Zwischen Empirie und Glauben (NDR Kultur)

Der Deutschlandfunk machts richtig. Noch ist da etwas von Selbstkritik in den Beiträgen dabei. So zum 50-jährigen Jubiläum der Media-Analyse. Man zitiert da einen Forscher vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung:

Allein zur Erhebung der Radionutzung werden jährlich über 58.000 Computergestützte Telefoninterviews geführt. Aus Sicht der Wissenschaft gibt sie aber nur einen Teil der Wahrheit wieder. Prof. Uwe Hasebrink vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung:
Es ist der Aspekt, wie häufig welche Personen mal vom Radio erreicht werden, was die Menschen dann damit machen, ob sie zuhören ob sie nicht zuhören, alle diese Dinge werden in der MA gar nicht erfasst.

Wie hoch die Kontaktreichweiten der Werbung sind, kann, anders als suggeriert wird, nicht exakt ermittelt werden. Die Gültigkeit der Media-Analyse ergibt sich vielmehr, daher, dass die Beteiligten an sie glauben. Das Prinzip „Glauben“, auf das auch die Werbung mit ihren Spots und Anzeigen setzt.1Quelle

Salome. Foto: Hufner
Salome. Foto: Hufner

Herr Romann (Hörfunkdirektor NDR) dagegen poltert durch den Laden mit seinen Zahlen. Er ist eben ein Meister des Glaubens, denen er den Glanz der empirischen Forschung verleihen will. Wenn er dann mal eine andere Media-Analyse nimmt wie die der Hamburgischen Anstalt für neue Medien, dann wirds eng. Aber sehr. 2159 befragte Personen und NDR Kultur vereinigt 1,1%. Das sind 23,79 Befragte. Empirisch ist das sicher einwandfrei. Aber ist das signifikant, ist es vor allem erheblich?

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Fussnoten:

der huflaikhan

Betreiber der Kritischen Masse seit 1995. Seit 2023 Wiederaufnahme. Promotion mit einer Arbeit über Adornos kompositorische und theoretische Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik. Arbeit für den Bayerischen und den Mitteldeutschen Rundfunk als freier Autor und Regisseur – zumindest bis Ende 2015. Online-Redaktion für neue musikzeitung, Jazzzeitung und Oper & Tanz. Unglücklich, aber fast taub.