Klaus Schöning, gestorben am 6. Januar 2026

Per Zufall habe ich heute mitbekommen, dass Klaus Schöning am 6. Januar 2026 gestorben ist. Mehr als eine Personalie.

Klaus Schöning war wirklich eines meiner radiophonen Vorbilder. Was er im Studio Akustische Kunst der Öffentlichkeit anbot, war definitiv bahnbrechend. Zu ihm kamen die Gernhard Rühm, die John Cages, die Ernst Jandls, die Friederike Mayröckers, die Max Benses und was sonst noch durch seine Redaktion beim WDR ging. Er war es, der mich wahnsinnigerweise dazu trieb, als gerade das Musikwissenschaftstudium mit Magister Artium Abgeschlossener, mich auf die Hörspielredaktion des NDR zu bewerben. Wurde nix draus.

Einmal hatte ich sogar direkten Kontakt, als ich für meine Zwischenprüfung in Sachen Cage & Satie ihn bat, mir das Manuskript zu „James Joyce, Marcel Duchamp, Erik Satie: Ein Alphabet“ zugänglich zu machen. Was er auch tat!

Klaus Schöning hat etwas in der Medienlandlandschaft bewegt, mit Intelligenz, mit Charme, mit Witz. Er steht in einer Reihe mit Alfred Andersch, Michael Naura und anderen Aufmupfern, die zu Gestaltern von Kunst und Kultur wurden.

Für das Hörspiel ist seine Arbeit von unschätzbarer Bedeutung. Ein ganz Großer hat die Welt verlassen. Es ist kaum jemand zu sehen, der in ähnlicher Weise ihm noch lebend nachgefolgt wäre. Mit Reihard Döhl hatte er einen wunderbaren Mitstreiter.

Weiß jemand, wem ich das Döhl-Buch zum Höspiel verliehen habe und es nie zurückbekam.

Jetzt Abflug!

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