Kluges Apotheose des Tausches und die Emanzipation der Gefühle

Ich habe jetzt endlich in das etwas ältere Buch „Die Kunst, Unterschiede zu machen” von Alexander Kluge hineingelugt. Da geht es viel um Sehnsucht und unausbrennbare Gefühle. Es ist ja mal wieder schön, etwas zu lesen, was nicht direkt mit den neuen Medien zu tun hat. Dennoch steht da ein hoffnungsvoller Satz, den man herausreißen kann. Im Abschnitt “Kopf der Leidenschaften – – Fuß der Leidenschaften”:

Der Einfallsreichtum der Menschheit, Mißbrauch mit Gefühlen zu treiben, mißbrauchen, um Herrschaft zu errichten, steht in keinem Verhältnis zur Emanzipation der Gefühle, die doch daliegen wie Schätze.Wenn wir alles, was Menschen können, zusammenfügten und wenn wir das untereinander austauschten, entstünde von selbst ein emazipatorischer Prozeß, selbstreguliert und ernsthaft nicht aufzuhalten. 1Alexander Kluge, Die Kunst Unterschiede zu machen, Frankfurt/M. 2003, Seite 49 f. [Fette Hervorhebung von mir.]

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Fussnoten:

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    Alexander Kluge, Die Kunst Unterschiede zu machen, Frankfurt/M. 2003, Seite 49 f. [Fette Hervorhebung von mir.]

der huflaikhan

Betreiber der Kritischen Masse seit 1995. Seit 2023 Wiederaufnahme. Promotion mit einer Arbeit über Adornos kompositorische und theoretische Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik. Arbeit für den Bayerischen und den Mitteldeutschen Rundfunk als freier Autor und Regisseur – zumindest bis Ende 2015. Online-Redaktion für neue musikzeitung, Jazzzeitung und Oper & Tanz. Unglücklich, aber fast taub.