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Aschenbecher in Radinkendorf. Foto: Hufner

Landschaft bei Hannover

Ich habe Koppweh. Die Landschaft ist mir schnell. Ein saftiges Grau durchzieht das Land. Grausigen Saft verabreicht man Leben. Sechs Minuten Verspätung sind keine Zeit vor Hannover. Die Gegend hat immer schon Verspätung gehabt. Zeit, in der man sein Horn füllen kann. Dazu Geschrei ein Kleinkinds. Ohrenertäubend. "Schrei Deutsch," brüllt ein AfDernazi quer gegen die Fahrtrichtung. Dieser Zug wartet auf Sie. Denkste. Hinter mir riecht es nach fetter Brühe. Der Himmel färbt sich glau.…

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Markt. Foto: Hufner

Zeitdiagnose

Ich kann mich gerade gut erinnern, wie wir mal in den 90er Jahren und Anfang des 21. Jahrhunderts im Feuilleton unseren Spott ausgegossen haben über eine Tendenz, die man nonchalent „Spaßgesellschaft“ genannt hat. Der Hedonismus und der Narzissmus standen oben auf der Skala der Kultureigenschaften einer wohlsituierten westlichen/deutschen Gesellschaft. Big Brother gehörte dazu, ebenso wie die der angebliche Bildungsverfall wie er dann in den PISA-Studien sich ausgedrückt hat oder die sog. Politikverdrossenheit. Zugleich brachte…

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Auto mit Augen. Foto: Hufner

Strudelwärts

Gerade beim Weiterhören durch die digitalen Bäuche der Musikgeschchte wieder bei Franz Schubert gelandet. Und auch hier ein Stück ausgemacht, der direkt ins vegetative System einschießt ohne Umweg berührt. Ein Impromptu. Erinnerung an die Samstage bei meiner Tante in Westhagen (Cola und Kaugummi frei, Fernsehen, Steak und Gurkensalat). Auch meine Tante hatte im Betongebiet von Westhagen eine kleine Plattensammlung und eine Stereoanlage. Hier die Fünfte von Beethoven gehört mit einem amerikanischen Orchester, Boston war…

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Reinigung. Foto: Hufner

Vorbeifahrt

Hof. Vorbei an einem Hinweis zu einer Tattoo-Convention, bald ein Quality-Hotel rechterhand, dessen „Quality“ eher zu ahnen als zu sehen ist. Eigentlich eher gar nicht, zu schnell geht es daran vorbei. Es wirkt von außen wie ein Meisterwerk aus Grau in Grau – zumal an einem solchen grauen Tag. Dazwischen seriell funktionale Fensterrahmen in dunkel, die den Ernst der Lage nur hervorheben statt ihn zu brechen. Quality bestimmt noch nicht den Grad der Qualität.…

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Gelassenheit. Foto: Hufner

Gelasssen-heit

Nach wie vielen Jahren auch immer. Ein erneuter Versuch mit Heidegger ist ziemlich deutlich gescheitert. Als Student hatte ich eine Berührung mit Martin Heideggers „Sein und Zeit“. Der Titel versprach so viel und noch heute finde ich, es gibt kaum einen besseren. Google, Yahoo und Co müssten sich um dieses Philosophie-Startup prügeln. Der Titel ist einfach umwerfend. Aber jetzt wollte ich es gelassen angehen. In der momentanen Situation versprach der Vortrag zu „Gelassenheit“ ebenso…

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Berliner Küche anno 1992. Foto: Hufner

Brief aus … Berlin (1991)

Bei der Suche nach einer alten Brille an Unterlagen gekommen, die man nicht finden würde, wenn man sie suchen wollte. Unter anderem einen Überweisungsschein der Schwester von 1988 im Wert von 200 DM - Musikerhilfe. Wäre damals ohne die Familie nicht so gut gegangen alles. Bruder Andreas hat auch mitgeholfen und Tante Ursel ebenso. Gesockelt hatten es die Eltern. Aber das ist Abschweifung. Eine nette! In einem Ordner sämtliche Kritiken für den Gießener Anzeiger…

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Die Kunst, kein Haus zu bauen. Foto: Hufner

Fotografie ist keine Kunst

Warum eigentlich sowieso alles ziemlich wurscht ist, weil sich alles schneller ändert, als man denken kann. Negative züchten sich noch bevor sie sich manifestieren. Photographie ist keine Kunst. Mit den neuen Medien ist Photographie überall und immer. Wir überschwemmen die Welt mit Abbildern von Kurzmomenten. Die Chemie allein wandelte sich in digitale Arbeitsprozesse der Manipulation, die ihre Herkunft nicht unterschlagen haben: Abwedeln, Retuschieren, Härtegrade des photographischen Papiers simulieren … Über das Internet vervielfältigt sich…

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RIP Penny. Foto: Hufner

Wie einmal die Atomkraft die Seelen der Kinder einer großkotzigen Kleinstadt rettete

In meinem kleinen Städtchen ist die Bevölkerung von ausgesuchter Klugheit. Wir haben hier die angeblich kinderstärkste Population innerhalb Deutschlands. Hierher hat es viele Berliner verschlagen. Viele Ostler hat es dagegen heraus geschlagen. Sie mussten wegen Alt-Ansprüchen oft ihre Buden räumen. In Kleinmachnow liegt so manches Kriegsbeil offen auf der Straße. Obwohl? Jetzt auch nicht mehr. Man hat sich ausgetauscht. Nicht im Sinne von Kommunikation, sondern im Sinne örtlichen Bewohner. Statt Trabbis oder Wartburgs fahren…

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