Sybaris – Danza alla tedesca [und die Macht des Musikus’]

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Wissen (was immer das jetzt genau ist) nimmt zu, so erfährt man es. Es heißt auch, dass 90 Prozent aller Wissenschafter der Menschheit zur Zeit noch am Leben sind (das mag stimmen). Jedoch, manchmal dann, wenn man etwas ins Wissen bringen will, stellen sich die Dinge anders dar. Irgendwann während meines Studius tauchte das Kriegslied "Großvater Stöffel" von Bert Brecht auf. Ich habe es nicht verstanden. Großvater Stöffel ißt den Brotaufstrich mit dem Löffel. Die krumme Liese kocht das Pferdefleisch in Margarine.…

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Verspätung [Zugfahren mit Bayern-Fans]

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Mitteilung an mich. Nie mehr Zug fahren, wenn Fussball ist. Tatort Samstag, Tatzeit Zug. Arme Bayern Fans fahren mit Bayernticket nach Nürnberg. Saufen und brüllen. Brüllen und saufen. Das im Zusammenhang mit älteren Semestern, die just an einem solchen Tag ihr Radtour machen wollen und zwar in Massen, das ergibt eine unselige Melange. Verspätungen sind programmiert. Ekel vor vollgekotzten Zügen ebenfalls. Und das Gebrüll ist furchtbar. Bäh. Gänse bekommt man da leichter still. Nenene, unappetitlich das Ganze auch in manchem Schlachtruf. Also,…

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Fichten! [Über die Denkfreiheit und den Menschen als Eigentum]

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"Der Mensch kann weder ererbt, noch verkauft, noch verschenkt werden; er kann niemandes Eigenthum seyn, weil er sein eigenes Eigenthum ist, und bleiben muss." Was freilich niemanden anficht, ihn wie anderes nur unter dem Aspekt der Verwertung zu betrachten. "Den Körper der Menschen zu unterjochen ist euch ein leichtes; ihr könnt seine Füsse in den Stock, seine Hände in Fesseln legen, ihr könnt auch allenfalls durch Furcht des Hungers oder des Todes ihn verhindern zu reden, was er nicht reden soll. Aber…

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Konservative Kritik [Karl Marx]

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Diese Forderung, das Bewußtsein zu verändern, läuft auf die Forderung hinaus, das Bestehende anders zu interpretieren, d.h. es vermittelst einer andren Interpretation anzuerkennen. Die junghegelschen Ideologen sind trotz ihrer angeblich „welterschütternden“ Phrasen die größten Konservativen. Die jüngsten von ihnen haben den richtigen Ausdruck für ihre Tätigkeit gefunden, wenn sie behaupten, nur gegen „Phrasen“ zu kämpfen. Sie vergessen nur, daß sie diesen Phrasen selbst nichts als Phrasen entgegensetzen, und daß sie die wirkliche bestehende Welt keineswegs bekämpfen, wenn sie nur die Phrasen dieser…

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Trübsinn geht weiter

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Der Trübsinn ist doch was Schönes, vor allem, wenn man sich ihm nicht aussetzt. Dennoch, bedenkt man es recht, oder gerade weil — ohne Trübsinn wäre so weniges verfasst. Die anthropologische Großer Trübsinn ist bisweilen Produktivkraft. — O Schmerz! O weher Schmerz! Die Zeit verschlingt das Leben, Und dieser düster Feind, der nagt an Herz und Mark, Wird durch das Blut, das wir vergießen, groß und stark. Die Schlusszeilen aus „Der Feind“ in Baudelaires „Blumen des Bösen.“ Hier übersetzt vom Carlo Schmid…

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Hochbetonik (Detmerode)

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Kaltmamsell mag Hochbetonik. Das hatten prima im Stadtteil Detmerode der Fussballstadt (blöde Heimverlierer gestern) gerne gebaut. Gemischte Bauweise, mal hoch mal breit. Dazwischen viel grün. Das Foddo stammt aus der Reihe meiner ersten Bilder mit der Zorki. Transportprobleme sieht man an den Streifen auf dem Foddo. Aber zurück. Der Detmeroder (etwa 16.000 Einwohner) Volksmund nannte diesen Doppelhochbetonzahnkomplex „Don Camillo und Pepone“ — vielleicht wohnten gerade viele italienische Gastarbeiter dortdrin. Normal sterbliche wagten sich da nicht einmal in die Nähe. Die Gegend galt…

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Der fiese Gast – und seine Replik

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Fast monatlich bekomme ich einen Nachtgast, also so einen, der eine Nacht bleibt; eben einen, der ein Bett für eine Nacht in der ihm fremden Stadt benötigt. Dieser Gast war nun da. Ich kann den zwar überhaupst nicht leiden, weil er schmutzt und einen in einer Tour beleidigt, weil er 1860er-Fan ist, weil er dick und kurz ist und mit Bart. Mit einem Wort: Weil er mich an mich erinnert, wenn ich einmal so alt bin als wie er. Aber: Witzig isser…

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Bliz aktuell: Zum Fürchten

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Auf der ersten Seite des hiesigen Bliz aktuell (Regensburg, Nr. 46, 14. November 2004) sind offenbar die busenfreudigen Trampel der Regio ausgegangen. Da wird ein armes Mädel schnell zum aufregenden Gardemädchen gemacht. Dem scheint es nicht gerade besonders zu gefallen, der Fotograf und die Bildredaktion des Zeitung geben sich nicht sonderlich Mühe, wenigstens den Blitz aus der Brille zu retouchieren. Ein furchtbares Foto, an der Grenze zur Verachtung. Shanine ist laut Bliz acht Jahre alt und sie „schaut ein bisschen ernst“, es…

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To whom it may concern II [Kierkegaard | Aphorismus]

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Auch das hatte Kierkegaard recht fein herausgearbeitet und pointiert. Das Wesen der Kritik mal anders: "Der beste Beweis, der sich für die Jämmerlichkeit des Daseins führen läßt, ist der, den man aus der Betrachtung seiner Herrlichkeit herleitet." Der geneigte Leser der „Kritische Masse“ mag sich da langsam fragen. „Mein lieber Hufi, was ist denn nur mit dir los. Warum tust du dir diesen Dänen an? Diesen waschechten Jammerlappen aus Smörreland und Selbstmordistan?“ [Ich glaube, die Dänen haben sich da sehr verbessert, heute…

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Politik: Vertrauen und Gemeinheit [Karl Jaspers]

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Moe verweist auf eine „Pro-Hartz Anzeige einiger „Prominenter Deutscher" in der kommenden SZ. Unter ihnen Leute wie Flimm, Luepertz, Grass, Glotz, selbst den Rechtsphilosophen und -gechichtler Uwe Wesel (den ich im Gegensatz zu den andern immer sehr geschätzt habe). Angeblich wird da drin stehen etwas wie: „Wir, die Initiatoren dieser Anzeige, wählten und wählen ganz unterschiedliche Parteien. Wir arbeiten in diesem Land, wir bezahlen Steuern in diesem Land, wir bekennen uns zu diesem Land. Wir haben das Jammern über Deutschland satt.“ Aber…

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