Hochbetonik (Detmerode)

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Kaltmamsell mag Hochbetonik. Das hatten prima im Stadtteil Detmerode der Fussballstadt (blöde Heimverlierer gestern) gerne gebaut.

Detmerode. Foto: Martin Hufner (ca. 1978)
Detmerode. Foto: Martin Hufner (ca. 1978)

Gemischte Bauweise, mal hoch mal breit. Dazwischen viel grün. Das Foddo stammt aus der Reihe meiner ersten Bilder mit der Zorki. Transportprobleme sieht man an den Streifen auf dem Foddo. Aber zurück.

Der Detmeroder (etwa 16.000 Einwohner) Volksmund nannte diesen Doppelhochbetonzahnkomplex „Don Camillo und Pepone“ — vielleicht wohnten gerade viele italienische Gastarbeiter dortdrin. Normal sterbliche wagten sich da nicht einmal in die Nähe. Die Gegend galt nicht als besonders sicher. Nachts machte man einen großen Bogen — und derer gab es in Detmerode viele. Leider haben diese Gebäude auch zahlreiche Selbstmörder angezogen. Stehen tun sie beide immer noch (die Gebäude). Man hat sie gottlob nicht angemalt oder anders verschandelt. Betonkunst vom feinsten und angeblich drinnen sogar bequem. Die Fahrstühle von Don Camillo galten Insidern als rauschfördernde Fortbewegungsmittel mit Absturzadrenalinausschüttungspotential (ah, wie ich lange Worte doch mag).

Naja, jetzt muss ich zum Notessenfassen zu meinem Konditor in die Tiefe der Menschen herabsteigen.

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der huflaikhan

Betreiber der Kritischen Masse seit 1995. Seit 2023 Wiederaufnahme. Promotion mit einer Arbeit über Adornos kompositorische und theoretische Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik. Arbeit für den Bayerischen und den Mitteldeutschen Rundfunk als freier Autor und Regisseur – zumindest bis Ende 2015. Online-Redaktion für neue musikzeitung, Jazzzeitung und Oper & Tanz. Unglücklich, aber fast taub.