1956 – Der coole Jazz: Lennie Tristano: Line Up
Im Musikunterricht waren wir gemeinsam in einer Klasse, während die anderen Kinder bunte Bilder malen oder klebten oder schnitten, kneteten. Man nannte das in unserer fortschrittlichen Lernanstalt übrigens „Visuelle Kommunikation”. Wenigstens ließ man den Begriff der Kreativität damals komischerweise weg. Also Roger und ich und noch ein paar wenige waren Auserwählte für den Musikunterricht in der zehnten Klasse. Thema: Geschichte des Jazz. Vom Blues, Negro Spirituel über New Orleans, Chicago, Swing, Bebop, Cool Jazz bis zum Free Jazz. Ich, als Traditionalist mit…
Jetzt wiedererschienen, eine Aufnahme vom 2. April 1960 in New York, genauer in dem legendären Studio Rob van Gelders: Red Alone. Der Pianist Red Garland allein am Klavier mit acht Balladen. Von “When your lover has gone” bis “When I fall in love”.
Persönliche Notiz: Zum ersten Mal hörte ich diese CD nach einer gelageähnlichen Besprechung mit Freunden. Spät abends dann zuhause legte ich mich ins Gästebett, weil mein Bett dem Gast überlassen wurde. Das Zimmer ziemlich dunkel, ziemlich stille und dann spielte die CD. Vom ersten Ton an war ich irritiert und schwer begeistert. Die Musik hat das Zimmer in dunkelsten Farbtönen erhellt. Eher ein Schimmer von Licht, aber gewaltig. Das ist Ergriffenheit. Ende der Notiz
Die singen doch gar nicht. – Dem Himmel sei Dank. Es handelt sich um ein schönes Trio aus E-Gitarre, akustischem Bass und Schlagzeug mit Electronics. Doch es klingt wie viel mehr, mal wie nach guter alter Trash-Zeit mit den Mitteln von den Pixies oder Sonic Youth; oder, wer sie noch kennen mag, Blind Idiot God. Letztere klingen am wenigsten ähnlich, aber vom Gestus der Musikauffassung dann doch.
Moritz Eggert gehört zu den ungewöhnlichen Komponisten, die anscheinend jedes Terrain betreten k&