Aufstieg oder Abstieg [Baltasar Gracián]

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Wenn noch etwas Zeit ist, geht der Blick in Werke des spanischen Autors Baltasar Gracián. Den "Das Kritikon" gibt es wohl neu übersetzt, ein absurdes Buch. Man kann an jeder Stelle anfangen zu lesen, immer wieder wird man eine Merkwürdigkeit finden. Erinnert mich glatt an Musil, dessen Mann ohne Eigenschaften man nun wirklich nicht anders lesen kann als mit dem breitesten Grinsen. Bei Gracián, einer Empfehlung Luhmanns folgend, ist es anders. Da wirken alle Dinge so absurd, so fremd. Ein kleines Buch…

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Trinken – Definition

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An Tomatensuppe niemals Pfeffer. Niemals! Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen. Bier auf Wein, das geht gut rein. Nach dem Essen, sollst du ruhen oder tausend Schritte tuen. Gebietet der Einfalt doch bitte Einhalt. Einer geht noch … Der Wander schreibt übers Trinken: Da die Deutschen in dem Rufe stehen, von jeher gute Trinker gewesen zu sein, so ist es natürlich, dass ihre Sprache auf diesem Felde auch sehr ausgebildet ist und einen grossen Reichthum an Bezeichnungen für Trinken besitzt,…

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Dummenschanz

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a) Die Daten bitte. Ihre Daten bitte. Wir sammeln ihre Daten. Wir sind Lexikon. Die Wissenschaft ist das Mittel, durch das der Mensch lernt, was er tun kann, und deshalb erforscht sie die Bedürfnisse der äußeren Welt. Kunst ist das Mittel, durch das der Mensch lernt, was er tun will, und deshalb erforscht sie das menschliche Herz. Und das Bürgertum, das Augen vor der Schönheit verschließt und der Wissenschaft den Rücken kehrt, bleibt bis zum Schluß in seiner Dummheit befangen. Es kreuzigt…

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Soziologen-Clowning … „Es erreicht Bücherschränke“ [Luhmann]

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Immer wieder ist Niklas Luhmann, der Soziologe, für eine Grotestke gut. "Soll der Text Wissen werden, soll er also die noch nicht geführte Kommunikation vollenden, muß er einen Leser finden. Aber wie? Die Publikation sichert nicht, daß das Buch gelesen wird; schon gar nicht, wenn vor allem Bibliotheken es kaufen. Das Zusenden von Büchern an 'Multiplikatoren' ist ebenfalls kein wirksamen Mittel, Lektüre zu erreichen. Es erreicht Bücherschränke." Da spricht mir einer aus dem Herzen, oder aus Erfahrung. Oder aus beidem. Und heute…

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Kork [Caudwell]

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Und noch ein Korken, der blogt. Weiß jetzt auch nicht, was schlimmer ist. Aber ich will das Kapitel nicht schließen ohne den Hinweis darauf, dass es mir nun nach etlichen Jahren wieder einmal vergönnt war, ein Buchantiquariat zu besuchen. Regensburg ist da nicht so gut bestückt wie früher einmal Wien oder Berlin (oder selbst Gießen). Diese besuchte Antiquariat hatte tatsächlich alte Werke und verlorene Werke und billige Werke. Unter anderm Sinclair Lewis "Der Babbitt" für 1 Euro. Ist halt Literatur, dick und…

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Verbindungsblasebalg

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Fest zu bestätigen, dass Ihre PayPal Informationen bitte zum Aktualisierungsprofil Ihres PayPal oder Klickens auf dem Verbindungsblasebalg gehen Irgendwann werden die Spam-Phisher noch den Poetik-Preis der Stadt Emden bekommen. Irgendwann, da bin ich sicher.

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In der Mitte der Wirtschaft [2006] – Rechtes Gedankengut, billig

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Nachtrag zum vorhergehenden Beitrag. Wie tief die Dummheit und die Dreistigkeit geht, zeigt die von Google eingeblendete Werbung bei der Suche nach „rechtes Gedankengut in Bayern.“ Es folgt ein Screenshot! — keine Werbung: Man könnte es ja glatt für komisch nehmen. Aber es ist dies der schon längst automatisierte Terror. Machen wir halt den Preisvergleich. Ich fasse es nicht.

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Der frohe Tote

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Es gehört einfach zu meinen Lieblingsgedichten, auch und gerade weil ich es nicht ganz nachvollziehen kann. Der frohe Tote von Baudelaire, hier in einer Übersetzung von Stefan George. Ich weiß gar nicht, wie viele Übersetzungen ins Deutsche es davon gibt. Bekannt und angeschaut habe ich nur die von Stefan George und von Carlo Schmidt. Auszüge hat auch der Walter Benjamin gemacht. Dass jemand zu den Schnecken, Würmern und zu den Raben sich sehnt. Alles Menschlich-tümelnde ausschlägt, sogar noch im Tod dan die…

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1998 – „… den kritischen Blick entschärfen“

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Jürgen Habermas hat am 5. Juni 1998 knapp die politische Situation (2005) auf einen verteufelten Nenner gebracht: „… seit 1989 scheinen sich immer mehr Politiker zu sagen: Wenn wir die Konflikte schon nicht lösen können, müssen wir wenigstens den kritischen Blick entschärfen, der aus Konflikten Herausforderungen macht.“

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Wolfgang Koeppen: Das Treibhaus [„große Koalition der Unzufriedenen“]

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"Wer würde der Regierung im Amt nachfolgen? Eine bessere Regierung? – Vielleicht würde eines Tages eine große Koalition der Unzufriedenen regieren mit Dörflich an der Spitze, und dann wären Tod und Teufel los. Da saßen sie nun und waren am Ende ihres Lateins, die Günstlinge der Suffrage universel, die Jünger Montesquieus, und sie merkten gar nicht, daß sie Torenspiele arrangierten, daß von der Gewaltenteilung, die Montesquieu gefordert hatte, schon lange nicht mehr die Rede war. Die Mehrheit regierte. Die Mehrheit diktierte. Die…

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