Not in our name

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Charlie Haden 1993 in BerlinDer Bassist und Musikpolitiker Charlie Haden meldet sich erneut mit Musik zurück, deren Ort im Heute liegt, deren Idee lange in seine Biographie zurückweist. „Not in our name“ heißt die Platte mit dem Liberation Music Orchestra, welches nun in komplett neuer Mixtur antritt. Arrangiert für das Ensemble hat die Musik die gute alte Carla Bley. Als musikalische Grundsubstanz liegen zugrunde alte Klassiker der amerikanisch patriotischen Musik wie „This is not america“ von Pat Metheny oder „Amazing Graze“ oder „America the beautiful“ (ein Medley), oder das „Goin’ Home“ (Versatz aus Dvoraks sogenannter Sinfonie aus der Neuen Welt) oder auch Samuel Barbers „Adagio“. Eine recht sonderbare aber nachvollziehbare Mischung. So ganz richtig gut ist die Platte leider nicht. Von Carla Bley kennt man eine durchaus aufregendere Art und Weise des Arrangierens. Dennoch erhalten die Stücke in dieser Platte einen eigenartig unsentimentalen Ton, was ja bei Amazing Grace oder dem Adagio Barbers nicht ganz einfach ist, will man nicht nur zerstörerisch an die Sache gehen oder nur emphatisch — amerikanisch-unamerikanisch.

„Ich wollte dadurch klarmachen, daß man, bloß weil man nicht mit allem einverstanden ist, was diese Regierung unternimmt, noch lange nicht unpatriotisch ist.“

wird Haden im JazzEcho zitiert. Die Amerikaner haben sozusagen eine lange und durchgehende „Wir-sind-Deutschland(Amis)“-Kampagne quasi als Staatsreligion.

Etwas überracht bin ich insofern, als Hadens „Not in our name“ nur sekundär mit der gleichnamigen Initiative in den USA zu tun hat. Im JazzEcho steht dagegen:

„Bei Spaziergängen in Italien und Spanien fielen mir auf den Balkonen zahlreicher Apartmenthäuser diese Spruchbänder auf, auf denen in Englisch geschrieben stand: ‘Not In Our Name!’“, erinnert sich Haden. „Das war das erste Mal, daß ich diesem Slogan begegnete, und es beeindruckte mich, daß die Leute, die in diesen Apartments wohnten, ihre Meinung so kundtaten.“

Manchmal funktioniert Kommunikation unterirdisch. Ein erstes Bild kann man sich machen auf der Vorhörseite des „JazzEcho“. Zum Vorhören: JazzEcho. Aber immerhin gut, dass es so etwas auch im Jazz gibt — und gerade im Jazz.

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Yinon Muallem: Klezmer for the Sultan

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Yinon Muallem schreibt im Vorwort über seine Musik: „Seit drei Jahren lebe ich nun in Istanbul, und in dieser Zeit hat sich mir die ungeheure Vielfalt und das große Vermächtnis der türkischen Musik erschlossen. Meine Kompositionen sind von dieser türkischen Musik mit all ihren Klangfarben beeinflusst, genauso aber auch von arabischer, indischer, persischer, jüdischer Musik, und vom Jazz und von der Musik des Balkan — eben allen Einflüssen, denen ich in meiner Kindheit und Jugend ausgesetzt war.“ Das ist nicht gerade wenig.…

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Schlagzeug

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Jim Black, im Trio mit Carlos Bica (Kontrabaß) und Frank Möbus (Gitarre).  

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Hommage á Keith Jarrett

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Ich hatte es fast vergessen, obgleich ich mir sein neuestes Werk „Radiance“ heute zugelegt habe. Was macht man mit keinem Geld, man gibt es aus. Wozu gibt es denn auch Kreditkarten. — Habe mir sagen lassen, in den USA bekommt man eine solche nur, wenn man in den Miesen steckt. Jemand, der Geld auf dem Konto hat, für den sei es beinahe unmöglich eine Kreditkarte zu erwerben. Ist eben anders als mit der Schufa — Aber ich schweife ab. Jarrett, mein Piano-Gott aus alter Zeit, hatte nämlich am 8. Mai Geburtstag, seinen sechzigsten.
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1956 – Dr. Hufner analysiert: Lennie Tristano, Turkish Mambo

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Turkish Mambo ist ein Klaviersolo. Jedoch macht Tristano sich einige technische Verfahren zunutze. Der Hintergrundpart dürfte aus drei Schichten bestehen, drei ostinaten (sich wiederholenden Pianophrasen), die nacheinander übereinander gelegt werden. Ein alter Freund würde das mit "Wir bauen eine Stadt” bezeichnen. Danach (nach über einer Minute) setzt das eigentliche Pianosolo ein.Musikbeispiel 1:Lennie Tristano, Turkish Mambo, Anfang (MP3 - 1,34 MB - 1:24)Wir bauen eine Stadt, ja und nein. Die drei übereinandergelegten Klavierphrasen sind nicht aufeinander passend gebaut. Die Phasenlängen differieren. Da Tristano…

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