superlativ. Am mittendrinsten ... Am mittendrinsten sind alle, die es sein wollen. Sind sie aber mittendrin, sind sie es nie allein. Man macht sich den Platz streitig, ist aber unstreitig genau dort, wo auch die anderen sind. Damit schließt man sich gegenseitig aus. Darum so viel Bedeutungskampf. Mittendrin in der Zukunft. Was ich nicht glaube: dass das Internet ein Potential hat, das noch nicht ausgeschöpft ist. Es schöpft sich jeden…

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Potentiale von Technik bei Adorno: „Nicht die Technik ist das Verhängnis“

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Eigentlich bin ich immer davon ausgegangen, dass Adorno ziemlich große Probleme hatte mit der gesellschaftlichen Einschätzung von "Technik", die verknüpft ist mit den Begriff des Fortschritts. Gewiss hätte man auch wissen müssen, dass dies nicht so unbedingt der Fall ist. Klar, die Linie zog Adorno von der Steinschleuder zur Atombombe. Aber er zog auch eine von Bach zur musique informelle. Letztere blieb eine Vorstellung, die nie real wurde. Aspekte aber zeigten sich. Neulich habe ich beim Kassetten abhören wieder in der Vortrag…

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Vertrauen und Politik [Luhmann]

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Liegt schon lange bei mir herum. Vor allem die nachfolgende Passage harrt der Deutung. Luhmann schreibt 1968 (!, erste Auflage): Die Metapher vom 'Staatsvertrag', durch den freie Naturmenschen sich selbst oder dem eingesetzten Souverän Vertrauen gewähren, entspricht keine Wirklichkeit. Gewiß: der Staatsbürger wählt. Aber die politische Wahl ist keine Beauftragung mit Interessenvertretung. Der deklarierte Leitgedanke dieser Institution lautet, daß die gewählten Volksvertreter nach Kriterien des Gemeinwohls zu entscheiden haben. Aber sie beanspruchen souveräne Entscheidungsgewalt, und einem Souverän kann man nicht vertrauen." Wie…

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Schnellgedicht 362

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Exponieren, exportieren, rekrutieren, restaurieren, reklamieren, optimieren. Pfuschieren & Lamentieren. Kartonieren. Verfransen und erblassen.    

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Tagesdings – Fünf Bemerkungen

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1) Es wird schon sehr viel Zeit damit zugebracht, darüber nachzudenken, worüber jemand anderes vielleicht nachdenken könnte. 2) Seit wann ist es eigentlich üblich, in Mails unter den Namen (des Absenders) auch noch eine Berufsbezeichnung zu setzen? 3) Kann es sein, dass wir gerade das Zeitalter der Wichtigkeit erreicht haben? Ego-Trips der Vergangenheit mal als Ausnahme angenommen. 4) Angenommen, die Beobachtung stimmt, was heißt das für die Gegenwart und die Zukunft? a) In dem Maße, wie die Selbstbedeutung zunimmt, nimmt die Empathie…

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„… quoll aus schwarzen Tasten Heiterkeit schwerflüssig in die ausgestorbene Welt“ [Kracauer]

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"Ein Klavier stand in dem Raum, Gianino konnte nicht widerstehen, er schlug die geliebten Melodien an, und von Tassengeklirr dünn kontrapunktiert, quoll aus schwarzen Tasten Heiterkeit schwerflüssig in die ausgestorbene Welt." Ist einfach immer wieder gerne gelesen, zwischendurch, die Aufsätze aus den 20er Jahren, Kritiken zu Spengler, Kafka, Sinclair, Plessner und so vielen anderen. Besonders aber seine richtigen Feuilletons.

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Seite 118342

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Gustav Falke, ein Name, der mir eigentlich gar nichts sagt. Auch wenn es nur schwer geht, dass man in einer digitalen Bibliothek stöbert, muss man das ab und zu machen. Solche komischen Dinge kann man dann da finden. Gebet Herr, laß mich hungern dann und wann, Satt sein macht stumpf und träge, Und schick mir Feinde, Mann um Mann, Kampf hält die Kräfte rege. Gib leichten Fuß zu Spiel und Tanz, Flugkraft in goldne Ferne, Und häng den Kranz, den vollen Kranz,…

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Welttag der Philosophie

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Heute ist angeblich der Unesco-Tag der Philosophie. Das muss ich mir schnell was einfallen lassen: oder was einlallen lassen? Fiel mir heute, am Tag davor ein. 99,98% der Netzinhalte bestehen aus Rezeptionsproduktion. 0,019% sind reine Produktionen, die, hätte man ausreichend rezipiert, schon dagewesen wären. Als Erfindungen von schon Gefundenem. Bleiben die restlichen 0,001% - aber die finde mal. Hält dann auch vom Selberdenken ab, das Suchen, damit man was findet. Ist irgendwie Unsinniges Tun.

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Schnipsel – Utopie

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In seinen drei Regeln für Utopisten im Merkur-Sonderheft "Zukunft Denken - Nach den Utopien" schreibt der Philosoph Martin Seel im Einleitungstext: "Utopien sind unmögliche Möglichkeiten, die mögliche Möglichkeiten sichtbar werden lassen." (S. 747) Diese Definition wandelt sich noch etwas ab nach der Lektüre von Rawls: "Denn diese Utopie ist ihrem Anspruch nach keine unmögliche, sondern lediglich eine weithin für unmöglich gehaltene Möglichkeit, die eine tatsächlich mögliche Möglichkeit erkennbar werden läßt." (S. 753) Oder so.

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