1956 – Der coole Jazz: Lennie Tristano: Line Up

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Im Musikunterricht waren wir gemeinsam in einer Klasse, während die anderen Kinder bunte Bilder malen oder klebten oder schnitten, kneteten. Man nannte das in unserer fortschrittlichen Lernanstalt übrigens „Visuelle Kommunikation”. Wenigstens ließ man den Begriff der Kreativität damals komischerweise weg. Also Roger und ich und noch ein paar wenige waren Auserwählte für den Musikunterricht in der zehnten Klasse. Thema: Geschichte des Jazz. Vom Blues, Negro Spirituel über New Orleans, Chicago, Swing, Bebop, Cool Jazz bis zum Free Jazz. Ich, als Traditionalist mit…

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Nikola Kodjabashia: Reveries Of The Solitary Walker

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Nikola Kodjabashia - ReveriesPersönliche Notiz: Zum ersten Mal hörte ich diese CD nach einer gelageähnlichen Besprechung mit Freunden. Spät abends dann zuhause legte ich mich ins Gästebett, weil mein Bett dem Gast überlassen wurde. Das Zimmer ziemlich dunkel, ziemlich stille und dann spielte die CD. Vom ersten Ton an war ich irritiert und schwer begeistert. Die Musik hat das Zimmer in dunkelsten Farbtönen erhellt. Eher ein Schimmer von Licht, aber gewaltig. Das ist Ergriffenheit. Ende der Notiz

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Jazzanova … mixing

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Früher mocht ich die Jazzanova, damals als man noch Sputnik über DSR empfangen konnte. Die Dope-Beats waren schon eine feine Sache. Wenn man diese Mixing-CD nun hört, dann ist das zwar immer noch eine hübsche Angelegenheit, aber sie hat viel ihres älteren kruden Charmes verloren. Na gut, es ist eben eine Mix-CD. Es ist eben nur eine Mix-CD von Musikern, die ich nicht weiter kenne, zu denen ich keine Beziehung habe. In meinem Bekanntenkreis kenne ich genug Leute, die mir schönere Mix-Kassetten…

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The Nels Cline Singers: The Giant Pin

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Nels Cline SingersDie singen doch gar nicht. – Dem Himmel sei Dank. Es handelt sich um ein schönes Trio aus E-Gitarre, akustischem Bass und Schlagzeug mit Electronics. Doch es klingt wie viel mehr, mal wie nach guter alter Trash-Zeit mit den Mitteln von den Pixies oder Sonic Youth; oder, wer sie noch kennen mag, Blind Idiot God. Letztere klingen am wenigsten ähnlich, aber vom Gestus der Musikauffassung dann doch.

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Thomas Agergaard: Little Machines

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Dieses stark skandinavisch besetzte Oktett (plus französische Sängerin [Geraldine Keller], tschechischer Bassist [Miroslav Vitous] ...) kommt nicht so richtig in die Spur. Die Gebilde hinterlassen den Eindruck von Unentschlossenheit in der Wahl des Ausdrucks. Die musikalischen Einfälle, die sich zwischen Free und Mainstream bewegen, bleiben dabei in gewissem Sinne hastig – als wenn die Luft knapp wäre, auch ein bisschen korsettiert. Dabei will diese Musik eigentlich sprühen. Meines Erachtens hat der Leader und Komponist Thomas Agergaard die Musiker zu eng gebunden. in…

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Eric Dolphy: The Drive // Bedrich Smetana: Dalibor

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Heute nach mehrfachem Besehen des Giant-Steps-Films auch wieder die Dolphy-Packung (The Complete Prestige Recordings) herausgeholt. CD 2, Take 1: “The Drive” ganz ähnlich wie Coltranes Giant Steps, abfallende Akkordbrechungen. Nicht ganz so harmonisch kompliziert, dafür im Chrous mit kontrapunktischen Elementen, chromatische Linie in den Nebenstimmen. Wirkt dadurch sofort sehr substanzhaltig und erheischt Aufmerksamkeit. Das Bassist Cellist von CD 6 würde heute keine Aufnahmeprüfung mehr bestehen. Dennoch ziemlich spannend in der intonatorischen Verschiebung. Am Bass Joe Benjamin (noch nie gehört) und am Cello…

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Katja Riemann Oktett: Favourites

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  Eine Überraschung. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass diese Lieblingstücke Katja Riemanns (gesungen von ihr selbst) reizvoll sein würden. Erwartet hatte ich so einen Promi-Musikbrei. Nein, eben das ist es nicht, gleich von der ersten Note an nicht. Die musikalischen Arrangements sind ganz detailliert und sehr luftig - trotz Oktett. Nix mit Brei. Man pausiert gerne und die Backing Vocals von Angela Chinyere Ordu helfen viel, die gelegentlich doch etwas einfarbige Stimme von Katja Riemann zu unterfüttern. Das hat etwas von…

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Martial Solal: NY-1

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Martial Solal (Piano), Francois Moutin (Bass) und Bill Stewart (Drums) spielen hier geschichtsträchtig vom 21 bis 23 September 2001 in einem durch Terror schwerst beschädigten New York, den ersten Tagen, da das Village Vanguard wieder geöffnet hatte – live! Jazz in unsicherer Zeit, allerdings mit einer Intensität und Triodichte, wie sie ernster und heiterer nicht denkbar scheinen mag. Die CD besteht aus eigenen Stücken und Standards wie „Softly as in a morning sunrise“, „Body & Soul” oder „What is the thing called…

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