Wer so viele Briefe schreibt wie Axel Brüggemann, der macht es manchmal auch einfach nur so, um nicht aus der Übung zu kommen. Das geht schon mal schief, so wie bei einem Brüggi-Briefi an Cornelius Meister und den Deutschen Musikrat. Der Convenience-Beauftragte der Klassikwelt weiß Bescheid.
Leute, was Ihr hier zeigt, ist keine Haltung, sondern ein Beweis, wie weltfremd Eure Musik-Blase geworden ist. Spätestens seit Ulrich Siegmund Spiegel-Cover signiert, müsst Ihr doch wissen, dass so eine Kampagne nicht nur nichts bringt: Wer so naiv ins Blaue palavert, muss sich nicht wundern, wenn er am Ende zum unfreiwilligen Steigbügelhalter der Blauen wird!
Toll gemacht, Axel. Supergeblubber aus der Bullshit-Bingo-Liste der Hinterbühne. Aber traumdoof. Ein geradezu babylonischer Scheinbau aus bloßen Behauptungen. Das kannste!
Sicherlich ist dieser Spot kein Meisterwerk der Filmkunst. Er ist ein bisschen steif und hat leider kein gutes Timing.
Das alles muss man nicht in Abrede stellen. Doch daraus eine Sache zu konstruieren, man mache sich damit zum unfreiwilligen Steigbügelhalter der Blauen, das ist einfach bester Brüggemann-Bullshit, bei dem dem Journalisten offenbar die Sprache entglitten ist. Eine Brüggemann-Entgleisung, zu genau welchem Zweck? Man kann vielleicht erklären, in Umkehrung, dass er zeigt, wie weltfremd seine eigene Fachjournalistenblase geworden ist.
Das ist in einer Zeit, in der die Lebendfaschisten und ihre Sturmtruppen zum Generalangriff auf die freie und fröhliche Kultur blasen und am liebsten den Deutschen Kulturrat – oder wie hier in Kommentaren: den Deutschen Musikrat – sich in den Orkus wünschen, kein guter Zeitpunkt für unsachliche Kritik. Dass alle unsere Institutionen der Kritik bedürfen, ist nicht die Frage, das ist dringend nötig und gehört dazu, sollen sie ihre Arbeit noch besser machen. Doch es geht um eine Verbesserung der Argumente, der Darstellungsformen, der Präsenz. Ziel kann nicht sein, miteinzustimmen in diese jämmerliche Jagd nach Aufmerksamkeit durch steilen Unfug. Axel B.: „Hör’ auf mit dem Ulfen!“